Unterengstringen
Ein Vertrag schützt die historischen Zeugen

Die Gemeinde und das Kloster Fahr regeln die Pflege dreier geschichtsträchtiger Orte neu. Im Fokus der stehen die Franzosenschanzen, das Wallsystem und die Ruinen der Glanzenburg.

Sandro Zimmerli
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Der Wegweiser soll durch neue Orientierungstafeln ersetzt werden. zim Neue Orientierungstafeln sollen den Wegweiser ersetzen. zim

Der Wegweiser soll durch neue Orientierungstafeln ersetzt werden. zim Neue Orientierungstafeln sollen den Wegweiser ersetzen. zim

Limmattaler Zeitung

Unterengstringens Vergangenheit soll nicht in Vergessenheit geraten. Die verschiedenen historischen Bauten, von denen heue nur noch wenige Überreste vorhanden sind, sollen deshalb gepflegt und der Bevölkerung möglichst zugänglich gemacht werden, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung. Im Fokus der Gemeinde stehen insbesondere die Franzosenschanzen, das Wallsystem und die Ruinen der Glanzenburg sowie die Reste des Städtchens Glanzenberg. Allerdings befinden sich sämtliche Objekte in Wäldern des Klosters Fahr. Diese werden vom Kloster selber bewirtschaftet.

Drei isolierte Zonen ausgeschieden

Um die Pflege der bedeutsamen, historischen Zeugen klar zu regeln, hat der Gemeinderat deshalb auf Anregung von Unterengstringens alt Gemeindepräsident und Chronisten Jakob Meier kürzlich Kontakt mit dem Kloster aufgenommen. Resultat dieser Gespräche ist ein Vertrag, eine so genannte Schutzzonen-Vereinbarung, mit dem Ziel, den Schutz der drei Objekte sicherzustellen. Um dies zu erreichen, werden drei isolierte Zonen von insgesamt 261,5 Aren ausgeschieden.

In diesen Zonen dürfen die Gemeinde sowie die Kantonsarchäologie des Kantons Zürich künftig sämtliche für den Erhalt der Ruinenanlagen notwendigen Arbeiten durchführen. Dazu gehört unter anderem, dass die sichtbaren Mauerzüge von Burg und Städtchen Glanzenberg, die Gräben und Wälle der Burg sowie die Schanzenanlage von unerwünschtem Bewuchs wie Bodenbedeckern, Brombeer- und Haselsträuchern befreit werden. Zudem können die Arbeiter und Archäologen Fallholz, Laub und Unrat aus dem unmittelbaren Schutzbereich entfernen.

Weiter dürfen die Verantwortlichen sämtliche Alterungsschäden an den Mauern beheben und an den Schanzen den Erdabtrag wieder in Ordnung bringen. In Absprache mit dem Kloster sollen auch Orientierungstafeln an der Limmat aufgestellt werden. Für deren Instandhaltung wird ebenfalls Unterengstringen besorgt sein.

Abt und Priorin waren beeindruckt

Dort freut man sich, dass die historischen Überreste am Leben erhalten werden können. «Ich finde es wich-
tig, dass solche Zeugen den Leuten zugänglich gemacht werden», sagt Unterengstringens Gemeindepräsident Peter Trombik. Er stelle immer wieder fest, dass es in der Gemeinde viele Einwohner gebe, die über die historische Vergangenheit ihres Wohnorts wenig wüssten. Zudem sei Unterengstringen in den vergangenen Jahren durch Neuzuzüger gewachsen. «Auch für diese Leute sollen diese Objekte bekannt gemacht werden und erhalten bleiben», hält Trombik fest.

Als es um die Aushandlung des Vertrages mit dem Kloster gegangen sei, so Trombik, habe er gemerkt, dass selbst die Waldbesitzer nicht vollumfänglich über die historischen Anlagen informiert gewesen seien. «Ich habe mit Abt Martin vom Kloster Einsiedeln und Priorin Irene vom Kloster Fahr einen Spaziergang entlang der Limmat unternommen und sie über die geschichtlichen Hintergründe informiert. Beide waren beeindruckt.»