Urdorf

Eislauf-Club Urdorf prüft Warteliste — Grenze von 100 Mitgliedern ist erreicht

Tragen stolz das Logo des Eislauf-Clubs Urdorf auf der Brust: Cheftrainer Fabrizio Urso mit Sinja De Crom (links) und Lotta Högger.

Tragen stolz das Logo des Eislauf-Clubs Urdorf auf der Brust: Cheftrainer Fabrizio Urso mit Sinja De Crom (links) und Lotta Högger.

Beim ECU ist die Grenze von 100 Mitgliedern erreicht. Damit sei man an der Kapazitätsgrenze angelangt, sagt der Vereinspräsident.

Es ist Montagabend. Fabrizio Urso, der in seinem achten Jahr als Trainer des EC Urdorf steht, unterrichtet auf der Kunsteisbahn Weihermatt Läuferinnen verschiedener Leistungsstufen. Hinter der Bande stehend gibt er ihnen Tipps. Dann und wann öffnet er das «Türli», gleitet auf das Eis und macht Übungen vor. Schliesslich korrigiert Urso die Läuferinnen wieder, erklärt nochmals, wie er sich das Ganze vorstellen würde. Schliesslich ist es die Woche vor der Wahrheit; am kommenden Samstag und Sonntag stehen in Dübendorf die Kantonalmeisterschaften auf dem Programm.

Es ist empfindlich kühl geworden, der Winter hält langsam, aber sicher Einzug im Limmattal. Ein paar Meter neben der gedeckten Eisbahn, im wohlig warmen Eisbahnrestaurant, lässt Klubpräsident Luk De Crom bei einem Kaffee aus dem Plastikbecher tief blicken. «Der ECU ist an der Kapazitätsgrenze angelangt», sagt der Mann, der die Geschicke des Klubs seit 2012 leitet. 100 Mitglieder zählt der vor 50 Jahren gegründete Breitensportverein. «Mehr geht nicht mehr», sagt De Crom. Es fehle schlicht an Eis. Auf die Frage, ob ein zweites Feld die Probleme lösen würde, lächelt der gebürtige Belgier vielsagend, verkneift sich dann aber eine Antwort. Stattdessen sagt er: «Wir sind froh und glücklich über die Infrastruktur, die wir hier haben.» Und über das gute Einvernehmen mit den Eishockeyanern und den Curlern. De Crom streicht auch die Zusammenarbeit mit den Gemeindevertretern heraus.

Mit Abschluss der Renovation der Weihermatt vor nunmehr acht Jahren habe man zwar nicht mehr Platz erhalten. Aber da die Anlage seit Ende Oktober 2011 überdacht ist, herrsche Planungssicherheit. De Crom: «Wir können uns darauf verlassen, dass es Anfang Oktober Eis hat und dass die Saison erst Mitte März zu Ende geht.» Ganz zu schweigen davon, dass bei Wind und Wetter trainiert werden könne.

Seit De Crom den EC Urdorf führt, hat der Mitgliederbestand um 40 Prozent zugenommen. «Das hat aber nichts mit mir zu tun», hebt der Leiter Pflegedienst der Kinder-Reha des Kinderspitals Zürich mit einem Lächeln hervor. «Es zeugt einfach vom guten Image, welches der Klub über das Dorf hinaus geniesst.» Apropos: Gut die Hälfte aller Mitglieder wohnt in Urdorf selber, der Rest kommt mehrheitlich aus angrenzenden Gemeinden. Vor allem bei den jüngsten Läufern und Läuferinnen – laut De Crom sind auch «zwei bis drei» Buben im Verein – gebe es einen regelrechten Boom. Unnötig zu erwähnen, dass die sogenannten «Pingu-Kurse für Kinder ab zweieinhalb Jahren» – so steht es in der Ausschreibung – ein Renner sind. «Geht das so weiter, müssen wir uns ernsthaft Gedanken über eine Warteliste machen.» Das hiesse, Kinder, die gerne dem Klub beitreten würden, auf unbestimmte Zeit zu vertrösten.
Ein Trainerteam, nicht verschiedene Trainer

Für die sportlichen Belange kann sich der EC Urdorf voll und ganz auf seinen Haupttrainer Fabrizio Urso sowie Eiskunstlauftrainerin Nadija Wäffler, Jugend-und-Sport-Leiterin Sinja De Crom und Aushilfstrainerin Erminia Richner verlassen.

Der diplomierte Eislauflehrer Urso und die frühere Leistungssportlerin De Crom sowie ein Dutzend Monitoren – eine Art klubinterne Hilfstrainer – arbeiten Hand in Hand. Urso ist professioneller Eiskunstläufer und Eiskunstlauftrainer und trat in früheren Jahren unter anderem bei Holiday on Ice und in der Eis-Show des Europaparks Rust auf. Er ist der Chef auf und neben dem Eis. «Aber nur mit einem funktionierenden Trainerteam kommt man weiter», sagt er.

Zwei Fixpunkte hat der Eislauf-Club Urdorf in seinem Jahresprogramm. Der eine ist die Kürkonkurrenz vom 25. und 26. Januar 2020. Vor einem Jahr verzeichnete man mit 180 Konkurrentinnen und ein paar Konkurrenten ein neues Rekordergebnis, an der kommenden 50. Durchführung dürfte die Teilnehmerzahl laut dem Vereinspräsidenten auf 200 steigen.
Das andere Highlight der Saison ist die Eis-Show vom 6. März mit dem Motto «Romanza». De Crom freut sich schon jetzt: «Das wird eine grosse Sache. Wir erwarten 400 Zuschauer, die Tribüne wird gut gefüllt sein. Es ist quasi ein Holiday on Ice im Kleinformat.» Für die Vorführung verantwortlich zeichnen werden wie in früheren Jahren auch Eislauftrainer Fabrizio Urso und Roland Bopp, Artistik-Künstler von Holiday on Ice. Es sei nur schade, dass der ECU «Romanza» nur einmal aufführen könne. «Aber zweimal die Lichttechnik mieten, das können wir uns nicht leisten.»

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