Limmattal

Eine Skateranlage, ein Basketballfeld oder Urban Gardening — neue Projekte für die Regionale

Das Beste, was man auf der alten Badenerstrasse in Schlieren machen kann, ist natürlich das Schlierefäscht. Und sonst? Das wird jetzt geklärt.

Das Beste, was man auf der alten Badenerstrasse in Schlieren machen kann, ist natürlich das Schlierefäscht. Und sonst? Das wird jetzt geklärt.

Die Regionale Projektschau Limmattal beteiligt sich an der Planung der neuen Schlieremer Mitte.

Das Schlierefäscht-Jahr neigt sich dem Ende zu. Wer über die alte Badenerstrasse schreitet und den Wagi-Speisewagen WR.8952 erspäht, erinnert sich daran, wie er in der Festzeit erstmals im Einsatz stand. Nun wartet er auf seinen nächsten Auftritt als Sommerbeiz im kommenden Jahr. Daneben liegt die alte Badenerstrasse, die per 2. August 2018 ihres Zwecks beraubt wurde, als Stadträtin Manuela Stiefel (parteilos) die neue Badenerstrasse vor dem Park­side eröffnete. Seither kann die alte den Anschein einer Planungsleiche machen.

Jetzt folgt ihre vorläufige Wiedergeburt. Denn nun sollen zeitlich befristete Nutzungen auf der frei gewordenen Kantonsstrasse stattfinden. Denkbar wäre zum Beispiel eine temporäre Skateranlage, ein Basketballfeld oder Urban Gardening im grösseren Stil. Die Stadt wird dazu aufrufen, Ideen einzureichen. Deren Umsetzung wird wichtige Hinweise dafür liefern, wie das betreffende Stadtgebiet dereinst definitiv gestaltet werden soll. «Testphase Schlieremer Band» nennt die Stadt ihr Projekt. Es wurde sozusagen bereits geadelt: Die Regionale Projektschau Limmattal (kurz: Regionale 2025) hat das Projekt als eines von drei neuen in seine Projektliste aufgenommen.

Nichts vorspuren, sondern auf die Bevölkerung hören

«Hier wird, bevor man etwas umsetzt, zuerst mit der Bevölkerung ausprobiert, welche Nutzungen interessant sein könnten. Das ist innovativ. Meistens wird bei solchen Planungen einfach ein Landschaftsarchitekturwettbewerb mit zahlreichen Vorgaben durchgeführt, die schon vieles vorspuren», sagt der Regionale-2025-Geschäftsleiter Peter Wolf. Solche partizipativen Planungen sind derzeit das Mass aller Dinge. Ein Beispiel ist der Dietiker Stadtentwicklungsdialog, der dem Bezirkshauptort zu attraktiveren Freiräumen verhilft und für den das Dietiker Parlament vor einer Woche im Budget 2020 sogar mehr Geld als beantragt gesprochen hat. Ein anderes war die Planung des Schlieremer Spielplatzes Schärerwiese.

Ist das Limmattal ein Heimattal oder nicht?

Das zweite von der Regionale 2025 neu aufgenommene Projekt heisst «Heimattal» und wurde vom Badener Museums- und Ausstellungsmacher Martin Handschin eingereicht. Es betrifft das ganze Tal, da es dem Heimatbegriff der Limmattaler Bevölkerung auf die Spur kommen will. Brauchen wir eine Heimat? Wo beginnt, wo endet und wie entsteht sie? Solche Fragen werden im Fokus stehen. Im Limmattal, das in Stadt und Land, linkes und rechtes Ufer, Tal und Berg, Zürich und Aargau, in Alteingesessene und Neuzuzüger, Junge und Alte und Schweizer und Ausländer aufgeteilt ist, steht jetzt schon fest, dass die Antworten sehr vielschichtig sein werden.

Das Projekt ist ergebnisoffen und partizipativ, wie Carmen ­Simon, Projektleiterin Kultur und Gesellschaft der Regionale 2025, sagt: «Wir wollen nichts vorgeben, sondern das mit den Leuten entwickeln.» Wichtige Orte der Begegnung werden aber voraussichtlich Ortsmuseen, Bibliotheken und Schulen oder auch Vereine sein. Und das Resultat? «Alles ist möglich. Von einer Publikation über eine Ausstellung, Kunstinstallation oder Performance bis hin zu einem Podium.» Ist der Heimatbegriff überhaupt ein grosses Thema für die Limmattalerinnen und Limmattaler? Auch diese Frage werde das Projekt diskutieren, sagt Simon.

Das dritte von der Regionale 2025 neu aufgenommene Projekt ist der «Park am Wasser» in Höngg. Der Park soll bis Mitte 2022 fertiggestellt werden. Das Ziel ist, Erlebnisse direkt an der Limmat zu fördern.

Die Regionale 2025 wird von den Kantonen Zürich und Aargau sowie von 16 Limmattaler Städten und Gemeinden getragen. Die Stadt- und Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten sitzen auch im Vorstand des Vereins, dessen Geschäftsstelle im Dietiker Altbergquartier liegt. Präsidiert wird der Verein von der Urdorfer alt Kantonsratspräsidentin Brigitta Johner.

Die Regionale 2025 hat sich – auch dank der Zwischenschau 2019 – immer mehr etabliert. So gab der Schlieremer Stadtrat am Mittwoch bekannt, dass er beschlossen hat, die Mitgliedschaft im Verein bis 2025 zu verlängern. Er bewilligte dafür 9500 Franken pro Jahr. Neben der «Testphase Schlieremer Band» gibt es schon länger zwei andere Projekte, die explizit Schlieren betreffen: das kantonale Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt «Limmatbogen Schlieren» sowie die Weiterentwicklung des Gaswerkareals, wo mit der Stadt ­Zürich zusammengearbeitet werden muss. «Es zeigt sich, dass die Dynamik unvermindert anhält und dass die grenzüberschreitende Entwicklung des Limmattals Realität ist. Der regionale Fokus der Projektschau soll unbedingt weiter verfolgt werden, da nach wie vor viele Herausforderungen überkommunal anzugehen sind», hält der Schlieremer Stadtrat in seinem Beschluss fest.

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