Feuerwerk, Reden und der gemeinsame Gesang des Schweizerpsalms sind heute fester Bestandteil einer jeden 1.-August-Feier. Je nach Gemeinde wird der Anlass von einem grösseren oder kleineren Programm umrahmt. Begangen wird der Bundesfeiertag in der gesamten Schweiz erst seit 1891 am 1. August. Ein Blick in die Limmattaler Geschichtsbücher zeigt, dass sich seither an den Feiern im Kern wenig geändert hat. Dennoch gibt es gewisse Unterschiede zu heute, etwa bezüglich des Feuerwerks, der Auswahl der Redner oder des Umfangs des Festprogramms.

Ein besonderer Anlass war die Feier 1891 zum 600. Geburtstag der Eidgenossenschaft. Wie an vielen anderen Orten im Land wurde auch in Dietikon ein grosses Jugendfest organisiert, wie der Journalist Jakob Grau in seinen Jugenderinnerungen im Dietiker Neujahrsblatt von 1954 schreibt. Damals wurden die Schüler per Los einer Familie zugeteilt, wo gemeinsam ein Mittagessen eingenommen wurde. Danach ging es zum Sammelplatz für den Festumzug. Dieser stellte die vier Jahreszeiten dar. Grau war «als Gärtner mit grüner Schürze und Rechen» dem Frühling zugeteilt. Auf dem Festplatz «sangen der Männer-, der Töchter- und der gemischte Chor, die Turner gaben Produktionen, und die Sekundarschüler führten die Rütliszene aus Schillers ‹Tell› auf», so Grau. Am Abend wurde auf dem «Schönenwerd-Hoger» schliesslich ein Augustfeuer entzündet, eine Rede gehalten sowie das Rütlilied und andere Schülerlieder gesungen.

Höhenfeuer waren zu dieser Zeit üblich. Hinweise auf Feuerwerk gibt es in den Aufzeichnungen dagegen noch keine. Das Abfeuern von Raketen wurden wohl erst nach dem 2. Weltkrieg Teil der Feiern. Und so wurden beispielsweise in Höngg, das 1891 noch eine eigenständige Gemeinde war, zwei Höhenfeuer entzündet. Eine erste richtige Augustfeier im heutigen Stadtzürcher Quartier wurde schliesslich 1906 abgehalten. Organisiert wurde sie vom Verschönerungsverein. Beteiligt waren zudem der Musikverein, der Sängerbund und der Töchterchor, wie es in der Ortsgeschichte heisst. Die Rede hielt der damalige Sekundarlehrer.

Zu wenig Cervelats

Eine besondere Bundesfeier erlebte 1940 Aesch, wie aus der Gemeindedokumentation hervorgeht. Dort hatte das vom Gemischten Chor geplante Fest mit einer Ansprache des damaligen Aescher Kantonsrates Ernst Gugerli kurzerhand eine Programmänderung erfahren. So organisierte das Regimentskommando des Infanterie Regiments 28, das zu jener Zeit im Dorf einquartiert war, eine Bundesfeier, zu der aber auch die Bevölkerung eingeladen war. Die Ansprache hielt der Regimentskommandant. Zudem, wurde der Bundesbrief verlesen. Neben dem Regimentsspiel sang auch der Gemischte Chor.

Musikvereine und Chöre prägten auch in Urdorf die 1.-August-Feiern, die um 1950 auf dem alten Turnplatz hinter dem Feuerwehrgebäude begangen wurden. Zudem zeigten junge Turner bengalisch beleuchtete Pyramiden. Für die Festrede zeichnete der Pfarrer verantwortlich. Gemeinsam wurde «Rufst du mein Vaterland» gesungen, das ab 1961 durch den Schweizerpsalm als Nationalhymne abgelöst wurde. In der Folge wechselte der Standort der Feier. Seit 1976 wird sie auf dem Schulareal Embri abgehalten. Wie in vielen anderen Gemeinden darf seither jedes Jahr eine andere Dorfpartei einen Redner einladen.

Ein Volksfest war auch die erste Weininger Bundesfeier in der Fahrweid. 1969 fand diese statt. Die 500 von der Migros gespendeten Cervelats reichten nicht aus, um alle Besucher zu verköstigen. Es musste Nachschub besorgt werden.