Lehrstellensuche
Eine Schulklasse in Dietikon wagt das Speed Dating Experiment

20 Minuten müssen reichen, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Sekundarschüler versuchten, Limmattaler Firmen ihr Potenzial als zukünftige Lernende anzupreisen.

Flurina Dünki
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Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen
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Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen
Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen
Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen
Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen
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Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen
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Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen

Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen Schüler der dritten Sekundarklasse Luberzen erhalten die Chance, sich Firmen innert wenigen Minuten vorzustellen

Der Schüler im blauen Kapuzenpullover wirkt etwas nervös. Seine Antworten gibt er leise. Kein Wunder, wird er doch gerade von drei Vertretern der Baugewerbebranche in die Mangel genommen. An weiteren acht Tischen im Saal der Dietiker Schuleinheit Luberzen spielten sich ähnliche Szenen ab.

Personal- und Lehrlingsverantwortliche von Limmattaler Firmen wie Planzer, Pestalozzi oder der Wiederkehr AG sitzen Schülerinnen und Schülern der dritten Oberstufe gegenüber, die Interesse an einer Lehrstelle in ihrem Betrieb bekunden.

20 bis 30 Minuten dauert ein Gespräch, danach geht die Schülerin zurück in den Unterricht und eine andere präsentiert sich der Firma. «Herr Cincera hat mir viel über seine Firma erzählt und gesagt, dass ich vor der Zusage zum Schnuppertag noch einmal darüber schlafen soll», sagt Sarah Di Giorgio, die gerade ein Gespräch mit MC Beschriftungen hinter sich hat. Weil sie im Zeichnen gute Leistungen erbringe, habe sie sich für das Gespräch mit dem Grafikerunternehmen entschieden.

Den Ernstfall erfahren

«Vor zwei Monaten haben Freiwillige mit den Schülern Bewerbungsgespräche simuliert, die wir gefilmt haben», sagt Oberstufenlehrerin Andrea Kengelbacher. Die Klassenkameraden hätten danach die Aussagen sowie Gestik und Mimik der Gefilmten beurteilt. Aus diesem Projekt sei die Idee entstanden, dieselbe Situation mit richtigen Unternehmen zu wiederholen.

Um ihre Schüler auf die Bewerbungssituation vorzubereiten, liess Kengelbacher, die auch Schulleiterin Primarstufe und Kindergarten im Luberzen ist, sie während mehrerer Deutschstunden Lebensläufe mit speziellem Layout erstellen. Zudem hatten sie Gelegenheit, über die Firmenwebseite Informationen über das gewählte Unternehmen einzuholen.

«Gewisse Firmen haben heute mehr Mühe bei der Lernendensuche als früher», sagt Anton Kleiber, Oberstufen-Schulleiter des Luberzen. Einerseits hätten sich die Interessen der Jugendlichen geändert, andererseits seien die Anforderungen an gewisse Ausbildungsgänge wie etwa Maschinenbauer in den letzten Jahren gewachsen, weshalb diese Firmen höher qualifizierte Schulabgänger als früher einstellten.

Nicht nur Nervosität sprach gestern Vormittag aus den angehenden Lernenden. Einige Schülerinnen wollen vom potenziellen Lehrmeister wissen, was ihnen die betreffende Lehrstelle bieten kann. «Welche Aufstiegsmöglichkeiten habe ich als Werbetechnikerin», wird Martin Cincera von der Firma MC Beschriftungen gefragt. «Ich möchte mich in meiner Arbeitsstätte wohlfühlen können», hört Rita Silvestri, Lehrlingsverantwortliche bei der Informatikfirma Graphax.

«Die Oberstufenschüler müssen gut auf die ersten Bewerbungsprozesse ihrer Karriere vorbereitet werden», sagt Kleiber. Die Personalverantwortliche werde dem jungen Bewerber Fragen stellen wie: «Weshalb hast du in Mathematik nur eine drei? Weshalb steht diese Bemerkung unter ‹Betragen›?» Im Gespräch mit Firmenvertretern hätten die baldigen Schulabgänger die Gelegenheit, den Ernstfall zu proben oder gar einen ersten positiven Eindruck zu hinterlassen.

«Von den heutigen Schulabgängern wird deutlich mehr verlangt als zu Zeiten, als ich meine Lehre gemacht habe», sagt René Ungricht, Inhaber der Ungricht-Salonkette. Anders als früher sei gutes Auftreten und die Fähigkeit, sich verkaufen zu können heute essenziell im Coiffeurberuf.

Projekt könnte Schule machen

Manche Firmen hätten im November ihre Lehrlingsrekrutierung für 2017 schon abgeschlossen, seien aber sehr interessiert daran, im kommenden Jahr mitzumachen, sagt Kleiber. Die zweite Durchführung im Jahr 2017 kann sich Schulleiter Kleiber deshalb schon im Frühherbst vorstellen. Vielleicht sogar als Gesamt-Dietiker-Anlass, an dem auch Sekundarschüler des Schulhauses Zentral teilnehmen können.

Marica Maranovic hat ihr Gespräch am Graphax-Tisch hinter sich: «Die HR-Dame war ein bisschen streng.» Eingeschüchtert hat die 15-Jährige das jedoch nicht. «Ich bin stolz auf mich und hatte keine Angst.»