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«Eindrücklich, offen und ehrlich»: Dieses Buch beschreibt, wie es ist, die eigene Mutter zu pflegen

Der Erfahrungsbericht einer Frau, die ihre Mutter zu Hause pflegte, hat es der Birmensdorfer Bibliothekarin Katja Brogle angetan.

Nicole Mansfeld*
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«Das Buch hat mich nachhaltig beeindruckt», sagt Katja Brogle über «Doppelt geschenkte Zeit. Letzte Jahre mit Mutter» von Rita Brügger.

«Das Buch hat mich nachhaltig beeindruckt», sagt Katja Brogle über «Doppelt geschenkte Zeit. Letzte Jahre mit Mutter» von Rita Brügger.

zvg

Katja Brogle leitet die Gemeinde- und Schulbibliothek in Birmensdorf, liebt das Skifahren, mag den Frühling trotzdem lieber als den Winter, ist ein ­absoluter Genussmensch und schaut sich im Kino gerne zwei Filme hintereinander an. Heute stellt sie ein Buch vor, dessen Geschichte sie mehr als andere in letzter Zeit gefesselt hat.

Wieso hast Du «Doppelt geschenkte Zeit. Letzte Jahre mit Mutter» ausgesucht?.

Katja Brogle: Das Buch und seine Geschichte haben mich nachhaltig beeindruckt. Ich habe es innert kürzester Zeit verschlungen. Es behandelt ein Thema, das viele von uns betrifft oder einmal betreffen könnte. Die Autorin Rita Brügger ist Kundin bei uns in der Bibliothek, weshalb ich die Möglichkeit hatte, mich mit ihr über «Doppelt geschenkte Zeit. Letzte Jahre mit Mutter» zu unterhalten. Dieses Gespräch war besonders spannend und wertvoll. Sobald Veranstaltungen wieder möglich sein werden, möchten wir gerne eine Lesung mit Rita Brügger durchführen. Besonders aufgefallen ist mir zudem das Cover; ein wunderschön filigraner Scherenschnitt, gestaltet von der Lenzburgerin Edith Wiedemeier.

Um was geht es in diesem Buch?

Rita Brügger beschreibt die zwölf Jahre, die sie ihre Mutter zu Hause gepflegt hat. Eindrücklich, offen und ehrlich beschreibt sie den Weg, den sie, ihre Mutter und ihr Umfeld dabei gegangen sind. Wie wertvoll die gemeinsame Zeit war, aber auch wie anstrengend und ermüdend es manchmal sein konnte. Je älter meine eigenen Eltern werden, desto öfters denke auch ich darüber nach, wie lange sie wohl noch alleine zu Hause leben können und was sein wird, wenn das einmal nicht mehr möglich sein sollte. Vor der Lektüre von «Doppelt geschenkte Zeit» war es schwierig für mich, mir vorzustellen, meine Eltern bei mir aufzunehmen und zu pflegen. Jetzt sehe ich, dass die gemeinsame Zeit auch bereichernd sein kann, die Vorstellung ist mir nicht mehr so fremd. Rita Brügger erzählt, dass sie nicht nur gute Erinnerungen an ihre Kindheit hat, die gemeinsame Zeit ­während dieser zwölf Jahre schliesslich aber als Bereicherung für alle Beteiligten und als ein Geschenk fürs eigene Leben empfand.

Wem würdest Du dieses Buch empfehlen?

Ich kann es allen ans Herz legen, die gerne biografische ­Bücher lesen oder die sich mit dem Thema auseinandersetzen möchten. Das Buch liest sich sehr gut und ist trotz der Thematik leicht verständlich geschrieben, was der Autorin wichtig gewesen ist. Mit 130 Seiten ist es auch gut geeignet für Leserinnen und Leser, die lieber nicht so umfangreiche Bücher lesen.

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Jeden Monat präsentiert eine Bibliothekarin oder ein Biblio­thekar aus dem Limmattal an dieser Stelle ein Buch, eine DVD oder ein Spiel, die sie selbst kürzlich entdeckt ­haben. Die Rubrik ist in Zu­sammenarbeit mit den Biblio­theken des Bezirks Dietikon ­entstanden.

*Nicole Mansfeld ist stell­vertretende Leiterin der ­Bibliothek Birmensdorf.