Kommentar
Ein zweiter Fall Gubrist ist zu vermeiden

Der Bund spurt einen Ausbau der A3 vor. Er sollte dabei gut auf die Urdorfer Wünsche hören, damit der Engpass möglichst schnell beseitigt werden kann.

David Egger
David Egger
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Autobahn A3 in Urdorf: Hier mit Blick Richtung Süden auf die Einfahrt des Honerettunnels.

Autobahn A3 in Urdorf: Hier mit Blick Richtung Süden auf die Einfahrt des Honerettunnels.

Bettina Hamilton-Irvine

Beim Bundesamt für Strassen sitzt der Schmerz noch immer tief, den ihm das Bundesgericht zugefügt hat, nachdem Weiningen hartnäckig für den berühmt-berüchtigten Gubrist-Deckel kämpfte. Nun sagt Urdorf, dass auch eine Überdeckung der A3 zwingend zu prüfen sei, wenn der Bund seine Projektstudie zur Beseitigung des Engpasses bei der Westumfahrung anfertigt.

Aus dem Fall Gubrist liess sich eines lernen: Wer bei der Autobahnplanung auf die betroffene Limmattaler Gemeinde hört, vermeidet Rechtsstreitigkeiten und bringt den allfälligen Ausbau schneller zustande, wovon alle Autofahrer profitieren würden.

Am schnellsten könnte eine temporäre Pannenstreifenumnutzung den Engpass beseitigen. Mindestens versuchsweise sollte diese Urdorfer Idee verwirklicht werden. Einfach gesagt: Mit ein paar Schildern und etwas Farbe wäre diese Lösung zu bewerkstelligen. Das wäre doch gut und günstig? In Aarau und Lausanne klappt es auch.

Urdorf hat sich schon mal erfolgreich gewehrt

Zudem hat auch Urdorf selber seine Wünsche schon mal erfolgreich durchgesetzt. Zur Erinnerung: Einst war die Idee, dass die Westumfahrung direkt am westlichen Urdorfer Siedlungsrand zu liegen kommt. Die Gemeinde wehrte sich. Man baute die A3 dann weiter westlich, am Rand des Honerets. Von dieser Episode zeugt noch heute die viel zu breite Feldstrasse, die einst als Autobahnzubringer geplant war.

Klar ist es zu früh, einen Rechtsfall heraufzubeschwören. Aber dem Bund sei gesagt: Das Limmattal kann zäh sein. Kein Wappen zeigt das deutlicher als der Urdorfer Stier.