Dietikon

«Eine solch volle Kirche würde ich mir auch einmal wünschen»

Die Stadtmusik sorgte in der reformierten Kirche für volle Bänke.

Die Stadtmusik sorgte in der reformierten Kirche für volle Bänke.

Mit einer Stil-Weltreise konzertierte die Stadtmusik Dietikon in der übervollen reformierten Kirche. Es gab Rosinen von Rockdinosauriern und spannende Stücke auch für Junge.

Fulminant eröffnete die Stadtmusik Dietikon (SMD) ihr diesjähriges Kirchenkonzert mit dem Stück «Semper Liberi – Wir werden immer frei sein». Über einem raffiniert verwobenen Klangteppich erklang dabei eine Fanfare der besonderen Art. Geleitet wurde das 23.Kirchenkonzert von Musikdirektor Franz Honegger. Das nächste Stück von Rossini leitete Vizedirigent Kurt Vogel. Anschliessend folgte «The Best of Yannis Markopoulos» in einem Arrangement des Belgiers Marcel Peeters. Wer die griechische Volksmusik mit der typischen Instrumentation kennt, war bass erstaunt, wie Peeters den aussergewöhnlichen griechischen Sound gekonnt für Blasmusikorchester umsetzte.

Rosinen von Rockdinosauriern

Mit dem Soundtrack «Das Boot» von Klaus Doldinger lancierte die SMD einen der Höhepunkte ihrer Stil-Weltreise. «Das Boot» handelte von der letzten Fahrt eines deutschen U-Bootes im Zweiten Weltkrieg. «Symphonic Rock» hiess dann das nächste Highlight des 45-jährigen Komponisten Gilbert Tinner.
Der St.Galler pickte sich die Rosinen von zwei Rockdinosauriern heraus – nämlich Hits der Gruppen Queen und Genesis – und liess diese im symphonischen Stil erklingen, ohne aber auf den modernen Rhythmus und die typischen Rockinstrumente zu verzichten.

Den Abschluss des Kirchenkonzertes machten die beiden Stücke «The Greatest Hits of Mozart» sowie der «Triumphmarsch» aus «Aida» von Giuseppe Verdi. So erklangen die bekanntesten und beliebtesten Melodien Mozarts im zeitgemässen Unterhaltungsstil. Und eben mit «Aida an der Limmat» – wie es Moderator Roland Debrunner mit seinen informativen und oft witzigen Ansagen formulierte – verabschiedete sich die SMD nicht ohne die obligate Zugabe.

Spannende Stücke auch für Junge

Der 15-jährige Manuel Zenoni meinte am Schluss des Kirchenkonzertes: «Am Anfang wollte ich eigentlich gar nicht gehen, obschon mein Vater bei der SMD Trompete spielt.» Schlussendlich habe es ihn total überrascht, wie spannend die Stücke auch für junge Leute gewesen seien. «Ich bin auch stolz auf meinen Vater», bemerkte der Drittsekundarschüler, der doch eher viel lieber Rock und Hip-Hop hört. «Mir gefiel vor allem die Zusammenstellung des Konzertes.

«Es sind für mich einzelne Juwelen», sagte Konzertbesucherin Regula Bizzozero. Vom Arrangement «The Greatest Hits of Mozert» sei sie besonders fasziniert gewesen. «Im Grunde genommen haben mir alle Stücke mitsamt der guten Stimmung gefallen», liess die Mutter des Schlagwerk spielenden Luciano durchblicken. Der 16-jährige Schlagzeuger selber betonte: «Es hatte gute Stücke darunter, doch ‹Symphonic Rock› fand ich am Coolsten.»

Auch Elisabeth Berner, Kirchenmusikerin an der reformierten Kirche in Dietikon, war beeindruckt: «Das abwechslungsreiche Programm fand ich sehr gut sowie auch die verschiedenen Stile und die unglaubliche Präzision des Dirigenten und der Aufspielenden.» Am besten habe ihr «Das Boot», die Zugabe sowie die Moderation gefallen. Und die Organistin weiter: «Eine solch volle Kirche würde ich mir auch einmal wünschen», ergänzte sie, «nicht einmal an Weihnachten haben wir so viele Menschen im Gotteshaus.»

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