Dietikon

Ein wenig Fasnacht im Sommer: Die Guggi-Häxe feiern den 20. Geburtstag

Der selbst gestrickte violette Schal ist das Erkennungszeichen der Guggi Häxe. zvg

Der selbst gestrickte violette Schal ist das Erkennungszeichen der Guggi Häxe. zvg

Seit 1995 treiben die Guggi-Häxe Schabernack – zum 20. Geburtstag gibts ein grosses Fest. Warum gerade im Sommer?

Eigentlich würde sich als Datum für ein Hexenfest ja die Walpurgisnacht Ende April geradezu aufdrängen. Bei den Guggi-Häxe, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiern, ist der Termin allerdings seit Jahren für die Taufe der Junghexen reserviert, symbolische Verbrennung inklusive. Und im Herbst, wenn sich die fünfte Jahreszeit nähert, hat die Fasnachtsgruppe keine Zeit zum Feiern. Dann müssen die Plaketten gebastelt werden, welche die Hexen jedes Jahr unters Volk bringen. «Wir haben uns deshalb für ein Datum im Sommer entschieden», sagt Florian Hunsperger, Präsident des Organisationskomitees, welcher das Fest von am Freitag und Samstag auf die Beine gestellt hat. «Auch, weil wir dann draussen feiern können.»

Schnapsidee trifft auf Interesse

Auch wenn das Jubiläumsfest einer Fasnachtsgruppe etwas quer im sommerlichen Veranstaltungskalender steht, macht der Zeitpunkt für die Hexen selber durchaus Sinn. Denn auch die offizielle Gründung der Gruppe fand nicht während der Fasnachtszeit, sondern ebenfalls im Sommer statt. «Die Gründungssitzung war am 29. Juni 1995», erinnert sich Charlotte Kuhny. Die Dietikerin hatte die Gruppe damals mit einer Kollegin ins Leben gerufen. «Wir wollten eine Schabernack-Gruppe auf die Beine stellen.»

Die Schnapsidee traf auf Interesse bei Freunden und Bekannten: An einer ersten Info-Veranstaltung kamen zehn Leute zusammen. «An der Gründungssitzung waren es dann bereits 17», erzählt Kuhny stolz. Bereits an der nächsten Fasnacht 1996 hatte die Gruppe ihren ersten Auftritt am Reppischfäger-Ball im St.Josef Kirchgemeindehaus «Wir waren damals schon eine tolle Gruppe», schwärmt Kuhny. «Und das sind wir heute noch.» Als eine der Initiantinnen der Fasnachtsgruppe übernahm sie in den ersten Jahren das Zepter, respektive den Besen der Oberhexe. Inzwischen haben jüngere Mitglieder die Leitung der Gruppe übernommen, die vor einem Jahr in einen Verein umgewandelt wurde. «Es ist gut, wenn hin und wieder frischer Wind durch die Gruppe weht», sagt Kuhny. Dies schaffe Platz für neue Ideen.

Gewisse Dinge werden sich aber auch wohl in den nächsten zwanzig Jahren nicht ändern: Die selbst gestrickten Schals, mit denen sich die Häxe von anderen Fasnachtsgruppen abheben oder die Farbe der Kostüme, die in den letzten zwei Jahrzehnten zwischen dunkelblau und violett pendelte. Und natürlich die Holzmasken der Mitglieder, die seit je von einem Herrn im luzernischen Kriens jedem Mitglied aufs Gesicht massgeschnitzt werden. Der Maskenschnitzer wird wohl auch in Zukunft noch einige Aufträge aus Dietikon erhalten. Entgegen dem Trend schrumpfender Lokalvereine können die Guggi-Häxe nicht über Nachwuchsprobleme klagen. Zurzeit hat der Verein 34 aktive Mitglieder sowie vier kleine Piccolo-Hexen. «Wir haben eine gute Altersdurchmischung», sagt OK-Präsident Hunsperger, der selber seit neun Jahren in der Gruppe ist und die «lustige Zeit und die Kameradschaft geniesst». Es gefalle ihm, den schönen Brauch weiterzupflegen und während der Fasnacht andere Regionen der Schweiz kennenzulernen.

Sollten es die Einnahmen aus dem Jubiläumsfest erlauben, will die Fasnachtsgruppe im nächsten Jahr wieder einmal über die Landesgrenze verreisen. «Wohin, das ist noch unklar», sagt Hunsperger. Typisch Hexe – mit einem Besen als Fortbewegungsmittel lässt es sich spontan entscheiden, wohin man fliegen will.

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