Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) führen an ihrem Standort an der Überlandstrasse in Dietikon testweise intelligente Elektrotankstellen ein. Bis zu 8 der 20 Elektroautos, die bei der EKZ im Einsatz sind, können so zeitgleich aufgeladen werden. Für die Öffentlichkeit ist die Ladestation nicht zugänglich.

Mit diesem Testbetrieb will der Stromversorger Erfahrungen mit verschiedenen Lademöglichkeiten sammeln, sodass Elektrotankstellen den Kunden etwa für private Tiefgaragen oder Firmengaragen künftig angeboten werden können. Von der Technik über die Begleitung der Installation bis hin zum Unterhalt.

Lastmanagement im Zentrum

Für die EKZ steht fest, dass das Bedürfnis nach mehrplätzigen Ladestationen für Elektroautos steigen wird. So stellen die Elektrizitätswerke heute ihren Kunden Elektroautos für maximal drei Tage zum Ausprobieren zur Verfügung.

Eine der grössten Herausforderungen dieser Technologie sei die Steuerung der Last im Stromnetz, sagt Bruno Völlmin, Leiter Netzqualität bei den EKZ. «Mehrere Fahrzeuge, die gleichzeitig aufgeladen werden, können mehr Leistung benötigen, als die Versorgung hergibt.»

Das Lastmanagement werde nun in Dietikon auf Herz und Nieren getestet. «Mit dem intelligenten System können Lastspitzen verringert werden, da der Strom je nach Programmierung verteilt wird», sagt er weiter. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Etwa indem das erste ankommende Fahrzeug Priorität geniesse und voll aufgeladen werde oder aber alle Fahrzeuge gleichmässig geladen würden.

Elektroautos sind auf Schweizer Strassen noch immer arg in der Minderheit. Ein Ausblick in die Zukunft der individuellen Mobilität des Magazins «Bilanz» von Ende April zeigt mehrere Gründe dafür auf. So seien die Anschaffungskosten noch immer zu hoch, die Batterieleistung noch zu gering und Ladestationen habe es noch zu wenige.

«Nicht nur das Engagement der Hersteller, sondern auch dasjenige des Bundes und der Stromversorger ist gefragt», so die «Bilanz». Ohne dieses könne die Ära rein elektrisch betriebener Autos vorbei sein, noch bevor sie richtig begonnen habe.

Grosses Potenzial attestiert das Magazin aber den Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen. Dabei handelt es sich um Vollhybridfahrzeuge, die rein elektrisch gefahren werden können. Nur: Die Bordbatterie kann auch ausserhalb des Autos geladen werden. Die neue Elektrotankstelle der EKZ in Dietikon ist auch für das Laden von Hybrid-Fahrzeugen gerüstet, heisst es auf Anfrage.