Schlieren
Eine unerbittliche Anzeigetafel machte ein Cupfinal-Spiel unvergesslich

Die Limmattaler Frauenfussballikone Irma Van der Ploeg erzählt von einem denkwürdigen Tag in der Geschichte des FC Schlieren im Jahr 2009. Damals fand ein Cupspiel gegen Thun im Stade de Suisse in Bern statt.

Raphael Biermayr
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Irma Van der Ploeg (im Clubhaus des FC Schlieren) mit einer Abbildung des Schlieremer Fansektors am Cupfinal im Stade de Suisse.bier

Irma Van der Ploeg (im Clubhaus des FC Schlieren) mit einer Abbildung des Schlieremer Fansektors am Cupfinal im Stade de Suisse.bier

Für mich bedeutete die Qualifikation unseres Frauenteams für den Cupfinal grosse Freude, verbunden mit einer Menge Arbeit. Beide Klubs erhielten vom Verband 600 Tickets für das Stade de Suisse in Bern. Bald einmal fanden wir heraus, dass das etwas gar viele sind für einen Dorfverein. Weil die Tickets auch für den Männercupfinal Gültigkeit hatten, erhielten wir Anfragen von Sion-Fans, die im Anschluss an den Frauencupfinal gegen YB spielten. So konnten wir etwa die Hälfte der Tickets weiterverkaufen. Dank der Einnahmen deckten wir unsere Auslagen. Denn für das Finalspiel wurden unter anderem neue Trikots gedruckt. Wir charterten zwei Cars nach Bern für die Fangruppen aus Schlieren. Das Frauenteam reiste mit dem Schweizer Nati-Car an, dies, weil der Chauffeur Sheila Loosli noch einen Gefallen schuldete.

Vor dem Spiel gegen Thun stimmte eigentlich alles. Trainer Giuseppe Capozzolo war topvorbereitet auf den Final. Die Frauen waren gut drauf. Alles war gut – bis das erste Tor fiel. Danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Ein Gegentor fiel nach dem anderen. Es wurde immer schlimmer. Dann kam eine schwache Schiedsrichterleistung. Zur Pause lag Schlieren mit 0:6 hinten. Ich wäre froh gewesen, es wäre schon der Schlusspfiff erklungen. Die Frauen taten mir leid. Am Ende stand es 0:8, von der grossen Anzeigetafel leuchtete das unerbittlich entgegen. Nach dem Schlusspfiff und einer kleinen Erholungspause lachten die meisten bereits wieder. Die Spielerinnen freuten sich, dass sie so weit gekommen waren. Der Trainer aber war nicht mehr zu sehen.

Die Schlieremer Fans hatten einen Riesenlärm auf der Tribüne gemacht, auch wenn das Spiel so schlecht gelaufen war. Alles in allem war es ein unvergesslicher Tag – trotz des Spiels.