Auf die zweitägige Reise in den Europapark freuen sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse Aschwanden aus dem Oberengstringer Schulhaus Allmend besonders. Sie sind glücklich, dass sie beim Wettbewerb des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) den ersten Preis abgestaubt haben. Den übergrossen Check wollen sie deshalb sogleich ihrer Parallelklasse zeigen, die leer ausgegangen ist.

Der von der Schule finanzierte Ausflug in den Europapark stand wegen des begrenzten Budgets dieses Jahr auf der Kippe. Weil die 14- bis 16-jährigen Schüler nicht auf den Besuch verzichten wollten, schossen sie monatlich einen Fünfliber in die Klassenkasse ein. Umso grösser ist die Freude, dass sie nun sogar in Rust übernachten dürfen. «Luxus», gibt eine der 17 Stimmen der Klasse zu Protokoll.

Zum Sieg verholfen hat der Klasse, dass sie zusammengearbeitet und sich gut organisiert hatte. Die erste Aufgabe des Wettstreits war es, sich in Gruppen aufzuteilen und per öffentlichem Verkehr einer vorgegebenen Strecke zu folgen und dabei einen Fragebogen auszufüllen. Die Schüler meisterten diesen Auftrag, indem sie jeweils einen Gruppenleiter bestimmten und demokratisch entschieden, welche Antwort aufs Papier kommt. Im Gegensatz zu ihrer Parallelklasse waren sie so bereits nach gut vier Stunden wieder zurück.

Seriosität führt zum Erfolg

Andrea Larry vom ZVV sagt, dass die Klassen nur dann gut abschneiden, wenn sie sich der Trophy seriös annehmen. Die Fragen seien sehr anspruchsvoll, sodass jeweils keine Klasse das Punktemaximum erreicht. Lehrer Martin Aschwanden ist deshalb stolz auf seine Klasse: «Meine Schüler haben die Aufgabe ohne Notanruf an mich absolviert.» Für einige Schüler war die Reise durchs Zürcher Oberland die erste grössere Reise mit verschiedenen Verkehrsmitteln. Die Schüler haben so nicht nur ihr Orientierungsvermögen im öffentlichen Verkehr geschärft, sondern auch ihre Geografiekenntnisse erweitert.

Das von den Schülern gewählte Vorgehen funktionierte so gut, dass sie zu den zehn besten Klassen im Kanton gehörten und folglich zum Final eingeladen wurden. Obwohl die Oberengstringer zum ersten Mal mitmachten, konnten sie sich gegen Klassen durchsetzen, bereits mehrmals am Wettbewerb teilgenommen hatten. Im Online-Final entschied dann eine Schätzfrage über den Sieg. Es galt zu erraten, wie viele Personen jährlich an der Stadtzürcher Haltestelle Bellevue in ein öffentliches Verkehrsmittel einsteigen. Mit der Antwort
«11 Millionen» lag die Abschlussklasse aus Oberengstringen am nächsten.

Die ZVV-Trophy fand dieses Jahr zum zwölften Mal statt. Der Wettbewerb wird vom ZVV jedes Jahr organisiert und soll die Jugendlichen in die Nutzung des öffentlichen Verkehrs einführen. Das Ziel ist, dass sich die Jugendlichen selbstständig orientieren und Informationen beschaffen können. Der erste Teil der Aufgabe besteht aus einer halbtägigen Reise durch den Kanton. Im zweiten Teil messen sich die zehn besten Klassen in einem Online-Wettbewerb. Dies ist für die teilnehmenden Klassen sehr spannend, weil sie sofort sehen, wie ihre Konkurrenten abschneiden.