Schlieren
Eine Bewilligung für die nächsten 1000 Einwohner

Das Parlament hat den Gestaltungsplan Geistlich genehmigt. Damit entsteht auf dem rund 80000 Quadratmeter grossen Industriegebiet ein neues Quartier. 2013 sollen die ersten Bagger auffahren.

Sidonia Küpfer
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Geistlich Areal

Geistlich Areal

Limmattaler Zeitung

Das Parlament Schlieren hat einen Pfeiler für ein ganz neues Quartier eingeschlagen. Es genehmigte in seiner Sitzung vom Montag den Gestaltungsplan Geistlich. Damit kann das fast 80000Quadratmeter grosse Gebiet nördlich des Bahnhofs zusammenhängend entwickelt werden.

In den kommenden 15Jahren werden rund 750 neue Wohnungen entstehen, wie Doris Gantner für die FDP-Fraktion vorrechnete: «Wer Ja sagt zu diesem Gestaltungsplan, sagt auch Ja zu neuem Wachstum.» Denn mit diesen neuen Wohnungen dürften auch rund 1000 neue Einwohner auf Schlieren zukommen. Was dies für die Infrastruktur der Stadt heisst, lässt sich aufgrund des jüngsten Bevölkerungswachstums erahnen. Dennoch überwogen die positiven Stimmen zum Gestaltungsplan die wenigen kritischen Voten bei weitem. Als «einmalige Chance für Schlieren» und als «vorbildlich» wurde der Plan bezeichnet. Die Ziele des Stadtentwicklungskonzeptes würden von der Eigentümerin mitgetragen.

Aus Industrie- wird Wohnquartier

Mit dem Entscheid des Parlamentes kann also das industriell geprägte Gebiet nördlich des Bahnhofs, das an das 2005 bewilligte Areal «Am Rietpark» angrenzt, in ein neues Quartier überführt werden. Dort wird künftig gewohnt und gearbeitet. Zwei Hochhäuser, die so genannten Ikonen, sollen Identifikation schaffen und städtebaulich herausragen.

Aber auch der Erholung wird Genüge getan: Mit dem Rietpark entsteht eine grosszügige Grünfläche, welche das Färbi-Areal mit dem Geistlich-Areal verbindet. «Der Rietpark ist geradezu monumental», lobte etwa Pascal Leuchtmann für die Fraktion SP/Grüne.

Minergie oder nicht?

Bei allem Lob, auch für die Zusammenarbeit der Eigentümerin mit der Stadt, kritisierte die Linke doch, dass im Gestaltungsplan keine Pflicht zum Bauen nach Minergiestandard festgehalten sei. Bauvorstand Jean-Claude Perrin (SVP) relativierte die Kritik und wies darauf hin, dass das Quartier aber zwingend an die Fernwärme angeschlossen werden müsse. Das sei im Gestaltungsplan festgelegt. Dennoch enthielten sich zum Schluss einige Vertreter von SP und Grüne der Stimme. Gegenstimmen gab es allerdings keine und mit 20 zu 0Stimmen wurde dem neuen Quartier zugestimmt.