Oetwil
Eine doppelte Kampfwahl sorgt für Spannung

Als in Oetwil schon viele Wähler mit einem Zweikampf um das Gemeindepräsidium bei den Gesamterneuerungswahlen 2014 rechneten, überraschte Urs Landis mit seiner Ankündigung.

Sandro Zimmerli
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Zur Wohnqualität Oetwils, die bei allen Kandidaten einen hohen Stellenwert einnimmt, trägt auch das jährliche Kellerfest bei.

Zur Wohnqualität Oetwils, die bei allen Kandidaten einen hohen Stellenwert einnimmt, trägt auch das jährliche Kellerfest bei.

SB

An der Gemeindeversammlung vor eineinhalb Monaten wurde bekannt, dass der parteilose Werkvorstand auf seinen Entscheid, am 9. Februar nicht mehr für den Gemeinderat zu kandidieren, zurückgekommen ist. Damit nicht genug. Neben einer erneuten Kandidatur für eine zweite Amtsperiode entschied sich Landis auch, in den Kampf ums Präsidium einzusteigen.

Damit kandidieren nun drei Personen um das Gemeindepräsidium. Neben Landis sind dies Amtsinhaber Paul Studer (FDP) und Bauvorstand Walter Bühler (SVP). Studer wurde 1998 zum Gemeindepräsidenten gewählt. Seither ist es das erste Mal, dass er sich einer Kampfwahl ums Präsidium stellen muss. Mit Bühler hat er einen Kontrahenten, der bereits seit 20 Jahren im Gemeinderat tätig ist.

Nur Karin Boog (FDP) hört auf

Während Landis als Grund für seine Kandidatur die vielen Leute angibt, die ihn gebeten hätten, weiterzumachen und er einen Generationenwechsel an der Spitze der Exekutive anstrebe, will Studer seine bürgernahe Finanzpolitik weiter betreiben. Oetwil stehe gut da und er fühle sich nicht verbraucht. Bühler begründet seine Kandidatur fürs Präsidium mit den Erfahrungen, die er im Gemeinderat gesammelt habe und der Bevölkerung zur Verfügung stellen wolle.

Allerdings müssen alle drei Kandidaten zuerst überhaupt in den Gemeinderat gewählt werden. Ob dies ein Spaziergang ist, wird sich weisen. Fakt ist, dass es auch um die fünf zu besetzenden Gemeinderatssitze zu einer Kampfwahl kommen wird. Als einzig amtierendes Mitglied wird Karin Boog (FDP) nicht mehr zu den Wahlen antreten. Neben den drei Präsidiumskandidaten wird sich auch Sicherheitsvorstand Rico Frei (SVP) einer erneuten Wahl stellen. Er wurde vor vier Jahren in den Gemeinderat gewählt. Für die FDP soll Rahel von Planta den Sitz verteidigen. Ebenfalls einen Kandidaten schickt die CVP mit Thomas Bernegger ins Rennen.

Nach den Wahlen wird also mindestens ein neues Gesicht im Gemeinderat vertreten sein. Mit von Planta wäre erneut eine Frau in der Exekutive vertreten. In Oetwil ist das schon seit über 20 Jahren ausnahmslos der Fall. Mit Bernegger würde die CVP aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. Die Partei spielte in den letzten Jahren auf Exekutivebene gar keine Rolle.

Neben dem Status quo der Stärkeverhältnisse im Gemeinderat ist auch eine Verschiebung der Kräfte möglich. Die letzte Zäsur gab es 2007. Damals löste sich die bis dahin «dritte politische Kraft» im rein bürgerlichen Gemeinderat, der Verein Pro Oetwil, auf.

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