«Tausend Dank», «Ich finde es unbeschreiblich toll» - die Ankündigung der Ärzte des Tierärztlichen Notfalldienstes Zürich West und Limmattal, gemeinsam das grausame Töten von Strassenhunden in Rumänien zu bekämpfen, hat eine grosse Solidaritätswelle ausgelöst.

Die Kommentarspalten auf der Homepage der Limmattaler Zeitung sind voll von Lob für das Engagement. Die Tierärzte wollen das Töten nicht nur mit finanzieller Unterstützung und Medikamenten bekämpfen, sondern auch mit persönlichen Einsätzen vor Ort.

Besonders der Dietiker Tierarzt Josef Zihlmann und seine Frau werden in den Kommentaren herausgehoben. «Das grossartige Engagement von Silvia und Josef Zihlmann erstaunt mich nicht. Beide haben einen grossen Respekt vor jedem Lebewesen», schreibt ein Kommentator.

EU wird mitverantwortlich gemacht

Hart ins Gericht gehen die Leser hingegen mit den rumänischen Behörden. So führte Präsident Traian Basescu kürzlich eine neue Regelung ein: Tierheime müssen die streunenden Hunde nun nur noch 14 Tage aufnehmen und pflegen.

Danach dürfen sie getötet werden, wenn bis dahin noch kein neuer Besitzer für das Tier gefunden wurde - selbst wenn die Hunde gesund sind. «Es ist unvorstellbar grausam, was in Rumänien mit den Hunden und Katzen passiert.

Die Korruption in diesem Land ist so gross», heisst es in einem weiteren Kommentar. Leider scheine es keinen zu interessieren, was mit den EU-Geldern, die für die Tiere bezahlt werden, geschehe. Sie würden in die Taschen der Politiker und nicht für die Kastrationsprojekte und Tierheime verwendet.

Aber auch die EU selber bekommt ihr Fett weg. «Wo bleibt die EU», fragt ein Leser und fordert: «Macht mal euren Job.» Die wahren Schuldigen für diese Tierquälereien seien die EU-Politiker, meint eine andere Kommentatorin. Eine weitere Leserin fordert gar, dass Rumänien aus der EU ausgeschlossen werden sollte.

Die meisten Kommentatoren verleihen mit ihren Einträgen ihrer Ohmacht und Abscheu Ausdruck. «Ich bin fassungslos und schockiert über solch eine verachtende Weise, über Lebewesen zu richten», heisst es beispielsweise. Es sei nicht zu ertragen, was mit den armen Hunden passiere, ist andernorts zu lesen.

Hoffen auf mehr Solidarität

Angesichts der grausamen Berichte aus Rumänien fordern viele Kommentatoren, mit dem Töten sofort aufzuhören. «Diese sinnlose und grausame Mordlust an unschuldigen und wehrlosen Tieren und die Geldgier, die dahinter steckt, müssen sofort ein Ende haben», schreibt eine Leserin.

Viele hoffen, dass weitere Tierärzte dem Beispiel ihrer Limmattaler Kollegen folgen. «Tierärzte in Europa, gemeinsam könnt ihr viel bewirken. Es ist eure ethische und moralische Verpflichtung für die Schwachen und Hilflosen einzustehen», heisst es in einem Kommentar. Zudem wird verschiedentlich darauf hingewiesen, dass es auch in anderen Ländern üblich sei, Strassenhunde brutal zu töten.