Tamara Eichenberger
Eine Schlieremerin zeigt Asylsuchenden Zürich

Die 19-jährige Tamara Eichenberger aus Schlieren hilft Asylsuchenden im Rahmen einer Kampagne des Roten Kreuzes, sich in Zürich zurechtzufinden. Die junge Frau möchte den Asylsuchenden etwas von ihrem eigenen Glück weitergeben.

Kathrin Schneider
Merken
Drucken
Teilen
Tamara Eichenberger vor ihrem Plakat. Der 19-jährigen Schlieremerin bereitet die Arbeit mit den Asylsuchenden grosse Freude.

Tamara Eichenberger vor ihrem Plakat. Der 19-jährigen Schlieremerin bereitet die Arbeit mit den Asylsuchenden grosse Freude.

Kathrin Schneider

Am Samstag werden Asylsuchende den Zürcher Hönggerberg kennenlernen. «Ich will ihnen die ETH zeigen», sagt Tamara Eichenberger vom Jugendrotkreuz Kanton Zürich. Jeden zweiten Samstag organisieren Freiwillige solche Ausflüge im Rahmen des Projekts «Discover Zürich».

Eichenberger ist eine von 17 Freiwilligen und Mitarbeitern, die das Zürcher Rote Kreuz im Rahmen einer Kampagne vorstellt. Unter dem Slogan «Das Limmattal hilft» ist sie in der ganzen Region auf Plakaten abgebildet.

Am Projekt «Discover Zürich», das unter anderen von Eichenberger betreut wird, können Asylsuchende aus dem Durchgangszentrum Oerlikon teilnehmen. Gezeigt werden beispielsweise Bibliotheken und Brockenhäuser. So kämen Asylsuchende einerseits zu fremdsprachigen Büchern, andererseits zu kostengünstigen Kleidern und Gegenständen, sagt Eichenberger.

«Wir haben viel gelacht»

Den eigentlichen Sinn ihres Engagements sieht die 19-jährige Schlieremerin jedoch im Sozialen. «Beim letzten Ausflug haben wir viel gelacht», erzählt sie und strahlt dabei übers ganze Gesicht. Die junge Frau möchte den Asylsuchenden etwas von ihrem eigenen Glück weitergeben.

«Wir möchten diesen Menschen unsere persönliche Wertschätzung zeigen», ergänzt Anita Ruchti, Mediensprecherin des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) Kanton Zürich. Dem SRK gehe es in dieser Angelegenheit vor allem um Menschlichkeit, dem zentralen Wert in der Rotkreuzarbeit.

Bewegende Schicksale

Eichenberger liebt es, neue Leute kennen zu lernen. «Die Lebensgeschichten von Asylsuchenden bewegen mich sehr», sagt sie nachdenklich. Ein Mann habe ihr beispielsweise erzählt, dass er mit 200 anderen Flüchtlingen mehrere Tage auf einem winzigen Boot ausharren musste. Manche seien dabei freiwillig ins Wasser gesprungen, weil sie es nicht mehr ausgehalten hätten. «Diese Leute sind einfach ertrunken», sagt Eichenberger.

Sozial engagieren möchte sich die Schlieremerin auch weiterhin. «Ich plane bereits einen längeren Hilfseinsatz in Afrika», sagt sie. Am liebsten würde sie Kinder unterrichten oder Jugendliche betreuen.

Eichenberger hat selbst afrikanische Wurzeln, ihr Vater kommt von den Kapverden. «Eines Tages möchte ich vielleicht dorthin auswandern», sagt sie. Sie sei zwar erst einmal in der Heimat ihres Vaters gewesen. «Aber ich habe mich sofort in das Land verliebt.»