Limmattalbahn
Eine neue Allianz wirbt für die Limmattalbahn

Ein ausserpolitisches Komitee will der Bevölkerung Informationen verschaffen, die nicht politisch gefärbt sind. Die Allianz Pro Limmattalbahn gründen alt Regierungsrätin Rita Fuhrer und alt Ständerat Thomas Pfisterer.

Florian Niedermann
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Alt Regierungsrätin Rita Fuhrer: «Wir wollen möglichst viele verschiedene Kreise einbinden.»

Alt Regierungsrätin Rita Fuhrer: «Wir wollen möglichst viele verschiedene Kreise einbinden.»

Zur Verfügung gestellt

Die Limmattalbahn erhält prominente Schützenhilfe. Alt Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP) und der Aargauer alt Ständerat Thomas Pfisterer (FDP) gründen eine Allianz Pro Limmattalbahn. Dies ergaben Recherchen der Limmattaler Zeitung.

Ziel dieses Zusammenschlusses verschiedener bekannter Exponenten der Limmattaler Bevölkerung ist es, die Öffentlichkeit besser über das Stadtbahnprojekt zu informieren. Losgelöst von politischen Couleurs und möglichst ohne emotionale Färbung wolle man die Bevölkerung mit Fakten zur Limmattalbahn versorgen, sagt Fuhrer. «Wir möchten aufzeigen, welche Vorteile die Limmattalbahn der Region, der Wohnbevölkerung aber auch dem Gewerbe bringt.» Dazu werde man an verschiedenen Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Limmattalbahn präsent sein und eine Website aufschalten, auf der Informationsmaterial zugänglich sei. Die Stadtbahn soll dereinst auf einer 13 Kilometer langen Strecke zwischen Altstetten und Killwangen verkehren. Der Baustart erfolgt voraussichtlich im Jahr 2017.

Unabhängigkeit ist wichtig

Wichtig ist den Gründern der Allianz, dass das Komitee unabhängig von der Limmattalbahn AG und den politischen Gremien der Region agiert. «Wir wollen keine Gemeindebehörden einbinden, die als Beiratsmitglieder der AG deren Interessen vertreten, sondern möglichst viele verschiedene Kreise», so Fuhrer. In einem nächsten Schritt sei es wichtig, dass man bekannte Persönlichkeiten ins Boot ziehen könne, denen die Bevölkerung Vertrauen entgegenbringe. Derzeit sei man etwa mit verschiedenen Gewerbe- und Hauseigentümerverbänden in Kontakt.

Die Kosten für die Arbeit der Allianz Pro Limmattalbahn – Fuhrer rechnet mit rund 65000 Franken im ersten Jahr – versucht man über Spenden zu decken. Die Gründer, die auch das Co-Präsidium der Allianz bilden – setzten sich deshalb mit den Gemeinde- und Stadträten der Region in Verbindung, um sie um Unterstützung zu bitten. «Pro Gemeinde würden sich die Kosten zwischen 5000 und 20000 Franken bewegen», sagt Fuhrer. Die Politiker hätten sich darüber erfreut gezeigt, dass nun eine Instanz die Information der Bevölkerung an die Hand nehme, die nicht durch parteiliche Interessen geprägt sei.

Dass durch die finanzielle Unterstützung der Gemeinden eine gewisse Abhängigkeit von den politischen Gremien des Limmattals entstehe, sei nicht von der Hand zu weisen, sagt Fuhrer. «Das Wichtigste ist aber, dass wir unabhängig von der Limmattalbahn AG agieren.» Es ginge nicht darum, nur für das Projekt zu werben. Die Allianz müsse auch kritische Töne anschlagen können.

Vom Glatttal abgekupfert

Das Konzept der Allianz Pro Limmattalbahn stammt aus dem Glatttal, wo im Vorfeld des Baus der Glattalbahn ein ähnliches Komitee gegründet worden ist. Man habe damals gute Erfahrungen gemacht, erklärt Fuhrer: «Die Bevölkerung hat die Informationen dieser neutralen Instanz gut aufgenommen.»

Dass die Alt-Regierungsrätin sich für die Limmattalbahn engagiert, hängt mit dem «Letter of Intent» zusammen, den 2007 19 Städte und Gemeinden zwischen Zürich und Baden unterzeichnet haben. Sie erklärten darin ihre Absicht, dass das Stadtbahnprojekt bis 2022 realisiert werden soll. Fuhrer, die den Letter of Intent als Regierungsrätin entgegennahm, versprach damals ihre Unterstützung. Mit der Gründung der Allianz liess sie diesen Worten nun nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung Taten folgen.