Birmensdorf
Eleonora Ninir ging von Tür zu Tür, um Waisenkindern zu helfen

«Mit 500 Franken wäre ich zufrieden gewesen», sagt Eleonora Ninir. Es kam besser. 1050.55 Franken hat die 15-jährige Schülerin im Rahmen ihres Abschlussprojektes an der Oberstufe Birmensdorf gesammelt.

Sandro Zimmerli
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Die Schülerin Eleonora Ninir aus Birmensdorf sammelt für ihr Abschluss Projekt an der Oberstufe Geld für ein Hilfswerk, das Waisenkinder in Guinea unterstützt.jpg

Die Schülerin Eleonora Ninir aus Birmensdorf sammelt für ihr Abschluss Projekt an der Oberstufe Geld für ein Hilfswerk, das Waisenkinder in Guinea unterstützt.jpg

Limmattaler Zeitung

Das Geld wird sie der Organisation «Mamadou & Bineta» zur Verfügung stellen. Die 2006 in St. Gallen gegründete Vereinigung unterstützt Strassen- und Waisenkinder in Guinea. «Mit einem solchen Betrag habe ich nie gerechnet», so Eleonora.

Die Schülerin hat sich mit ihrem Projekt überhaupt auf unbekanntes Terrain begeben. Ihre Spenden erhielt sie, indem sie von Tür zu Tür ging und, den Leuten ihr Anliegen erklärte. «Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde», sagt Eleonora. Ihr Fazit fällt positiv aus. «Von den meisten Leuten wurde ich freundlich empfangen und erhielt auch eine Spende. Nur wenige wollten nichts geben», erklärt sie.

Oft sei sie sogar mit den Spendern ins Gespräch gekommen und habe ihr Projekt vorgestellt. «Die Bewohner von Birmensdorf sind sehr offen», sagt Eleonora. Nicht umsonst trage ihr Projekt den Titel «Birmensdorf hilft Afrika». Insgesamt 91 Haushalte hat die Schülerin aufgesucht. Davon haben ihr 80 Prozent eine Spende entrichtet.

Präsentation der Arbeit folgt noch

Die Zahlen hat Eleonora fein säuberlich in ihrem Projektbericht aufgelistet. Denn mit dem Spendensammeln ist die Arbeit noch nicht getan. «Wir müssen unsere Projekte auf rund zehn Seiten beschreiben. Danach folgt eine Präsentation in der Klasse», sagt sie. Erst dann wisse sie , welche Note sie für ihre Arbeit erhalte. Eine Arbeit, die ursprünglich ein ganz anderes Thema hätte behandeln sollen.

«Da ich gerne singe und drei Mal in der Woche beim Leichtathletik-Club Zürich trainiere, wollte ich etwas über diese Hobbys machen», sagt Eleonora. Sie habe aber schnell gemerkt, dass es langweilig sei, über das Leichtathletiktraining zu schreiben. «Ich habe deshalb meine Eltern und meine Schwester um Rat gefragt. Da ein Bekannter unserer Familie für ‹Mamadou & Bineta› arbeitet, kam die Idee mit der Spendenaktion auf», so Eleonora.

Besuch in Guinea als Ziel

Als für Eleonora klar war, was sie machen will, ging es an die Vorbereitung. «Ich habe einen Plan erstellt, wann und wo ich sammeln werde. Zudem habe ich einen Flyer zusammengestellt, der kurz erklärt, um was es mir geht», sagt sie. Die Hauptaufgabe bestand jedoch im Sammeln. Ein bisschen Überwindung sei schon nötig gewesen, «auch wenn ich ein sehr kommunikativer Mensch bin, der schnell mit anderen Leuten in Kontakt kommt», so Eleonora. Es habe aber alles geklappt. Auch von den wenigen negativen Reaktionen habe sie sich nicht entmutigen lassen. «Mir war von Anfang an klar, dass nicht jeder spenden wird», sagt Eleonora.

Klar ist auch, was Eleonora nach der Schule machen wird. Die Sek-A-Schülerin wird eine KV-Lehre absolvieren. Dass sie später einmal für ein Hilfswerk arbeiten wird, glaubt sie nicht. «Ich werde aber sicher selber spenden», hält sie fest. Zudem hat sie noch ein anderes Ziel. «Irgendwann will ich nach Guinea reisen, um zu schauen, welche Projekte mit meinem Geld finanziert werden.»