Weiningen/Unterengstringen

Eine Aussichtsplattform rückt den Gubrist in ein neues Blickfeld

Voraussichtlich Anfang nächstes Jahr werden Informationstafeln die Plattform ergänzen. Im Hintergrund am Waldrand ist das neu gebaute Wasserreservoir Gubrist zu erkennen.

Voraussichtlich Anfang nächstes Jahr werden Informationstafeln die Plattform ergänzen. Im Hintergrund am Waldrand ist das neu gebaute Wasserreservoir Gubrist zu erkennen.

Auf dem Chriesihoger zwischen Weiningen und Unterengstringen bietet eine Aussichtsplattform eine neue Sicht auf die Bauarbeiten an der dritten Gubriströhre und der Überdeckung Weiningen. Sie soll die nächsten fünf Jahre bestehen bleiben.

Die meisten der vereinzelt ­vorbeikommenden Spaziergänger bleiben kurz stehen, um die brandneu aussehende Holzkonstruktion zu betreten und sich umzuschauen. Hier am Chriesihoger auf Weininger Boden direkt an der Grenze zu Unterengstringen hat das Bundesamt für Strassen (Astra) eine Aussichtsplattform errichtet. Sie bietet gute Sicht auf einen der bekanntesten Orte im Limmattal: das Portal des Gubristtunnels.

«Da die Arbeiten für die dritte Röhre sowie den Halbanschluss und die Überdeckung Weiningen für die Gemeinde von hoher Bedeutung sind, haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, bei der Interessierte diese überblicken und sich gleichzeitig zum Projekt informieren können», sagt der Astra-­Kommunikationsbeauftragte Jérôme Jacky.

Vom Hügel aus erhält man vor Ort einen Überblick über den aktuellen Baufortschritt. Bald werden bei der Plattform auch noch Tafeln aufgestellt, die Hintergrundinformationen über das Grossprojekt vermitteln. Sie orientieren über die geplanten Bauarbeiten und zeigen die Situation vor und nach dem Ausbau der Nordumfahrung.

Hinter der Autobahn und neueren Häusern ist der idyllische Dorfkern mitsamt der reformierten Kirche zu sehen.

Hinter der Autobahn und neueren Häusern ist der idyllische Dorfkern mitsamt der reformierten Kirche zu sehen.

«Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die Infotafeln voraussichtlich Anfang Jahr montieren können», sagt Jacky. Bis es so weit ist, kann man sich selbst weiterhelfen, wie der ältere Herr, der vor Ort seinem Kollegen gestenreich etwas über das Bauprojekt erzählt.

Der Ausblick von der leicht über den Hang ragenden Plattform, die laut Astra rund 30000 Franken gekostet hat, passt zum Limmattal. Direkt vor der eigenen Nase fliesst der Autobahnverkehr durch. Der rote Kran vor den Überresten des Gewerbehauses Gubrist auf der anderen Strassenseite sticht sofort ins Auge und lenkt die Aufmerksamkeit auf die in der Ferne umherwuselnden Bauarbeiter.

Wer die Arbeiten aus der Nähe verfolgen will, sollte einen Feldstecher dabei haben. Aber wer den Blick schweifen lässt, entdeckt hinter dem vielen ­Verkehr und der regen Bautätigkeit schnell den Weininger Dorfkern mit Kirche. Und die Rebberge, die sich dahinter als idyllische Kulisse erheben.

Bauprojekte auf Nationalstrassen stellen laut Astra immer einen spürbaren Eingriff dar, und das nicht nur für die Verkehrsteilnehmenden. In eng besiedelten Gebieten wie dem Limmattal seien häufig auch Anwohnende Lärmemissionen ausgesetzt, sagt Jacky. «Bei der Aussichtsplattform handelt es sich in erster Linie um eine Kommunikationsmassnahme. Mit einer ehrlichen und verständlichen Kommunikation können wir Verständnis schaffen.» Und wer besser über die Bauarbeiten informiert sei, bringe auch leichter Akzeptanz auf für unvermeidbare Beeinträchtigungen, ergänzt er.

Auch Richtung Dietikon bietet der Chriesihoger eine spannende Aussicht.

Auch Richtung Dietikon bietet der Chriesihoger eine spannende Aussicht.

Die Plattform soll bis zum Bauende bestehen bleiben

Die Aussichtsplattform spricht aber mehr Sinne als nur das Sehen an. Hier oben wird man mit einem erstaunlich vielfältigen, urbanen Konzert aus Geräuschen konfrontiert. Der rauschende Verkehr und der stete Baulärm legen den Klangteppich. Wie kurz auftretende Solisten heben sich immer wieder Lastwagen, Motorräder oder die Sirene der aus dem Tunnel brausenden Ambulanz des Spitals Limmattal hervor.

Voraussichtlich rund fünf Jahre wird die neue Plattform mit Aussicht auf das Herz des Limmattaler Verkehrs bestehen bleiben. Dann soll die dritte Tunnelröhre in Betrieb gehen und der Ausbau der Nordumfahrung abgeschlossen sein.

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