Dicht gedrängt stehen die Leute vor der reformierten Kirche. Drinnen probt noch der Chor. Dann kommen die Sängerinnen und Sänger heraus. «Wir kommen wieder», meint eine zum wartenden Publikum. Später in der Kirche ist jeder Platz besetzt. Auf dem Programm steht Musik aus der Barockzeit und Mozarts Missa brevis.

Festlich gekleidet in Schwarz – die Damen mit rotem Schal, die Herren mit entsprechender Fliege – wartet der Chor dann auf seinen ersten Einsatz. Sarka Cernochova ist die Freude am Dirigieren ins Gesicht geschrieben.

Die Sängerinnen und Sänger folgen konzentriert ihren Anweisungen. Jeder Einsatz sitzt. Die Musik schwillt an und wird leiser, ganz so, wie die Dirigentin es will.

Wie bringt es ein Laienchor auf dieses Niveau? «Wir haben eineinhalb Jahre für dieses Konzert geprobt», sagt Präsidentin Verena Krähenbühl. Viele Sängerinnen und Sänger sind bereits viele Jahre dabei.

Das merke man, sagt Sarka Cernochova, das gebe Routine. «Der Chor lernt schneller und kann anspruchsvollere Stücke singen.» Erst sollten es nur Buxtehude und Mozart sein. Weil der Tenor dann aber zu wenig Arbeit gehabt hätte, habe man sich zusätzlich noch für Händel entschieden.

Cernochova, seit 15 Jahren Dirigentin des Kirchenchors, weiss, was sie von ihrem Chor gefordert hat: «Händels Musik ist harmonisch, sprachlich und vom Zusammenklang her sehr, sehr anspruchsvoll.»

100-Jahr-Jubiläum steht bevor

Der Kirchenchor Weiningen wird 2017 sein 100-jähriges Bestehen feiern. Dann sei eine Aufführung geplant, verrät Verena Krähenbühl und fügt an: «Wir suchen dringend noch Tenöre.»

Mit den beiden Aufführungen in Geroldswil und Weiningen ist sie sehr zufrieden. Das kann auch der Sänger Eduard Sidler aus Unterengstringen bestätigen. 16 Jahre hat er den Chor selber geleitet. Seither ist er da, wenn man ihn braucht. «Wir haben uns seriös auf dieses Konzert vorbereitet. Dann macht das Singen viel Freude», sagt er.

Der Chor wird begleitet vom Orchester La Chapelle Ancienne. Die Musiker spielen auf historischen Instrumenten. Es ist ihr Ziel, Werke des Barock, der Klassik und Romantik auf jenen Instrumenten aufzuführen, für welche diese Musik geschrieben wurde.

Von höchster Klasse sind auch die Solistinnen und Solisten des Abends. Jennifer Lynn Rouse, Silke Gäng, William Lombardi und Ludovic Allenspach kennen die grossen internationalen Bühnen.

An diesem Abend verzaubern sie mit ihren schönen Stimmen die Weininger Kirche. Mit Mozarts Laudate Dominum klingt das Konzert ganz leise aus. «Bitte dann nicht mehr klatschen», beschwört Dirigentin Cernochova das Publikum. Vergebens – das Konzert war einfach zu schön.