Schlieren

Eine Wellnessoase oder doch eher eine Eventhalle?

Die Bevölkerung diskutiert über mögliche Nutzungsszenarien des Stadtzentrums. Der erste von zwei Workshops diente dazu, ergänzende Ideen und Wünsche der Bevölkerung zur Umgestaltung des Stadtkerns zu sammeln.

Wie soll sich das Schlieremer Zentrum in Zukunft präsentieren? Was braucht es, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken, den Stadtkern zu beleben und die Aussenwahrnehmung zu verbessern? Diese Fragen diskutierten rund 60 Personen aus der Bevölkerung in einem Workshop, zu dem die Stadt eingeladen hatte. «Es ist eine produktive Energie spürbar», sagte Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP). Man merke, dass die Lust vorhanden sei, sich mit der Zentrumsentwicklung auseinanderzusetzen und auf Ergebnisse hinzuarbeiten.

Auf Vision folgt Partizipation

Der Schlieremer Stadtrat und die Verwaltung wollen die Bevölkerung in die Entwicklung des Stadtzentrums einbeziehen. Dies, nachdem sie Mitte Mai ein mutiges Projekt mit dem Titel «Destination Schlieren» präsentierten: Geplant ist eine Event- und Businesshalle für 3000 bis 6000 Personen, die vom Event-Veranstalter X-Tra betrieben wird und für Parlamentssitzungen sowie Vereinsanlässe zur Verfügung steht.

Das neue Zentrum, das bis 2020 entstehen soll, komplettieren ein Geschäftshochhaus mit Hotelleriebetrieb, ein Parking unter dem Stadtplatz, ein Kulturplatz und der Stadtpark. Entwicklerin des Projekts ist die Immobilienfirma Halter.

Der erste von zwei Workshops diente dazu, ergänzende Ideen und Wünsche der Bevölkerung zur Umgestaltung des Stadtkerns zu sammeln, liess aber auch Platz für alternative Nutzungsszenarien, die von der «Destination Schlieren» abweichen. Diese Vorschläge sollen an einem zweiten Workshop im August beurteilt werden, damit eine mehrheitsfähige Vision «Zentrum Schlieren» entstehen kann.

Gruppen beurteilten Szenarien

Zu Beginn des Abends stellten Brühlmann, Bauvorstand Jean-Claude Perrin (SVP), Finanz- und Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (FDP), Stadtingenieur Manuel Peer, Stadtentwicklerin Barbara Meyer sowie Gianfranco Basso von Halter Entwicklungen und Jürg Burkhardt von X-Tra die «Destination» detaillierter vor. Moderiert wurde der Workshop von Bernadette Breitenmoser.

Danach sammelte das Plenum ergänzende Ideen und alternative Nutzungsszenarien für die Zukunft des Schlieremer Zentrums. Dabei wurden einige Ersatz- oder Komplementäreinrichtungen genannt, die sich die Anwesenden am Stadtplatz vorstellen könnten. Die Vorschläge reichten von einem Museum à la Fondation Beyeler über ein Schulhaus oder ein Musikpavillon bis hin zu einem erweiterten Stadtpark oder einer Wellnessoase.

Ein grosser Wurf für Schlieren

Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, dass die Umstrukturierung eine belebende Wirkung auf den Stadtkern haben soll. Ausserdem will man damit auch die Aussenwahrnehmung der Stadt Schlieren verändern. Mehrfach fiel das Votum, dass die geplante Eventhalle kleiner und den lokalen Bedürfnissen entsprechend dimensioniert werden sollte.

In sechs Gruppen diskutierten und werteten die Stadtbewohner dann die wichtigsten Nutzungsszenarien, bevor sie mit Klebepunkten an Flipcharts jene markieren konnten, deren Weiterverfolgung ihnen als wichtig erscheint.

Das Resultat: Neben der mit ergänzenden Vorschlägen angereicherten «Destination Schlieren Plus» sehen die Workshop-Teilnehmer auch eine kommunal dimensionierte Halle, einen erweiterten Stadtpark, sowie ein Sport- oder Wellnessbetrieb als diskutable Einrichtungen, die dereinst das Schlieremer Zentrum bereichern könnten. Sie kommen am zweiten Workshop im August erneut aufs Tapet. «Im Mittelpunkt steht dann wohl die Diskussion, ob eine grosse Eventhalle oder eher eine kleinere Halle angestrebt werden soll», sagte Peer abschliessend.

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