Bruno Weber Park
Ein tierisches Komitee empfängt die Besucher

Der Bruno Weber Park in Dietikon läutet die neue Saison ein.

Anina Gepp
Merken
Drucken
Teilen
Bruno Weber Park
3 Bilder
Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart freut sich auf die Saison.
Die ersten Gäste kamen heuer aus Thailand.

Bruno Weber Park

Anina Gepp

Danach kräht kein Hahn? Falsch. Genau genommen sind es sogar deren 36. Die bunten Vögel zieren neu den Eingang der märchenhaften Anlage oberhalb von Dietikon. Das farbenfrohe Komitee wurde aus den originalen Formen des Künstlers Bruno Weber gegossen. Jede Figur stehe jeweils sinnbildlich für einen bisherigen Stiftungsrat, sagt Isabelle Cart. Lachend ergänzt sie: «Ich bin die Nummer 33.»

Die ersten Gäste an diesem Morgen seien ein Paar aus Thailand gewesen, erzählt Stiftungsratspräsidentin Cart, während sie die steilen Treppen der Wassergartenanlage hinaufsteigt.

Es sei erstaunlich, dass die beiden durch Werbung im Flugzeug auf den Park gekommen seien. «Es ist toll, dass so viele Organisationen umsonst Werbung für uns machen», sagt Cart. Man könnte sich das sonst nicht leisten.

Auch der Aargauer und Zürcher Tourismusverband rühre kontinuierlich die Werbetrommel. Trotzdem gebe es tatsächlich auch in Dietikon Menschen, die nicht einmal von der Existenz des Parks wüssten, so Cart.

Fokus liegt auf Erhalt der Anlage

Am obersten Punkt des Wassergartens angekommen, deutet die Stiftungsrätin auf mit Moos bedeckte unfertige Skulpturen, die am nahegelegenen Waldrand sich bereits farblich der Umgebung angepasst haben. «Sie konnten leider noch nicht fertiggestellt werden. Wir nennen den Ort liebevoll den Formen-Friedhof», sagt Cart.

Bevor der Park mit neuen Figuren erweitert werden könne, müsse der Erhalt der bereits bestehenden Anlage sichergestellt werden. «Hierbei geht es in diesem Jahr vor allem um die Erstellung eines provisorisches Nutzungsgebäudes auf dem Dach des Wassergartensaals», so Cart. Damit würden die Schalungen für die Skulpturenproduktion erhalten und geschützt.

Ihr Blick schweift herüber zur ausgesteckten Baufläche, die sie soeben angesprochen hat. Leider verzögere sich der Baustart weiterhin, weil man sich nicht einig werde. Bei der Gemeinde Spreitenbach sind zwei Einsprachen eingegangen, die den von der Stiftung geplanten Bau eines provisorischen Lagers mit Modellraum und Atelier verhindern sollen. Eingereicht wurden sie vom Verein «Freunde Bruno Weber Park» und von Maria Anna Weber, der Witwe des 2011 verstorbenen Künstlers.

Obwohl Cart bedauert, dass man nicht gemeinsam an einem Strick ziehe, sieht sie auch die positiven Veränderungen. Durch verschiedene neue Einnahmequellen könne das Budget des Parks kontinuierlich aufgebessert werden, sagt sie.

Ab kommendem Sonntag gebe es nun wöchentlich einen Brunch, der vom Frapolli Catering-Service organisiert wird. Zudem werde das Areal immer wieder für Anlässe angemietet. Auch der Verkauf von extra angefertigten Skulpturen laufe gut, so Cart.

Käufer seien vor allem Parkbesucher, die im eigenen Garten einen der berühmten Hunde Webers – einen sogenannten «Vinci» – aufstellen möchten. Hierbei können sie frei wählen, in welcher Farbe das Tier geliefert werden soll. Hergestellt werden alle Skulpturen nach wie vor auf dem Parkareal selbst.

Das Handwerk weitergeben

Jimmy Gjemajil ist bislang der Einzige, der genau weiss, wie das Handwerk Bruno Webers funktioniert. Lange Zeit hat er eng mit ihm zusammengearbeitet, war seine rechte Hand. Dieses Wissen dürfe auf keinen Fall verloren gehen, betont Cart und streicht über eine unfertige Skulptur abseits des Parks, die Gjemajil gerade für einen Kunden fertigstellt.

So bald wie möglich solle deshalb eine Lehrstelle geschaffen werden, damit die Kunst traditionsgemäss weitergegeben werden könne.

Doch dieses Projekt ist, wie so viele weitere, derzeit nur ein Traum der Stiftungsrätin. Es gebe in Zukunft noch so viel, was man tun könnte, um den Park so zu realisieren, wie sich Bruno Weber ihn vorgestellt habe, sagt Cart. Dazu fehle derzeit aber schlichtweg das Geld.

Von diesen Sorgen bekommen die Besucher aus Thailand nichts mit. Ihnen gefällt der Park so, wie er sich jetzt präsentiert. Jedes noch so kleine Detail hält das Ehepaar Somchai und Daranee Watanasundaporn begeistert mit der Kamera fest. «Das alles hat etwas von Gaudí», meinen sie beide und geniessen an einem kleinen Mosaiktisch eine Zwischenverpflegung.