Limmattalbahn
Eine neue Bahn löst viele Baustellen aus

Das Grossprojekt Limmattalbahn hat verschiedene Auswirkungen auf den Strassenverkehr im Limmattal – eine Übersicht.

Sandro Zimmerli
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Zwischen Herbst 2017 und 2019 soll die Limmattalbahn realisiert werden.

Zwischen Herbst 2017 und 2019 soll die Limmattalbahn realisiert werden.

Tina Sturzenegger

Bei der Limmattalbahn AG steht man in den Startlöchern. Nächstens erwarten die Verantwortlichen die Bewilligung vom Bund für den Bau der ersten Etappe des Grossprojektes. Sie führt von Altstetten nach Schlieren und soll zwischen Herbst 2017 und Herbst 2019 realisiert werden. Auch die kantonale Baudirektion steht in den Startlöchern. Denn mit der Inbetriebnahme der Limmattalbahn, die ab 2022 bis Killwangen verkehren wird, soll der Durchgangsverkehr im Raum Schlieren/Dietikon in Ost-West-Richtung zukünftig über die Bernstrasse abgewickelt werden.

So wird der Verkehr während der Bauarbeiten geführt

Die verschiedenen Baustellen im Raum Schlieren bleiben nicht ohne Auswirkungen auf den Verkehr. Damit dieser möglichst wenig beeinträchtigt wird, ist eine Koordination der einzelnen Projekte unabdingbar. Bereits im Gang ist der Ausbau der Goldschlägistrasse. An diesem Knoten wird es im September nicht möglich sein, von der Bern- in die Unterrohrstrasse einzubiegen. Die Erschliessung erfolgt dann via Engstringerstrasse. Zu grösseren Umleitungen kommt es nächstes Jahr. Dann beginnt der Kanton damit, die Hallerkreuzung an der Bern- /Überlandstrasse auszubauen und die Schönenwerdbrücke neu zu erstellen. Um vom Knoten Schönenwerd zur Bernstrasse und umgekehrt zu gelangen, wird der Verkehr über die Badener- und die dann geöffnete Goldschlägistrasse umgeleitet. (zim)

Damit diese Verkehrsverlagerung bis dahin realisiert werden kann, werden bereits ab diesem Sommer verschiedene Kreuzungen und Strassen in Schlieren, Dietikon und Urdorf um- und ausgebaut. Welche das sind und wie die Baustellen miteinander koordiniert werden, darüber orientierten Vertreter des Kantons, der Limmattalbahn AG und der Stadt Schlieren an einer Informationsveranstaltung am Dienstagabend (siehe unten).

Gleichzeitig wurde auch erläutert, was auf Schlieren zukommt, wenn die erste Etappe der Limmattalbahn gebaut wird. So erklärte Jürg Stebler, Projektleiter Tiefbau der Limmattalbahn, dass es den Verantwortlichen ein Anliegen sei, die Auswirkungen der Bauarbeiten auf Anwohner und Gewerbe möglichst gering zu halten. So werde während der ersten Bauetappe eine Fahrspur pro Richtung immer offen bleibe. «Auf dieser wird auch der Bus verkehren. Es sind jedoch provisorische Haltestellen neben der Fahrspur geplant», sagte Stebler. Weiter hielt er fest, dass auch die Zugänge zu den Liegenschaften in der Bauphase gewährleistet seien.
Zwei Intensivbaustellen

Während im Herbst 2017 vor allem Vorbereitungsarbeiten getätigt werden, so Stebler, würden die Hauptarbeiten der ersten Etappe 2018 und 2019 stattfinden. «Dabei haben wir sogenannte Intensivbaustellen definiert», sagte Stebler. Es handle sich um die Grossbaustellen beim Schlieremer Stadtplatz und beim Farbhof. Erstere werde in den Sommerferien 2018 realisiert. «Dann wird es zu einigen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen», so Stebler. Gleiches gelte für den Umbau des Farbhofs, der ein Jahr später, in den Sommerferien 2019, realisiert werde.

Die ersten Arbeiten im Rahmen der verschiedenen Strassenbauprojekte des Kantons haben bereits begonnen. Viele werden ab kommendem Jahr realisiert. Eines der Schlüsselprojekte, die Untertunnelung der Engstringerkreuzung in ostwestlicher Richtung, wird erst realisiert, wenn der Bau der zweiten Etappe der Limmattalbahn im Gang ist.

Weiter soll während der gesamten Arbeiten an der ersten Etappe der Limmattalbahn auch der öffentliche Verkehr eine möglichst geringe Behinderung erfahren. Laut Stebler werden etwa Ersatzbusse für die Buslinie 31 und die Tramlinie 2 zum Einsatz kommen. Er versprach zudem, dass aktiv keine Umfahrungs- und Umleitungsrouten durch Wohnquartiere geführt würden. Dennoch «kann ich ihnen nicht versprechen, dass die erste Etappe gebaut wird, ohne dass sie beeinträchtigt werden», sagte Stebler. Vor allem in den Morgen- und Abendspitzen seien Verkehrsbeeinträchtigungen nicht auszuschliessen.

Geplantes Strassenbauprojekt

Geplantes Strassenbauprojekt

maps4news.com

1 und 2: Birmensdorfer-/ Feldstrasse Urdorf

Im Bereich Birmensdorfer-/ Feldstrasse plant der Kanton verschiedene Massnahmen. So wird ein neuer Kreisel an der Verzweigung der beiden Strassen gebaut. Überdies wird die Feldstrasse redimensioniert. Weiter werden unter anderem die Bushaltestellen behindertengerecht ausgebaut und die öffentlichen Beleuchtungen angepasst und erneuert. Gebaut wird vom April 2017 bis zum Mai 2019.

3: SBB-Brücke und Kreuzung Schönenwerd Dietikon

Auch den Knoten Schönenwerd in Dietikon will der Kanton optimieren. Ersetzt wird dort zum einen die Brücke über die Bahnlinie der SBB (Januar 2017 bis Dezember 2017). Neu wird zum anderen eine Geh- und Velowegverbindung vom Burgweg zur Bernstrasse realisiert (Juli 2017 – Dezember 2017). Überdies wird die Kreuzung Schönenwerd – also der Knoten Bern-/Zürcher- und Spitalstrasse umgebaut (Juli 2017 – Dezember 2018).

4: Hallerkreuzung (Bern-/Überlandstrasse) Schlieren

An der Verzweigung Bernstrasse und Überlandstrasse ist die Erneuerung der gesamten Kreuzung mit Anpassung der Kurvenradien geplant. Zudem will der Kanton eine zusätzlichen Fahrspur realisieren. Auf der sogenannten Hallerkreuzung ist zudem der Neubau der Lichtsignalanlage geplant. Die Realisierung dieses Projektes dauert voraussichtlich von diesem November bis in den August nächsten Jahres.

5: Goldschlägistrasse Schlieren

Die Arbeiten an der Goldschlägistrasse, die zu einer Verbindungsachse zwischen Badener- und Bernstrasse ausgebaut wird, haben bereits begonnen und werden im Herbst beendet. Das Projekt sieht vor, die Einmündung Bern-/ Unterrohrstrasse um den vierten Kreuzungsarm «Goldschlägistrasse» zu ergänzen. Auf der Bernstrasse wird eine zusätzliche Fahrspur gebaut. Neue Deckbeläge und eine neue Lichtsignalanlage sind auch geplant.

6: Engstringerkreuzung Schlieren

Ein Schlüsselprojekt ist die Untertunnelung der Engstringerkreuzung in ostwestlicher Richtung. Sie wird allerdings erst nach 2019 gebaut. Vorgesehen ist die Realisierung zwischen April 2020 und März 2022. Dann soll auch der Neubau eines Betonkreisels an der Kreuzung Engstringerstrasse/Rütistrasse erfolgen. Zudem ist der Neubau einer Strassenabwasserbehandlungsanlage vorgesehen.

7: Gaswerkbrücke Schlieren

Von Juni 2017 bis Oktober 2018 soll die Brücke über die Gaswerkstrasse verstärkt werden. Zudem ist ein Spurausbau geplant. Die Baudirektion erwartet, dass die Detailpläne im kommenden Herbst veröffentlicht werden können. Voraussichtlich wird der Regierungsrat das Projekt im Frühling nächsten Jahres festsetzen.

8: Gasometer (Bernstrasse) Schlieren

Geplant ist der Ausbau der Kreuzung Bern- und Gasometerstrasse mit einer Lichtsignalanlage. Zudem ist auf der Bernstrasse – auf einer Länge 540 Metern – eine Spurerweiterung vorgesehen. Weiter sind im Zuge dieses Vorhabens umfangreiche Werkleitungsausbauten geplant. Zudem wird eine neue, fremdfinanzierte Einmündung für die Kantonsapotheke erstellt. Die Arbeiten dauern von Mai 2017 bis Juni 2018.