Dietikon
Einbrecher-Schüler: «Sie brauchen ein anderes Umfeld»

Die Schule sucht Lösungen für die Oberstufenschüler, die ins Schulhaus Fondli eingebrochen sind. Ihr Time-Out von der Schule endet schon bald.

Matthias Kessler
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Tatort: Das Schulhaus Fondli. mke

Tatort: Das Schulhaus Fondli. mke

Limmattaler Zeitung

Das Time-out für jene Oberstufenschüler im siebten und achten Schuljahr, die dringend verdächtigt werden, im November 2010 zwei Mal ins Schulhaus Fondli eingebrochen und dort randaliert zu haben, dauert bis zum 4. Februar. Dies sagt der Dietiker Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani auf Anfrage der azLimmattaler Zeitung. Für zwei weitere mutmassliche Einbrecher, die sich im neunten und letzten Schuljahr befanden, hatten die Vorkommnisse bereits die sofortige Ausschulung zur Folge.

Noch unmittelbar vor Weihnachten habe man eine Sitzung mit allen seitens der Schule zuständigen Personen durchgeführt, sagt Balbiani. Es sei darum gegangen, das weitere Vorgehen zu besprechen. «Fest steht, dass die Schüler nicht mehr an die Schule Dietikon zurückkommen», erklärt er. Fest stehe aber auch, dass die Schule Dietikon die Pflicht habe, den Jugendlichen im Rahmen des gesetzlichen Auftrags die Schulbildung zu ermöglichen. Es gelte deshalb, eine Anschlusslösung zu finden, was jedoch durch die Weihnachtsferien in den letzten zwei Wochen erschwert worden sei. Mit der Suspendierung bleibe dafür Zeit bis Anfang Februar.

Schon lange auffällige Schüler

Die Dietiker Oberstufenschüler sollen sich an zwei Wochenenden im November des vergangenen Jahres unerlaubterweise Zugang ins Schulhaus Fondli verschafft haben. Dabei wurden Scheiben eingeschlagen, Laptops auf den Boden geworfen, Bargeld und der Autoschlüssel einer Lehrperson, daraufhin auch deren Fahrzeug entwendet. Das Fahrzeug wurde später andernorts in Dietikon demoliert aufgefunden. Für Balbiani kein Lausbubenstreich, sondern ein schweres Vergehen, das von der Schule dementsprechend geahndet werden müsse – insbesondere auch deshalb, weil sich alle Verdächtigen schuldisziplinarisch schon sehr viel geleistet hätten.

«Sie brauchen ein anderes Umfeld», ist der Schulvorstand überzeugt. Ein Umfeld, das nichts mit den Vorkommnissen, mit den bisherigen Kollegen zu tun habe. Das könne dadurch geschehen, dass die Schüler auswärts beschult würden, dass sie in Pflegefamilien kämen, dass sie, als letzte Möglichkeit, in ein Heim gewiesen würden. «Das Ziel und der gesetzliche Auftrag besteht darin, so unterstützend zu wirken, dass sie alle wieder auf den rechten Weg gebracht werden, dass sie ihre Schulzeit beenden und danach eine Lehre beginnen können», sagt Balbiani.

Zielführende Massnahmen

Der Schulpsychologische Dienst und die Familien- und Jugendberatung sind laut dem Schulvorstand in die Abklärungen zum weiteren Vorgehen, zum Finden einer geeigneten Anschlusslösung, involviert. Die getroffenen Massnahmen sollten, so Balbiani, keine Strafe sein; über Strafen werde im parallel laufenden Strafprozess geurteilt. Vielmehr sollten die Massnahmen zielführend wirken. Und schulintern werde zum Fall so kommuniziert, dass allen klar sein müsse, dass Aktionen wie ein Einbruch mit Vandalenakten in einem Schulhaus in keinster Weise geduldet würden.