Aesch
Ein «Toter» sorgt am Theaterabend in Aesch für Unterhaltung

Nach zwei Jahren Pause steht die Theatergruppe Aesch wieder auf der Bühne. Für ihr neues Stück «Wohi mit de Liich?» zogen sie alle Register. Mit Erfolg, wie die Premiere zeigte.

Christian Murer
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Brutaler Schlag mit der Flasche auf den Kopf Fred Mahler
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Soeben hat Nicole Mahler-Franken ihren Gatten Fred mit einer Flasche erschlagen. Lebt er noch oder ist er bereits tot
Streit um eine vermeintliche Leiche
Theatergruppe Aesch führt «Wohi mit de Liich?» auf
Makaberes auf der Stiege zum Saal des Aescher Gemeindesaales Nassenmatt
Wie lange können die drei Frauen das Lügenkonstrukt halten
Annäherungsversuche von Tom Tauber alias Philippe Stucki
Maja Altorfer und Philippe Stucki
Voll krass dieser Schlag auf den Kopf
DJ Markus sorgte für den guten Sound
Vince Antenna und Philippe Stucki
Langanhaltender Schlussapplaus für die Theatergruppe Aesch
Jens und Thierry fanden das Theater voll cool
Alice und Jacco Schoch waren zum letzten Mal für die Tombola verantwortlich
Die ganze Theatergruppe Aesch

Brutaler Schlag mit der Flasche auf den Kopf Fred Mahler

Christian Murer

Zwei Truhen, aus denen ein Arm und ein Bein hervorlugen, weisen bereits auf dem Treppenaufgang zum Aescher Gemeindesaal auf Makaberes hin. Dass sich während des Stücks «Wohi mit de Liich?» aber niemand fürchten muss, wird noch vor Beginn der Theateraufführung klargestellt: «Am Schluss des Stücks können Sie sogar in der Bar unten mit der Leiche anstossen», sagt Kurt Stöckli von der Theatergruppe Aesch zum zahlreich erschienenen Premierenpublikum.

Doch bevor es so weit ist, geht es erstmals um die Frage: Wohin mit einer Leiche, die möglichst schnell und unauffällig verschwinden soll? Vor diesem Problem steht die frisch verheiratete Nicole, die beim ersten Ehekrach ihren Mann Fred, mit einer Weinflasche erschlagen hat und ihn nun für tot hält. In ihrer Aufregung versteckt sie die Leiche erst einmal im Wandschrank und bittet ihre Mutter Maria telefonisch um Hilfe. Doch nun fangen die Schwierigkeiten erst an. Wildfremde Menschen läuten an der Wohnungstür und wollen Fred sprechen. Dann taucht auch noch ein Stadtpolizist auf, dem ein Mord gemeldet worden ist. Dieser findet jedoch nichts Verdächtiges, denn die Leiche ist plötzlich spurlos verschwunden. Dafür wird ein Erpresserbrief gefunden, in dem eine halbe Million Franken gefordert wird. Zudem meldet sich noch eine Kriminalkommissarin mitsamt ihrem trotteligen Assistenten, was zu weiteren Komplikationen führt. Am Schluss kommt es sogar noch zu einer nervenaufreibenden Geiselnahme. Doch mehr soll hier nicht verraten werden.

Die höchst vergnügliche und vertrackte Story wird von der munteren Aescher Theatergruppe rund um Regisseurin Cornelia Gurtner lebendig inszeniert. Nach einem zweijährigen Spielunterbruch spielen die Laienschauspieler mit ihrem neuen Stück alle Trümpfe aus. Mit viel Leidenschaft lassen sich die Darstellerinnen und Darsteller auf die bissigen und von schwarzem Humor geprägten Dialoge ein. Dies machen sie überzeugend: Manche Akteure schauspielern schon seit über 30 Jahren und verkörpern ihre Rollen perfekt und mit grossem Engagement.

Das Theater zum Jahresbeginn hat in Aesch eine lange Tradition und erfreut sich enormer Beliebtheit. So sagte der 13-jährige Thierry Broye nach der Aufführung: «Ich fand das Stück sehr lustig. Es ist auch toll, wenn man die Schauspieler persönlich kennt.» Auch seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Janik hat es gefallen – obwohl er beim Schuss mit der «Chäpslipistole» ziemlich erschrocken sei, wie er sagte. Heinz Stucki aus Aesch bezeichnete die Krimikomödie gar als ein «Superstück». Die Komödianten hätten das Ganze voll durchgezogen und überhaupt keine Hänger gehabt. «Die Leistung dieser Laien-Theatergruppe ist höchst beachtlich», so der Vater des Theatergruppen-Präsidenten Philippe Stucki.

Weitere Aufführungen finden statt am Freitag/Samstag, 18./19. Januar 2013, jeweils 20 Uhr im Gemeindesaal Nassenmatt in Aesch.