Fasnacht
Ein Zeremonienmeister, der zur Freude der anderen kräftig zupacken kann

Wo Peter Leuzinger hinkommt, ist Fasnacht, Urdorfer Fasnacht. Er, der im Dreier-Präsidium der Clique Schäflibach sitzt, der Organisatorin, ist so was wie das Gesicht der Urdorfer Fasnacht.

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Peter «Leuzi» Leuzinger - Mister Fasnacht in Urdorf.

Peter «Leuzi» Leuzinger - Mister Fasnacht in Urdorf.

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Die Szene ist vielleicht typisch für Leuzi, wie sie ihn alle nennen. Leuzi trägt vor einem Urdorfer Restaurant eine grössere Tafel mit den Angaben zur Fasnacht heraus. Sie wurde noch nicht installiert. Den vom Beizer verlangten Kabelbinder montiert er gleich selber. Die Tafel steht, die Urdorfer Fasnacht kann kommen (siehe Kasten).

Impressionen der Urdorfer Fasnacht

Impressionen der Urdorfer Fasnacht

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Peter Leuzinger ist Zeremonienmeister. Der 57-jährige verheiratete Vater zweier erwachsener Töchter hat schliesslich die Fasnacht im Blut. Im Glarnerland, wo er aufwuchs, nahmen die Eltern die Kinder immer ans närrische Treiben mit. Der Virus war gelegt.

«Sehr viele Leute dabei»

Seit 33 Jahren lebt Peter Leuzinger in Urdorf. Angetroffen hat er hier eine Fasnacht, «genau so, wie sie eigentlich sein müsste». Sie sei lustig, man gehe verkleidet und «natürlich sind sehr viele Leute dabei». Früher ging er regelmässig verkleidet, einmal holte er gar den ersten Preis, verkleidet als Coiffeur. «Den Coiffeurstuhl, den wir mitnahmen, mussten wir am selben Abend wieder zu Coiffeur Parati bringen. Er brauchte ihn am Morgen wieder», erinnert sich der Zeremonienmeister.

Strenge Sitzungen

Seine engere Beziehung zur Clique Schäflibach verdankt er seiner Ernennung zum Schirmherrn der Fasnacht 2001. Schon 2003 wurde er Mitglied des Dreierpräsidiums, das heute neben ihm aus Doris Grob und Heinz Schleuniger besteht. Mit Freude habe er damals angenommen, erinnert er sich.

Impressionen der Urdorfer Fasnacht

Impressionen der Urdorfer Fasnacht

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Was dann kam, waren strenge Sitzungen. Eine Fasnacht zu organisieren benötigt viel Vorbereitungszeit, «da ist nicht nur Rambazamba», sagt Leuzi. Das war früher, als man noch keine E-Mails und all die elektronischen Hilfsmittel kannte. «Wir brauchen lediglich noch sechs Sitzungen, dann ist alles erledigt», sagt er. «Man hat einen Fahrplan, ein Drehbuch, wie das alles ablaufen soll.»

Urdorf für Fasnacht empfänglich

Die Jungen nachzuziehen habe man etwas verpasst, und wenn es ums Arbeiten geht, seien es immer etwa die gleichen, die kommen, hat der Zeremonienmeister erkannt. Trotzdem: Die Fasnacht sei auf gutem Weg. Schliesslich profitiere sie auch von der Gemeinde. «Deren Mitarbeiter helfen sofort mit und suchen nach Lösungen. So wurde der Zwüschenbächenparkplatz während der Fasnacht für uns gesperrt. Wir müssen übers Wochenende 300 deutsche Gäste beherbergen. Die Schule hat uns sofort Hallen für deren Unterbringung zur Verfügung gestellt, für die wir allerdings einen Betrag zahlen. Urdorf ist durch und durch für Fasnacht empfänglich.»

«Solange die Leute Freude haben»

Was ist seine persönliche Motivation, weshalb trägt er die Arbeit so gerne mit? Peter Leuzinger muss nicht lange überlegen: «Ich bin gerne im Präsidium, solange die Leute Freude an der Fasnacht haben. Mich freuts, wenn die Leute zusammensitzen und eine gute Stimmung herrscht. Wenn ich auf der Tribüne stehe und aufs Volk hinabschaue, freuts mich, wie wir den Leuten Freude bereiten können.»
Tipp vom Fachmann

Einen Tipp für die diesjährige Fasnacht gibt Leuzi alleweil. Mit 71 Nummern und 1750 Teilnehmern verzeichne man für den Umzug einen neuen Rekord. Und wer es etwas beschaulicher mag, dem empfiehlt er den Heimkehrerball am Sonntagabend. «Es sind nicht so viele Leute da. Es hat Platz zum Tanzen. Und es herrscht eine familiäre Atmosphäre.»
Wer sich mehr über die Clique Schäflibach und die Urdorfer Fasnacht informieren will: www.cliqueschaeflibach.ch.