Fussball 1. Liga

Ein weiteres missglücktes Heimspiel für FC Dietikon

Calvin Heim gab gegen Wettswil-Bonstetten sein Debut im Dietiker Tor, konnte die Niederlage aber auch nicht verhindern.

Calvin Heim gab gegen Wettswil-Bonstetten sein Debut im Dietiker Tor, konnte die Niederlage aber auch nicht verhindern.

Der FC Dietikon kommt in der 1. Liga weiterhin nicht in die Gänge. Gegen Wettswil-Bonstetten setzte es eine 0:4-Heimniederlage ab.

Da lag er nun und blickte dem Ball hinterher, der zum 0:1 hinter die Linie kullerte. Eine Viertelstunde war in der 1.-Liga-Partie zwischen Dietikon und Wettswil-Bonstetten erst gespielt, und Calvin Heim wurde bei seinem Debüt im Dietiker Dress bereits in seiner ersten Aktion bezwungen. Flavio Peters platzierter Schuss in die tiefe, rechte Ecke schien nicht unhaltbar.

Eine weitere Viertelstunde später lautete das Skore bereits 0:2 aus Dietiker Sicht. Wettswils aufgerückter Innenverteidiger Brüniger verwertete per Kopf den ersten Eckball. Hätte Heim aus seinem Tor kommen und den Ball wegfausten sollen, statt auf der Linie zu verharren? «Calvin trifft bei beiden Gegentoren keine Schuld. Beim Corner drehte der Ball weg vom Tor, da müssen die Verteidiger ran», nahm FCD-Coach João Paiva seinen Schlussmann in Schutz.

Die Probleme gründen tiefer

Der aus Schaffhausen geholte 20-jährige Torhüter erhielt von Paiva das Vertrauen ausgesprochen und verdrängte den bewährten FCD-Schlussmann Alpay Inaner auf die Bank. Auf die Frage, ob er diesen Wechsel nochmals so vornehmen würde, antwortete Paiva lapidar: «Dass wir heute verloren haben, liegt ganz sicher nicht an der Leistung des Torhüters.»

Da hat Paiva durchaus recht. Die Probleme beim FC Dietikon gründen tiefer. Das Team ist nach den personellen Wechseln noch nicht eingespielt. Es hat offensichtlich zu wenig Qualität, um in der 1. Liga eine gute Rolle zu spielen. Oder, wie es Paiva sagt: «Dieses Spiel gegen Wettswil, das ist die Realität.» Es reiche schlicht nicht für mehr – noch nicht. «Schau Dir nur einmal ihre Ersatzbank an. Sie können es sich leisten, einen wie ihn 90 Minuten draussen zu lassen», gab Paiva zu Protokoll und klatschte mit besagtem Nikola Marjanovic ab. Auch ein Grund für die schwankenden Dietiker Leistungen: Die Limmattaler kommen wegen Corona und quarantäne-bedingten Spielverschiebungen nicht in einen Rhythmus. Die ersten beiden Partien fanden innerhalb von vier Tagen statt, dann gabs elf Tage Pause, ehe innert drei Tagen die Spiele gegen Tuggen (2:5) und Wettswil-Bonstetten anstanden.

Nonchalantes Wettswil lässt viele Chancen liegen

Zurück zum samstäglichen 0:4 gegen Wettswil-Bonstetten. Nach dem zweiten Gegentor war die Sache bereits geritzt. In den restlichen 60 Minuten spulten die Gäste in der spätsommerlichen Hitze ihr Programm routiniert herunter. Und die Dietiker? Sie mussten sich nach dem Seitenwechsel vor allem um Schadensbegrenzung bemühen.

Hätte Heim nicht das eine oder andere Mal sein Potenzial mit starken Paraden angedeutet, der FCD hätte noch weit mehr Gegentore kassiert als jene beiden von Milos Grujicic (55./65.) zum Schlussresultat von 0:4. Zudem agierten die Wettswiler in der Schlussphase der Partie unglaublich überheblich. Gegen die nun alles riskierenden Dietiker konnten sie einen schnellen Gegenstoss nach dem anderen lancieren, im Abschluss fehlte ihnen indes mehr als nur einmal die letzte Konsequenz.

Vier Spiele, ein Punkt, 3:11 Tore und ein Rang unter dem ominösen Strich. Schlechter hätte die Saison 2020/21 für den FC Dietikon nicht beginnen können – dies trotz drei Heimspielen. «Jetzt müssen wir positiv bleiben und uns gut auf das Spiel gegen St. Gallen vorbereiten», gab Paiva. «Unser Team kämpft», suchte und fand Sportchef Christian Müller während der Partie gegen Wettswil-Bonstetten immerhin einen positiven Aspekt. «Gegen St. Gallen wollen wir zeigen, was wir können und punkten», so Paiva. Daran, dass die Limmattaler am kommenden Samstag (16 Uhr, Dornau) gegen die aufstrebenden Ostschweizer auch ihr viertes Heimspiel in Folge verlieren könnten, mag im FCD-Umfeld niemand denken. Egal, ob dann erneut Heim im Tor stehen oder Inaner sein Comeback geben wird.

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