Die Ecopop-Initiative ist den Stimmberechtigten im Bezirk Dietikon zu radikal: Nur knapp 28 Prozent haben ihr gestern zugestimmt – der Nein-Stimmenanteil betrug somit 72 Prozent. Bei der ähnlich gelagerten Initiative von Anfang Jahr war die Zustimmung noch ganz anders. Am 9. Februar sagten nämlich 54 Prozent der Abstimmenden Ja zur Initiative der SVP, die nicht ganz so strikt war. Die Zustimmungsrate der Ecopop-Initiative lag gestern im Bezirk zwischen 19,5 Prozent (Uitikon) und 33 (Weiningen) Prozent.

Ein vehementer Befürworter der Ecopop-Initiative war Hans Geiger aus Weiningen, emeritierter Bankenprofessor und SVP-Mitglied. Er warb im Vorfeld der Abstimmung für ein Ja zur Initiative und trug dazu bei, dass einige Kantonalsektionen der SVP entgegen der Empfehlung der Parteileitung die Ja-Parole beschlossen. Vom wuchtigen Nein war Hans Geiger gestern denn auch enttäuscht, wie er gegenüber Fernsehen SRF ausführte. Er hätte ein klares Votum zur Bevölkerungsentwicklung erwartet. Die Niederlage begründete er so: Eine kleine Bürgerinitiative habe gegen die geballte Macht des Establishments antreten müssen. Offensichtlich sei es auch nicht gelungen, konservative Schweizer und Ökologen zusammenzubringen.

Der Bezirk Dietikon hatte in vergangenen Abstimmungen entwicklungshemmende Vorlagen begrüsst: Ja zur Initiative über Masseneinwanderung (54%), Ja zur Festlegung von Zonen für günstigen Wohnraum (56%), Ja zum Kulturlandschutz (50,5%). Hintergrund dieser Abstimmungsresultate ist die rasante Entwicklung im Limmattal. Die Veränderungen, welche die Bautätigkeit und mit ihr die stark wachsende Bevölkerung, bringen, lösen Unbehagen aus.

Ecopop hingegen scheint nun auch vielen Wachstums-Kritikern zu absolut zu sein. Damit folgten sie den Empfehlungen der grossen lokalen Parteien und der Wirtschaftsverbände.