Weiningen
Eine grüne Wiese als Vorbote des Gubristausbaus

Vier Häuser im Gebiet Chübelacker mussten der geplanten dritten Tunnelröhre weichen. Der zweite Teil der Abbrucharbeiten wurde erst kürzlich beendet. Sie wurden von unserem Leser Oskar Steinacher fotografisch dokumentiert.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Zuerst wurden die Häuser ausgehöhlt
4 Bilder
Mit schwerem Geschütz wurde den Häusern zu Leibe gerückt
Abriss Häuser beim Gubrist
Es lag noch Schnee, als die Baustelle installiert wurde

Zuerst wurden die Häuser ausgehöhlt

Limmattaler Zeitung

Wann mit dem Ausbau der Nordumfahrung Zürich, und damit auch mit dem Bau der dritten Tunnelröhre beim Gubrist, begonnen wird, steht noch nicht fest (siehe Kontext). Erste Spuren hinterlässt das Grossprojekt aber heute schon in unserer Region. Namentlich in Weiningen. Dort, im Gebiet Chübelacher hinter der Gubristkreuzung an der Grenze zu Unterengstringen standen einst vier Häuser. Sie mussten dem geplanten Tunnel weichen. Heute ist lediglich noch eine Wiese sichtbar. Die Eigentümer wurden entschädigt und mussten die Häuser verlassen.

Baustart: Beschwerde ist hängig

Kern des geplanten Ausbaus ist die durchgehende Erweiterung der Nordumfahrung auf drei Streifen pro Fahrtrichtung. Voraussetzung für sechs Fahrstreifen ist der Bau einer dreistreifigen dritten, rund drei Kilometer langen Tunnelröhre durch den Gubrist. Diese wird den Verkehr in Richtung Bern und Basel führen. Die beiden bestehenden Röhren führen den Verkehr in Richtung St. Gallen. Für die dritte Röhre des Gubristtunnels werden je eine neue Betriebs- und eine Lüftungszentrale im Bereich beider Portale erstellt. Hinzu kommt eine neue Betriebszentrale in der Tunnelmitte.
Wann mit dem Ausbau der Nordumfahrung gestartet wird, ist noch nicht klar. Zwar hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation am 31. Januar 2012 die Plangenehmigungsverfügung erteilt. Allerdings sind gegen die Plangenehmigung Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen. So kämpft die Gemeinde Weiningen auf diesem Weg für eine 270 Meter lange Überdeckung der Autobahn beim Westportal. Die Behandlung der Beschwerde ist noch nicht abgeschlossen. Mit den Bauarbeiten zum Ausbau der Nordumfahrung kann das Astra frühestens zwei Jahre nach Abschluss der Beschwerdeverfahren und rechtskräftiger Plangenehmigung starten. Keinen Einfluss auf das laufende Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht hat die Absichtserklärung, die Weiningen, das Astra und die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich im Dezember 2012 unterzeichnet haben. Demnach soll das Gubrist-Westportal um 100 Meter verschoben werden.

Der zweite Teil der Abbrucharbeiten wurde erst kürzlich beendet. Sie wurden von unserem Leser Oskar Steinacher fotografisch dokumentiert. Seit März waren Arbeiter damit beschäftigt, zwei Häuser abzureissen. Bereits vor rund zwei Jahren sind die ersten beiden Häuser abgebrochen worden. Stehen bleibt schlussendlich nur noch das Haus in der Ecke zwischen Chalofen- und Chübelackerstrasse.

Obstbaumhain wird gepflanzt

Obwohl sich das rund eine Hektare grosse Stück Land in der Bauzone befindet, wird darauf in Zukunft aber nicht mehr gebaut. Unter die Erde kommt nebst der dritten Röhre auch die neue Lüftungszentrale des Tunnels. Die neue Eigentümerin dieses Areals, das Bundesamt für Strassen, kurz Astra, will auf dem Gebiet einen Obstbaumhain errichten.
Auch auf der anderen Tunnelseite sind die ersten Vorboten des Ausbaus sichtbar.

Die Zürcher Kantonsarchäologie sichert im Auftrag des Astra vor dem Ausbau der Nordumfahrung Zürich archäologisch bedeutende Funde. Die dritte Etappe von Ausgrabungen ist im Gange und dauert noch bis Ende August. Die Grabungen finden auf einer Fläche von 4500 Quadratmetern in Regensdorf-Watt statt. Dort wird später der vorübergehende Installationsplatz für den Ausbau der Autobahn mit der dritten Tunnelröhre am Gubrist eingerichtet.

Bei den ersten beiden Ausgrabungsetappen in den Jahren 2010 und 2012 wurden Überreste von eisenzeitlichen Gräbern, römischen Grabmonumenten sowie prähistorischen und römischen Siedlungen gefunden. Zudem kamen ein Weg und Strassenreste aus römischer Zeit und dem Hochmittelalter zum Vorschein.