Wir brauchen mehr Weissweingläser», sagt eine Helferin. Eine leere Kiste in den Händen haltend, schaut sie sich im Depot hinter den Getränkeständen um. Doch sie muss nicht lange suchen, denn Pius Biffiger weiss sofort, wo Nachschub zu finden ist. Der Präsident des Fischervereins Kloster Fahr behält trotz des grossen Besucherandrangs den Überblick. «Gut gibt’s dich», wirft ein Helfer ein und lacht.

Nach einem eher gemächlichen Samstag sind die Menschen aus der Region am Sonntag in Scharen zum Kloster Fahr gekommen, um am 37. Fischessen des Fischervereins Kloster Fahr die traditionellen Fischknusperli zu geniessen. «Gestern haben wir insgesamt etwa 700 Portionen verkauft, heute sind wir nach nur zwei Stunden schon bei gut 500», sagt Biffiger am frühen Nachmittag. Die Laune unter den Gästen ist gut, die vielen Tische sind fast restlos gefüllt. Wo man hinsieht, wird sich vergnügt zugeprostet und geplauscht.

Frische Felchen auf dem Teller

Die Abläufe im Essensstand sitzen: Nahtlos werden weisse Felchenfilets in den Bierteig getränkt und knusprig frittiert. Anschliessend kommen die Fische auf die mit Zitrone und Mayonnaise vorbereiteten Teller und landen dann in den hungrigen Mägen der Gäste. «Die Felchen wurden letzte Woche frisch aus dem Zürichsee gefischt», sagt eine Helferin.

Auf dem Festareal breiten sich die Klänge von «What a Wonderful World» aus. Musiker Peach gibt sich grosse Mühe, die charakteristisch kehlig-sandige Stimme von Louis Armstrong zu imitieren. Der Soundtrack fängt die idyllische Stimmung im Schatten unter den grossen Bäumen beim Kloster perfekt ein.

Erlös fliesst in die Limmat

Was vor 37 Jahren als kleines Essen im Vereinshaus begann, hat sich zum wichtigsten Anlass des Fischervereins entwickelt. Der Erlös fliesst in die Vereinskasse und kommt auch den Fischen selbst zugute. «Wir bewirtschaften damit die Limmat», sagt Biffiger. Dazu gehören etwa das Aussetzen neuer Jungfische und die Reinigung des Flusses und seiner zwei Seitenärme, dem inneren und dem äusseren Giessen.

Der Fischerverein hat die Fischereirechte vom Kloster Fahr gepachtet. Weil der Flussabschnitt zu den wenigen zählt, die nicht dem Kanton gehören, kommt dem Verein eine besondere Verantwortung zu. Denn während sich bei Gewässern in kantonalem Besitz der Kanton um die Bewirtschaftung des Flusses kümmere, sei der Fischerverein selbst zuständig, sagt Biffiger. «Vor drei Tagen mussten wir wegen der anhaltenden Trockenheit die Seitenarme abfischen und die Fische rüber in die Limmat bringen.»

Rund 450 Kilogramm Fisch werden über das Wochenende im Kloster Fahr gegessen. Um den dafür nötigen Aufwand zu bewältigen, ist der Verein auf Unterstützer angewiesen. «Wir müssen jedes Jahr rund 200 Helferschichten besetzen», sagt Biffiger. Unter den Helfern finden sich jedes Jahr einige Mitglieder der Männerriege Engstringen. «Es ist wichtig, dass wir bei Festen zusammenspannen», sagt Beni Gächter von der Männerriege. Für die aussen schön knusprigen und innen saftigen Fischknusperli lohnt sich der Besuch beim Kloster auf jeden Fall.