Schlieren
Eine Umfrage der SP zeigt hohe Zufriedenheit der Schlieremer

78 Prozent der Schlieremer Bevölkerung fühlt sich in der Gemeinde wohl bis sehr wohl. Geschätzt wird die Nähe zur Stadt Zürich aber auch das Naherholungsgebiet. Bemängelt werden der hohe Ausländeranteil und die Zubetonierung der Stadt.

Markus Rohr
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Was den Schlieremern an ihrer Stadt gefällt und was nicht – alles auf einen Blick
8 Bilder
Das hohe Verkehrsaufkommen in Schlieren liegt vielen der befragten Personen auf dem Magen Bild: Jürg Krebs
Laut Umfrage empfinden viele Schlieremer den Bahnhof als unsichersten Ort Bild: Katja Landolt
Viele Schlieremer wünschen sich eine Wiederholung des Schlierefäschts Bild: Nicole Button
Vielen Schlieremern stösst die rege Bautätigkeit sauer auf Bild: Stadt Schlieren
Vielen Schlieremern ist der hohe Ausländeranteil ein Dorn im Auge Bild: Daniel Winkler
Die Schlieremer lieben ihre Stadt für die Naherholungsgebiete, speziell natürlich die Limmat Bild: Christian Murer
Mit am besten gefällt den Schlieremern die Naherholungsgebiete und Grünflächen Bild: Nicole Button

Was den Schlieremern an ihrer Stadt gefällt und was nicht – alles auf einen Blick

AZ

Dies ergab eine von der Sozialdemokratischen Partei (SP) durchgeführte Umfrage im letzten Herbst. Von den 16‘000 Einwohnern haben sich 1284 an der Umfrage beteiligt, wobei die Frauen und die über 70-Jährigen leicht überrepräsentiert sind. Unbekannt ist die Parteizugehörigkeit der Antwortenden. 60 Prozent lebt seit mehr als zehn Jahren in Schlieren.

Die Nähe zu Zürich wird geschätzt

Auf die Frage, „wie wohl fühlen Sie sich in Schlieren?" haben 30% mit „sehr wohl" und 48% mit „wohl" geantwortet. Je rund 21% der Antwortenden gefällt das Naherholungsgebiet respektive die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr verbunden mit der Nähe zur Stadt Zürich am besten.

Hauptkritikpunkte sind der hohe Ausländeranteil (23%), die rege Bautätigkeit verbunden mit der Zubetonierung der Stadt (17%) sowie der Verkehr (11%). Erwähnt werden aber auch die Gewalt sowie der schlechte Ruf der Stadt. Schlieren hat mit 43.6% (2010) den höchsten Ausländeranteil aller Zürcher Gemeinden. Es gehe nicht darum, den Ausländeranteil zu senken, sondern die Integration der Ausländer zu verbessern, sagte Pascal Leuchtmann, SP-Fraktionspräsident an der Medienkonferenz.

Der Bahnhof ist ein unsicherer Ort

Die Schlieremerinnen und Schlieremer fühlen sich insbesondere am Tag sicher in ihrer Stadt, 57% sogar sehr sicher. Für nur die Hälfte der Frauen und zwei Drittel der Männer ist man in der Stadt jedoch auch nachts sicher. Anpöbeleien und Jugendgewalt werden dabei als grösstes Gefahrenpotential angesehen.

Als besonders unsicherer Ort wird das Bahnhofareal empfunden. Drei von zehn Personen erwähnen dies im Fragebogen, und zwar ungestützt. Dies zeigt nach Ansicht der SP, dass es sich „um ein ernst zu nehmendes Problem" handelt.

Es fehlt an genügend Einkaufsmöglichkeiten

Der Autolärm stört am meisten

Trotz hervorragender Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist für 37% der Befragten das Auto das wichtigste Verkehrsmittel. Es werden mehr Zonen mit Tempo 30, eine Fahrplanverbesserung beim Bus sowie bessere Velowege gefordert. Das Auto ist in Schlieren die bedeutendste Quelle für unangenehmen Lärm, gefolgt von Lärm durch Flugzeuge und die Eisenbahn. 15% der Befragten fühlen sich „oft" durch Lärm belästigt, 13% sogar „sehr oft", und 55% „manchmal". Ruhe finden die Schlieremerinen und Schlieremer im Wald, zu Hause, an der Limmat, im Stadtpark, auf dem Friedhof und „mit Ohrenstöpseln", wie elf Befragte antworteten.

Nach Aussagen von Béatrice Bürgin, SP-Parteipräsidentin, geht es nun darum, aus der Umfrage die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und politisch aktiv zu werden.