Urdorf

Einheitsgemeinde kann kommen: Schulpflege beugt sich Fusionswunsch

Spätestens auf die neue Legislaturperiode im Jahr 2022 könnte Urdorf zur Einheitsgemeinde werden. (Archiv)

Spätestens auf die neue Legislaturperiode im Jahr 2022 könnte Urdorf zur Einheitsgemeinde werden. (Archiv)

Aufgrund des politischen Drucks gibt die Schulpflege Urdorf nach und will mit der politischen Gemeinde eine Einheitsgemeinde bilden.

Der Ruf nach einer Zusammenarbeit der Schulgemeinde und der Politischen Gemeinde wurde in Urdorf 2019 immer lauter. Die Forderung fand ihren bisherigen Höhepunkt an der Schulgemeindeversammlung vom 4. Dezember, als die Stimmberechtigten der Schulpflege einen Investitionskredit von 150000 Franken für eine Machbarkeitsstudie für die Schulraumplanung aus dem Budget 2020 strichen und ihr somit zu verstehen gaben, dass sie keine Alleingänge der Behörde mehr wünschen. Alt-Gemeinderat Roland Stämpfli (parteilos, früher SVP), der sich seit längerem für die Fusion der beiden Güter einsetzt, stellte damals im Namen des von ihm gegründeten Vereins «einheitsgemeinde-urdorf.ch» den Änderungsantrag (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Für die Schulpflege war dieser Entscheid ein Schlag ins Gesicht. Wurden so all ihre Pläne über den Haufen geworfen. Bisher widersetzte sich die Schulpflege Stämpflis Forderungen. Die Stimmberechtigten hätten sich 2016 gegen eine Einheitsgemeinde ausgesprochen und diesem Entscheid leiste man Folge, hiess es. Nun ist die Behörde aber zum Schluss gekommen, dass der Widerstand nichts bringt. An ihrer Sitzung vom 21. Januar hat sie einer Fusion mit der Politischen Gemeinde zugestimmt, wie sie gestern an einer Medienkonferenz bekannt gab. Mehrere Argumente haben laut Schulpräsidentin Irmgard Struchen (CVP) zu diesem Entschluss geführt.

Schulpflegemitglieder zu finden, wird immer schwieriger

«Es wird immer schwieriger, neue Schulpflegemitglieder zu finden, die in der Lage sind, den grossen zeitlichen Aufwand für die Amtsausführung aufzubringen», sagte Struchen an der Medienkonferenz. Zudem würden immer mehr Schulgemeinden, unter anderem auch im Bezirk Dietikon, mit den Politischen Gemeinden fusionieren. Entscheidend für den Sinneswandel der Behörde war jedoch die Streichung des Investitionskredits für die Durchführung der Machbarkeitsstudie für das Schulraumprojekt «Vision 2030». Damit wollte die Schulpflege eine umfassende Immobilien-Strategie erarbeiten. «In Bezug auf den dringend benötigten zusätzlichen Schulraum und auf die unumgänglichen Liegenschaftensanierungen sind der Schulgemeinde nun die Hände gebunden. Die Planungsarbeiten mussten sistiert werden», sagte die Schulpräsidentin. Es sei nicht das Ziel der Schule, dass ihre Bauprojekte abgelehnt und blockiert würden aufgrund des Themas Einheitsgemeinde. «So kommen wir nicht weiter. Die Schulpflege erachtet deshalb ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Schulraumplanung als Einheitsgemeinde in Zukunft als aussichtsreicher, um ihre Aufgaben und Interessen wahrzunehmen.»

Irmgard Struchen (CVP) Urdorfer Schulpräsidentin

Irmgard Struchen (CVP) Urdorfer Schulpräsidentin

Neue Gemeindeordnung soll Schule Autonomie gewähren

Als nächstes will die Schulpflege mit der Politischen Gemeinde zusammensitzen. «Eine neue gemeinsame Gemeindeordnung basierend auf der bereits zusammen mit der Politischen Gemeinde erarbeiteten Version aus dem Jahr 2016 ist anzustreben.» Struchen betonte: «Die neue Gemeindeordnung soll für die Schulpflege eine grösstmögliche Autonomie vorsehen.» Spätestens auf die neue Legislaturperiode im Jahr 2022 könnte Urdorf zur Einheitsgemeinde werden. Das letzte Wort hat aber das Stimmvolk. Es wird vorher über die neue gemeinsame Gemeindeordnung an der Urne befinden. Nur wenn die Stimmbürger diese annehmen, ist der Weg für die Fusion frei.

Stämpfli zeigt sich zufrieden mit dem Einlenken der Schulpflege. «Es freut uns sehr, dass sich die Schulgemeinde mit diesem historischen Beschluss für einen neuen, gemeinsamen Weg mit der Politischen Gemeinde entschieden hat», sagt er. Stämpfli hatte vor, die Initiative «Gemeinsame Zukunft der Einheitsgemeinde Urdorf» mit über 100 Unterschriften nächste Woche einzureichen. Das wird nun nicht nötig sein. «Weil die Behörden nun freiwillig zusammenarbeiten wollen, entfällt die Abstimmung über die Erheblichkeit, also darüber, ob eine gemeinsame Gemeindeordnung erarbeitet werden muss. Darum werden wir die Initiative nicht einreichen», sagt Stämpfli. Man behalte sich aber vor, diese bei Bedarf später einzureichen, sollte das Projekt aus irgendeinem Grund gestoppt werden.

Meistgesehen

Artboard 1