Was vor kurzem noch von Fussgängern, Fahrradfahrern, Joggern und Hunden benutzt wurde, ist nun weg. Zurück bleibt an beiden Seiten des Reppischufers je ein Betonblock: Erinnernd an die Fachwerkbrücke, die seit dem Jahr 1895 darauf stützte. Gestern Vormittag hob ein Ladekran die etwa neun Tonnen schwere Brücke zur Grien-Insel aus der Verankerung bei der Mündung zur Limmat heraus.

Die Arbeiten an der Insel sind Teil der Massnahmen, die die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) vornehmen, damit sie die Limmat auch in den nächsten 60 Jahren zur Stromproduktion benutzen und ihr Kraftwerk sanieren und ausbauen können (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Es war kurz vor neun Uhr, als die Brücke langsam angehoben wurde. Die Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter hatten schon früh damit angefangen, die Stelle zu lösen, an der die Reppischbrücke befestigt war. Auf der anderen Seite war der Übergang Jahrzehnte lang nur abgestützt.

Die Brücke fährt nach Jona

Der 28,3 Meter lange und 2,1 Meter breite Übergang hat nun einen weiten Weg vor sich. «Die Brücke kommt nach Jona. Eine Firma, die auf Stahlbau spezialisiert ist, wird die stark verrosteten Teile ersetzen», sagte Annette Hirschberg, Pressesprecherin der EKZ.

Sobald diese Arbeiten vervollständigt seien, bringe man die Brücke nach Kriens. «Die ganze Konstruktion wird daraufhin sandbestrahlt und mit einem vielschichtigen Korrosionsschutz versehen», so Hirschberg. Komplett erneuert werde der Holzbelag der Brücke. Die Verlagerung der Konstruktion von einem Ort zum anderen sei jeweils ein Spezialtransport. Saniert werde die Brücke, weil sie von der Denkmalpflege als «denkmalpflegerisch wertvoll» eingestuft worden sei, so die Mediensprecherin weiter.

Eine neue, alte Reppischbrücke

Die Fachwerkbrücke wird voraussichtlich Mitte Oktober 2018 wieder an Ort und Stelle eingesetzt werden. Bis dahin wird auf der EKZ-Insel vieles anders aussehen. «Der Inselspitz wird entfernt und eine Kanzel für die Fachwerkbrücke gebaut», sagt Hirschberg. Die EKZ erstellen einen neuen Holzsteg, der den Unterwasserkanalweg und die Fachwerkbrücke verbinde.

Der Holzsteg diene als Erweiterung, da der untere Inselspitz abgebrochen wird, heisst es auf der Website der EKZ. Die Arbeiten werden zwischen Juli und November 2018 durchgeführt. Es soll auch eine Fläche entstehen, die zum Schutz der Vögel, nicht von Menschen betreten werden darf.

Der EKZ-Holzsteg bekommt limmatseitig eine Schutzwand aus Holz, damit die Vögel ungestört in der Natur sein können. Der Blick auf die Tiere bleibt Interessierten jedoch nicht komplett verwehrt: Durch Spalten kann man die Vögel von fern beobachten.