Urdorf
Ein Waldfest, das es schon seit über 50 Jahren gibt

Das traditionelle Waldfest lockte mit seinem speziellen Ambiente zum freudigen Anstossen. Es ist ein kultiges Fest, das es schon seit über 50 Jahren gibt – und vor allem Urdorfer anzieht.

Christoph Merki
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Der Geist des Waldfestes überlebte Generationen und lockt noch immer zahlreiche Besucher an.
14 Bilder
Rolf Loosli (TV Urdorf) mit Daniela Strebel (Gugge Stiereschränzer).
Peter Leuzinger (Cliquechef Schäflibach), Jürg Berri (Kovu-Präsident), Michi Keel (Schirmherr Clique Schäflibach) und Thomas Keel (Handlanger).
René Ruf, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich, mit Sohn Nick.
Ein Waldfest, das es schon seit über 50 Jahren gibt
Gemütliches Beisammensein mit Erwin Zollinger, Sabine Barth und Werni Barth, Präsident der Clique Schäflibach.
Weitere Impressionen vom Waldfest
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Der Geist des Waldfestes überlebte Generationen und lockt noch immer zahlreiche Besucher an.

Christoph Merki

Wo sich normalerweise Fuchs und Hase gute Nacht wünschen, inmitten von Bäumen mit dem typischen Waldgeruch, wich die Stille für einmal einem freudig, lustvollen Treiben. Bruchstücke von einschlägigen Schlagern waren schon von weitem zu hören. «So ein Tag sollte nie vergehen», ein Hit, welcher schon Freddy Quinn trällerte, sprach den Gästen wohl aus der Seele. «Unser Waldfest ist Kult und gehört zu Urdorf», betonte der Ex-Knabe René Ruf. Trotz der unsicheren Wetterlage fanden viele Gäste den Weg zur Knabengesellschaft Urdorf. Diese war für einen plötzlichen Regenguss bestens vorbereitet: Eine riesige Plane überdeckte die Festbänke. Glücklicherweise wurde dieses Konstrukt jedoch am Freitag nicht auf die Probe gestellt.

Nebst Live-Musik von «Zaubermond», dem Federweissen vom Kloster Fahr oder einem Glas Bier von der Waldtheke, stand ebenso eine Bar für die etwas stärkeren Mixturen zur Verfügung. «Ein Jahr ohne Waldfest ist ein verlorenes Jahr», freute sich Marcel Peter von der WM-Bölle Bar über den Anlass. Auswärtige haben sich fast keine ins kleine Waldstück an die Heinrich-Stutz-Strasse verlaufen. So sei das Fest auch für die Urdorfer, wie der Präsident der Knabengesellschaft Urdorf, Stefan Isenschmid, erklärte. «Seit fast 50 Jahren wird dieses Fest veranstaltet, schon die Väter von vielen der jetzigen Aktivmitglieder haben einmal ein Waldfest mit organisiert», betonte er.

Vom Stromkabel verlegen und Wasserleitungen ziehen bis hin zum Aufbau der Bühne werden alle Arbeiten von den Knaben selbst verrichtet. Schon einen Monat vor dem grossen Tag würde mit dem Aufbau begonnen. Doch ohne die vielen freiwilligen Helfer könnten die 14 Aktivmitglieder das Fest nicht stemmen, wie der Präsident betonte.

Nachdem am Dorffest aufgrund des 190-Jahr-Jubiläums der Gesellschaft ein sehr grosser Aufwand betrieben wurde, war das Waldfest auch ein Fest für die Knaben selbst. Man kennt sich untereinander, sieht alte und neue Gesichter, trifft Freunde, ein regelrechter Tummelplatz alter Erinnerungen und wahrscheinlich auch ein Platz für neue Geschichten. «Es ist eigentlich ein kleines Dorffest», strahlte Sandy Kaufmann, Turnerin von der Geräteriege Urdorf. Auch im Alter verliere der traditionelle Anlass nichts von seiner Anziehung, wusste auch Ueli Grunder. «Ich komme immer am Freitag», erzählte er, «ich war früher Kaminfeger, da kennt man die Leute schon ein wenig.»

Nebst den Festivitäten waren natürlich die ledigen Knaben auch ein Besuchermagnet. «Ich komme seit vier Jahren immer wieder», verriet Katja Castro und schmunzelte, «es ist ein lässiges Fest und die Leute hier sind toll.» Für viele gehört dieser Anlass schlicht ins Jahresprogramm. So kann eigentlich fast schon von einer Institution gesprochen werden, ein Treffen von Generationen im ländlichen Ambiente unter Freunden.