Oetwil
Eine richtige Wasserratte: Letztes Jahr war sie 189 Mal in der Limmat

Brigitte Geyer stammt aus Bayern. Dort erlebte sie die Flüchtlingsströme aus dem Osten hautnah mit. Nach dem Studium und einem USA-Aufenthalt zog sie 1997 aus beruflichen Gründen nach Genf. Später verschlug es sie ins Limmattal.

Margret Stöcklin
Drucken
Teilen
Als Wasserratte schwimmt Brigitte Geyer so richtig gerne in der Limmat.

Als Wasserratte schwimmt Brigitte Geyer so richtig gerne in der Limmat.

Limmattaler Zeitung

Aufgewachsen ist Brigitte Geyer in Bayern in einem kleinen fränkischen Dorf. Sich selbst charakterisiert sie als aufgeschlossen, humorvoll, hilfsbereit und vielseitig interessiert. Aufgrund all dieser Eigenschaften ist sie viel herumgekommen und hat praktisch alle Kontinente bereist. «Darum unterhalte ich auch Freundschaften auf der ganzen Welt. Dank der neuen Technologien sind wir ständig in Kontakt, was meinen Horizont erweitert», sagt Geyer.
Als kleines Mädchen hat sie die Flüchtlingsströme aus dem Osten noch hautnah miterlebt. Sie erinnert sich gut daran, dass in ihrem Elternhaus

17 Flüchtlinge lebten und ihre eigene vierköpfige Familie in einem einzigen Raum zusammengepfercht war. Alle Zimmer seien von vier bis fünf Personen bewohnt gewesen und die Küche hätten sich alle geteilt. «Ich weiss nicht mehr, wie wir das geschafft haben», sagt Geyer.

Dank der Unterstützung ihrer Eltern konnte sie das Gymnasium besuchen und das Abitur machen. Das befähigte sie dazu, in München Betriebswirtschaft zu studieren. Nach erfolgreichem Abschluss bot ihr das Unternehmen Texas Instruments eine interessante Stelle an. Zuerst wurde sie für drei Monate in die USA geschickt. Nach acht Jahren Tätigkeit wurde sie von der Firma Digital Equipment abgeworben und in deren europäische Zentrale nach Genf versetzt. So kam Geyer 1997 in die Schweiz.

30 Wohnungen angesehen

Als sich die Besitzverhältnisse ihres Arbeitgebers veränderten, wollte sie nicht länger bleiben und wechselte zur Firma Oracle nach Zürich, sodass sie sich nach einem neuen Daheim in der näheren Umgebung umsehen musste. Geyer: «Ich habe mir rund 30 Wohnungen in und um Zürich angeguckt. Wobei mir die Wohnung in Oetwil, mit Blick auf die Limmat, von Anfang an zugesagt hat, weil ich eine richtige Wasserratte bin. Ich liebe es, im Fluss zu schwimmen. Letztes Jahr war ich 189 Mal in der Limmat.»

Weil sie mit Haustieren aufwuchs, hätte sich die 66-Jährige am liebsten schon früher einen eigenen Vierbeiner zugelegt, was jedoch aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit nicht möglich war. Aber es gab verschiedene Episoden mit hilfsbedürftigen Tieren wie beispielsweise einem kleinen Entlein, dem sie das Leben rettete, oder Tieren, die sie an ihre Besitzer zurückführen konnte.

Die Katzen adoptieren sie

Vor zwölf Jahren lief ihr ein Kater zu. «Der hat mich richtiggehend adoptiert. Leider wurde er vor zwei Jahren überfahren. Kürzlich war ich im Tierheim Pfötli in Winkel, welches zur Stiftung von Susy Utzinger gehört, und wurde dort erneut von einer Katze adoptiert, die ich sinnigerweise Pfötli getauft habe», erklärt die Oetwilerin, welche sich, parallel zum Beruf, schon immer gerne für vielerlei Dinge interessierte. So hat sie sich zur Reiki-Meisterin ausbilden lassen. Reiki ist eine Behandlungsmethode aus Japan. Geyer sagt, sie habe damit schon vielen Menschen helfen können, die zum Beispiel unter Schulterbeschwerden oder Migräne litten.

Geyers Leben ist bis zum Rand ausgefüllt. Gerne kocht sie für Freunde, freut sich an deutscher und englischer Literatur sowie an Musik verschiedener Stilrichtungen. Bereits seit neun Jahren engagiert sie sich zudem in der katholischen Kirchenpflege Geroldswil.