Dietikon

Eine neue Überbauung im Zentrum, dafür kein Velohaus? Die Stadt prüfts

Auf dem Gebiet Schönegg soll eine neue Überbauung samt Dreifachturnhalle städtische Platzprobleme lösen.

Auf dem Gebiet Schönegg soll eine neue Überbauung samt Dreifachturnhalle städtische Platzprobleme lösen.

An der Gemeinderatssitzung vom Donnerstagabend hat der Dietiker Stadtrat sich bereit erklärt, zwei Ideen für neuen Wind im Zentrum unter die Lupe zu nehmen. Zur Debatte stehen eine flexibel nutzbare Überbauung und eine neue Zukunft für das Velohaus

Gleich für mehrere städtische Platzprobleme in Dietikon liegt mit der sogenannten «Idee Schönegg» eine mögliche Lösung auf dem Tisch. Am Donnerstag erklärte sich der Stadtrat bereit, das entsprechende Postulat der drei Gemeinderäte Lucas Neff (Grüne), Manuel Peer (SP) und Reto Siegrist (CVP) entgegenzunehmen und deren Idee zu prüfen.

Ihnen und 19 Mitunterzeichnenden schwebt auf dem Gebiet zwischen dem Zentralschulhaus, der Schöneggstrasse und der Bremgartnerstrasse Grosses vor: Eine neue, multifunktionale Überbauung auf dem zusammenhängenden stadteigenen Gebiet soll in einem ersten Schritt die Platznöte der Schule und der städtischen Verwaltung lindern, um dem Bau teurer Provisorien vorzubeugen.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll sie einer definitiven Nutzung zugeführt werden. Möglich wären dabei auch neue Wohnungen. Zudem sollen Vereine wie die Stadtmusik oder das Theater Dietikon in der Überbauung Platz finden — etwa in der im Projekt angedachten Dreifachturnhalle oder Aula. Weichen müssten für die neue Überbauung vier Häuser an der Schöneggstrasse.

«Dietikon ist eine Stadt. Und eine gute Stadt braucht grosszügige Strukturen», erklärte Postulant Lucas Neff gestern im Rat. Zudem führten solche «Leuchtturmprojekte» wie das vorliegende erfahrungsgemäss zu «Nachahmungstätern» im näheren Umfeld. Für die weitere Entwicklung des Dietiker Zentrums sei dies wichtig, so Neff.

Er betonte aber auch, dass die «Idee Schönegg» die Schulraumknappheit nur kurzfristig entschärfen solle und nicht als langfristiger Ersatz für das benötigte Schulhaus für die neuen Quartiere Limmatfeld und Niderfeld gedacht sei. Es solle lediglich die «zurzeit fehlende Handlungsfähigkeit wiederherstellen». Eine Diskussion über die Zumutbarkeit langer Schulwege wollten die Postulanten damit nicht abblocken.

«Dieses Haus ist finanzierbar»

Als «umfassend, flexibel und deshalb verantwortungsvoll», bezeichnete Reto Siegrist das Projekt. Flexibel sollten deshalb auch die Parlamentarier denken, wenn es zum Thema Finanzierung – die Postulanten rechnen mit Kosten von rund 45 Millionen Franken für den Bau und weiteren 25 Millionen für die Infrastruktur – komme, plädierte er. «Dieses Haus ist finanzierbar», erklärte er. Und fügte an: «Vom Mythos ‹Dietikon kann sich das nicht leisten› müssen wir wegkommen.» Denn einerseits entfielen beim sogenannten «Chamäleon« die Kosten für den Kauf von Land, da sich dieses bereits im Besitz der Stadt befinde; andererseits könne die Stadt damit viel Geld für unnötig werdende Provisorien sparen.

Zudem könne das Projekt zu «Zinssätzen, die ihresgleichen suchen», finanziert werden. Auch das künftige Rechnungslegungsmodell HRM2 werde der Stadt helfen, «die jährlichen Aufwandkosten substanziell zu reduzieren». Und zuletzt soll die Stadt langfristig auch etwas zurückbekommen: Die vorgeschlagene Wohnnutzung könne ihr nämlich dereinst als willkommene Einnahmequelle dienen.

«Wir hoffen, dass wir mit unserer Idee den Stadtrat inspirieren konnten», sagte Siegrist zum Schluss. Viel Überzeugungsarbeit hätten die Postulanten derweil gar nicht mehr leisten müssen: Schon im Vorfeld hatte die Exekutive in Aussicht gestellt, dass sie das Postulat entgegennehmen wolle – was sie gestern auch tat.

Für etwas Aufregung sorgte lediglich ein Nichtüberweisungsantrag von DP-Gemeinderat Martin Müller, den er nach einer kurzen Diskussion aber wieder zurückzog. Seine Meinung: «Als Schulhaus ist das Gebäude am falschen Ort.» Zudem wäre die Überbauung «nur eine weitere städtische Immobilie, die unterhalten und dereinst saniert werden will». Manuel Peer entgegnete: «Das geplante Haus ist kein Schulhaus – es ist ein Haus, das auch als Schulhaus genutzt werden kann, um die Schulraum-Misere, in der wir uns im Moment befinden, kurzfristig überbrücken zu können.»

Velohaus vor unsicherer Zukunft

Das Postulat von SVP-Gemeinderat Stephan Wittwer betreffend Velohaus am Bahnhofplatz nahm der Stadtrat gestern ebenfalls entgegen. Damit verpflichtet er sich, Wittwers Vorschlag zu prüfen, ob der «Glaspalast» entweder abgebrochen oder umgenutzt werden kann.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1