Energie

EKZ fischen alte Hochspannungsleitung aus dem Zürichsee

EKZ bergen Seekabel zwischen Thalwil und Herrliberg

EKZ bergen Seekabel zwischen Thalwil und Herrliberg

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) entfernen eine Hochspannungsleitung zwischen Thalwil und Herrliberg aus dem Zürichsee. Die Bergung, die auch für die EKZ einmalig ist, wurde während mehrerer Jahre vorbereitet

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) haben eine spezielle Bergungsarbeit vor sich: Sie fischen die 60 Jahre alte Hochspannungsleitung zwischen Thalwil und Herrliberg aus dem Zürichsee, weil diese seit 2009 nicht mehr benötigt wird.

Bereits seit mehreren Jahren arbeiten die EKZ an der Bergung der Seekabel. Nun sind die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen und die ersten Meter des Kabels wurden auf der Seite von Thalwil geborgen.

Die komplette Bergung der rund zwei Kilometer langen Stränge wird mehrere Tage dauern, wie die EKZ am Dienstag mitteilten. Für die Arbeiten wurde extra eine schwimmende Plattform aufgebaut, auf welche die 81 Tonnen schweren Kabel gezogen werden.

Bei diesen Arbeiten fallen grosse Mengen Altöl an, weil es sich bei den Leitungen um Öldruckkabel handelt. Die 1200 Liter Öl werden gemäss EKZ separat aufgefangen und entsorgt, so dass nichts davon in den See gelangt.

Aus Kostengründen durch den See

Die Stromleitung liegt seit 1954 in 135 Metern Tiefe im Zürichsee. Aus Kostengründen entschieden die EKZ damals, die Hochspannungsleitung durch den See zu legen statt um den See herum.

Weil die Kabel seit rund sieben Jahren nicht mehr benötigt werden, entschieden sich die EKZ, sie zu entfernen. "Wir haben verschiedene Untersuchungen machen lassen, um herauszufinden, welches die umweltverträglichste Lösung ist: bergen oder im See belassen", so Projektleiter Daniel Vuille.

Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) entschied dann, dass die beiden Kabelstränge entfernt werden müssen. Würden die Öldruckkabel im See gelassen, wären sie der Korrosion ausgesetzt. Zudem könnten sie von Hangrutschen beschädigt werden.

Natur und Pflanzen werden bei der Bergung keine in Mitleidenschaft gezogen. Bei einer Untersuchung des Seegrundes wurde lediglich eine Teichmuschel gefunden. Damit sie bei den Arbeiten nicht zerstört wird, wurde sie an einen anderen Ort versetzt.

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