Den Beruf Badmeister assoziiert man mit Sommer, Sonne und heissen Temperaturen. Doch was machen die Badmeisterinnen und Badmeister in der kalten Jahreszeit, wenn die Badi geschlossen ist? «Auf der faulen Haut liegen wir bestimmt nicht», nimmt Daniel Schoch, Betriebsleiter des Schwimmbads Fondli in Dietikon, vorweg. Eine Umfrage bei den Limmattaler Freibädern zeigt, dass die Optionen im Winter mannigfach sind und auch vom Anstellungsverhältnis abhängen.

In Dietikon kümmern sich die vier Badmeister und Betriebsleiter Schoch im Winter um das Hallenbad. «Es ist sieben Tage die Woche geöffnet. Wir arbeiten im Zweischichtbetrieb», sagt Schoch. Zudem sei man auch noch mit der Anlage des Freibads beschäftigt. «Wenn wir sie ausser Betrieb nehmen, erledigen wir viele Servicearbeiten selbst.» Die Situation in Dietikon sei ideal. «Als ich Saisonbadmeister in Niederweningen war, war das nicht möglich. Ich arbeitete im Winter für den Zivilschutz», sagt Schoch.

Zwei Winter lang auf Stellensuche

Noémie Messinger, Betriebsleiterin des Freibads Zwischen den Hölzern in Oberengstringen, geht es ähnlich. Sie ist im Winter beim Sportamt Zürich im City-Hallenbad als Badmeisterin im Einsatz. «Ich bin privilegiert, dass ich so arbeiten kann. Für viele ist es schwierig, eine gute Lösung für den Winter zu finden», sagt Messinger. Es sei oftmals ein Existenzkampf. Sie redet aus eigener Erfahrung. «Ich war zwei Winter lang auf Stellensuche und hatte grosse Probleme, weil ich nur einen befristeten Arbeitsplatz suchte.» In dieser Zeit vertiefte Messinger unter anderem ihre Norwegischkenntnisse und arbeitete in einer Kinderkrippe in Oslo. Viele Saisonarbeiterinnen und -arbeiter ziehe es ins Ausland im Winter. «Einige aus meinem Team verbringen ihn zum Beispiel in Asien und reisen dort herum. Das geht, weil das Leben dort günstig ist.» Schön sei es, wenn das Team im Sommer wieder zusammenkomme und die Kollegen von den Reisen berichten würden. Was Messinger gar nicht gerne hört, ist, wenn Leute davon ausgehen, dass sie im Winter am Skilift arbeite. «Ich habe doch nichts mit Schneesport am Hut», sagt sie und lacht.


In Urdorf geht es aber in diese Richtung. Die fünf Badmeister und Betriebsleiter Shaban Hashani werden im Winter zu Eismeistern. Dann betreuen sie nämlich die Kunsteisbahn, die gleich neben dem Freibad Weihermatt liegt.

In Birmensdorf hilft Chef-Badmeister Srdjan «Süri» Markovic im Winter im Werkdienst aus. Für ihn fallen nach Ende der Badesaison zudem viele Arbeiten an. So pflegt er die Grünflächen, wintert die Pflanzen ein, streicht und frischt Bänke, Liegeplätze, Garderoben und Schwimmbecken auf. Zudem kompensiert er die während der Saison geleistete Mehrzeit, wie die Gemeinde auf Anfrage mitteilt. Seine Kollegin und sein Kollege in der Badi Geren sind nur für die Saison vom 1. April bis zum 15. Oktober angestellt.

Administration, Reparaturen und Kontrollrundgänge

Wenn die Bio-Badi Im Moos in Schlieren geschlossen ist, kümmern sich zwei Badmeister um die Ausserbetriebnahme der Anlage bis Ende Oktober. Einer von ihnen erledigt im Winter administrative Arbeiten, führt Kontrollrundgänge durch und trifft Handwerker für Reparaturen, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Für die restliche Zeit würden Ferien und Kompensationstage eingezogen. Dem anderen Badmeister stehe es frei, im Winter einer anderen Beschäftigung nachzugehen, bevor die Arbeiten für die Inbetriebnahme des Freibads Anfang März wieder starten würden.