Dietikon

Eine kleine Weltreise vor Heiligabend — weihnachtliche Weiterbildung im Gleis 21

Sabine Bachmann-Frey, Hanspeter Müller-Drossaart und Sven Bachmann-Frey sorgten mit ihrer Weltreise für einen besonders besinnlichen dritten Advent.

Sabine Bachmann-Frey, Hanspeter Müller-Drossaart und Sven Bachmann-Frey sorgten mit ihrer Weltreise für einen besonders besinnlichen dritten Advent.

Hanspeter Müller-Drossaart und das Duo Cabriolas luden zur besinnlichen Advents-Matinee im Dietiker Kulturzentrum Gleis 21.

Bis auf den letzten Klappstuhl war das Dietiker Gleis 21 am Sonntag gefüllt. Auf dem Programm stand eine besinnliche Advents-­Matinee, die zugleich eine weihnachtliche Weiterbildung war. Unter dem Motto «Wält-Wiehnacht» erzählte der Dietiker Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart von verschiedenen Ausprägungen des winter­lichen Lichterfests.

Von Sizilien und Apulien ging es über Eritrea, Tirol und Jerusalem sowie fantasievolle Tierwelten schliesslich mehrmals in die Schweiz. So bot die weihnachtliche Weltreise Müller-Drossaart auch Gelegenheit, sein Können als Mundartvirtuose unter Beweis zu stellen. Bei der sorgfältigen Auswahl der Weihnachtsgeschichten war er auch um die nötige Portion ­Humor besorgt.

Wenn Kaffee und Popcorn zusammengehören

Die vielen Zuhörer erfuhren beispielsweise, wie in Eritrea nicht Christbäume, sondern Palmen weihnachtlich geschmückt werden. Und wie ausgiebige Kaffeezeremonien dazugehören, zu denen Popcorn gegessen wird. Ein für Schweizer durchweg ungewohntes Konzept.

Genauso aussergewöhnlich waren viele weitere Geschichten–zum Beispiel jene, in der Gott aus der Kirche ausgetreten ist oder in der ein Karpfen, akustisch begleitet von einer Lachmöwe, in Schlittschuhen über einen zugefrorenen See tanzte, was dem Mond so gefiel, dass er zum See herunterkullerte, sich als Schallplatte nützlich machte und Beethovens Mondschein­sonate erklingen liess.

Müller-Drossaart weiss die Kulturstadt zu schätzen

Müller-Drossaart übertrug seine Freude an den literarischen Höhenflügen, für die er zahlreiche Bücher ins Gleis 21 mitgenommen hatte, schnell aufs Publikum. Apropos Bücher: Der Dietiker wies darauf hin, dass Dietikon nicht zuletzt darum eine Kulturstadt sei, weil es hier noch eine Buchhandlung gibt.

Zwischen seinen Darbietungen wusste das Duo Cabriolas ebenso zu begeistern. Sabine Bachmann-Frey am Akkordeon und Sven Bachmann-Frey an der Klarinette boten den richtigen Rahmen, um die Geschichten wirken zu lassen und für die nächste Geschichte wieder ganz Ohr zu sein. Entsprechend gespannt lauschte das Publikum allen drei Künstlern – unterbrochen jeweils nur durch grossen Applaus.

Müller-Drossaart verstand es auch, den Bogen zu schlagen von der alten Weihnachtsgeschichte zum heutigen Zeitgeschehen. In einer Geschichte zum Beispiel machte ein Italiener, der in seinem Schweizer Wohnort ein Krippenspiel vortragen wollte, auf der Zugfahrt in die Schweiz Bekanntschaft mit zwei Eritreern. Sie wurden sodann als die beiden anderen Heiligen Drei Könige verkleidet und schafften so den Grenzübertritt.

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