Das Gutschein-Modell der Kinderbetreuung ist aus Sicht der Gemeindefinanzen ein Erfolg. Die Auswertung der «Betreuungsgutscheine» zeigt, dass sich die Gemeinde Urdorf einerseits an der Betreuung von mehr Kindern beteiligt, andererseits rund 100 000 Franken weniger dafür ausgibt. Dies geht aus der neusten Ausgabe der Gemeindepublikation «Urdorf Aktuell» hervor.

Die entsprechende Kita-Verordnung für die Betreuung von Kindern im Vorschulalter wurde von den Urdorfer Stimmberechtigten im Jahr 2011 durchgewunken. «Damit wechselte das System von einer Objektfinanzierung einer einzelnen Kindertagesstätte hin zu einer Finanzierung, bei der für Kinder Betreuungsgutscheine von der Gemeinde bezogen werden können», heisst es weiter. Ob diese in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesfamilie eingelöst werden, sei dann den Eltern selbst überlassen.

Die Auswertung zeigt aus Sicht der Gemeindefinanzen Erfreuliches: Im letzten Betriebsjahr des «Chinderhuus» kostete die Betreuung von 25 Kindern die Gemeinde rund 480 000 Franken. Die Kostenbeteiligung der Eltern betrug damals 14 Prozent. Zum Vergleich zieht die Gemeinde das Jahr 2014 herbei, in dem sie nur noch rund 380 000 Franken aufwenden musste. Gestiegen ist hingegen die Zahl der Kinder, deren Betreuung durch die Gemeinde mitfinanziert wurde: Heute sind es deren 65. Dass mehr Kinder für weniger Geld betreut werden können, ist dadurch möglich, dass die Eltern nun einen grösseren Teil der Kosten übernehmen. Sie beteiligen sich im Durchschnitt zu 41 Prozent.

Eltern sollen noch mehr zahlen

In der ursprünglichen Vorlage sah die Urdorfer Exekutive vor, dass sich die Eltern an 50 Prozent der anfallenden Kosten beteiligen. «Dies wird mittels einer Anpassung des Elternbeitragsreglements erfolgen», heisst es in «Urdorf Aktuell». Dies heisst konkret, dass ab 2016 der minimale Elternbeitrag von 20 auf 21 Franken und der Abschöpfungsgrad auf das steuerbare Einkommen von 1 Prozent auf 1.08 Prozent angehoben werden. Über diese Anpassung seien die Eltern wie auch die Betreuungsstätten bereits informiert worden.

Wie viel die Gemeinde an die Kinderbetreuung zahlt, wird von der Sozialabteilung aufgrund der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eltern berechnet. Derzeit bieten drei Kitas ihre Dienste auf Urdorfer Gemeindegebiet an. Dies sind das Bienehuus, die Huetiburg und die Sunezyt.