Sein Grossvater habe in den Neunzigerjahren eine akustische Gitarre im Müll gefunden und sie ihm geschenkt, sagt Gitarrist und Sänger Marc Amacher der Band «Chubby Buddy». Vor etwa zwei Jahren hat der 32-jährige Thuner das Instrument zu einer elektrischen Gitarre umgebaut. Zusammen mit seinem Drummer Dominik Liechti reiste er nun nach Bergdietikon an, um am vierten «Open Air im Grüene» als Eröffnungs-Act am Waldrand in Kindhausen aufzutreten. «Chubby Buddy» spielen neben Eigenkompositionen auch Covers «Foxy Lady» von wie Jimi Hendrix. Mit Sänger Amachers rauchiger Stimme und den Beats von Drummer Liechti haben die Thuner als Newcomer in der Schweizer Blues Szene bereits für Furore gesorgt. An diesem Abend heizen sie nun auch dem rund 300-köpfigen Limmattaler Publikum ganz schön ein.

Als die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, ist am «Open Air im Grüene» die Zeit für den Chicago- und zeitgenössischen Blues von «Pat & The Blues Chargers» gekommen. Sänger, Gitarrist und Songwriter Patrick Lämmle frönt dem Herzschmerz in seiner Eigenkomposition «Bluesman»: «Where’s my love gone, she’s the one I need to find», singt er darin und schlägt dazu melodiös schmelzende Gitarrentöne an.

Luzerner reissen Publikum mit

Der Haupt-Act am Open Air ist aber die mehrfach ausgezeichnete Luzerner Band «Bluecerne». In das Schwarz der Nacht strahlen die Scheinwerfer passend zur Musik von der Bühne. Das Publikum pfeift, tanzt und ist nicht mehr zu halten. Sänger Renato Cazzanigas Stimme ist mitreissend. Bass, Piano und Drums sorgen für den Rhythmus, während Gitarre, Trompete und Saxofon einander auf der Klaviatur der Emotionen überbieten. Im B.B. King Cover «Guess Who» zeigen «Bluecerne» sich schliesslich von einer melancholischen Seite.

«Sensationelle Atmosphäre», lobt Bruno Bassi, der zusammen mit anderen Helfern vom Bergdietiker Grümpelturnier (siehe Box unten) das Open Air besucht. Auch wenn Florian Mertersdorf sonst andere Musik hört, nutzt er die Gelegenheit, Kolleginnen aus dem Dorf zu treffen und mit ihnen gemeinsam den Samstagabend zu geniessen. Marco und Sabina Bof aus Merenschwand sind beeindruckt vom durchmischten Publikum, das vom Baby bis zu Senioren reicht. «Sehr sympathisch und gemütlich», meint auch der Zürcher Stephan Järmann. Beatrice Gayk ist schon zum dritten Mal am «Open Air im Grüene» und sagt, dass sie das Gefühl habe, das Open Air überbiete sich von Jahr zu Jahr selbst.

Mitorganisator Davide Valerio vom Verein «Bluesmerize» freut sich über das positive Feedback und erklärt, dass die grosse Besucherzahl 2015 zu einer guten Budgetsituation geführt habe, weswegen man in diesem Jahr auch bekanntere Bands habe einladen können.