«Ein Tanz der Kulturen»: So lautet das Motto des Arts & Food Festivals, das dieses Wochenende in Schlieren stattfindet. Auf drei verschiedenen Geländen – dem Kirchplatz, der Kirchgasse und dem Stadtpark – führen 300 Amateure, aber auch professionelle Kunstschaffende, ihre Darbietungen auf. Die Attraktionen reichen von Blasmusik über Streetart bis hin zu Volkstänzen. Unterschiedliche Arten davon – aus Portugal, Spanien, Kroatien, Indien, Italien, Thailand, Russland und den USA – werden in Schlieren aufgeführt.

«Die Idee ist, dass wir diverse künstlerischen Formen aus verschiedenen Kulturen zusammenbringen. Und was verbindet Menschen schon mehr als Essen?», fragt Carlos Fernandez, Gründer des 2017 lancierten Arts & Food Festivals. Die Antwort liefert er gleich selber: «Ausländer machen fast 50 Prozent der Schlieremer Bevölkerung aus. Der kulturelle Austausch wird im Festival zelebriert.»

Leidenschaft als Triebfeder

Wo findet Fernandez bloss die Motivation und Kraft, ein ganzes Festival auf die Beine zu stellen? Zuerst lacht er, dann schweigt Fernandez für einen Augenblick. Seine Antwort kommt in einem entschlossenen Ton und zugleich klingt sie so rhythmisch, als würde Fernandez eine Dichtung vortragen: «Es ist die Liebe zur Kunst, die mich bewegt. Die kreative Energie, die jeder Künstler fühlt. Ich kann es kaum beschreiben, das muss man fühlen.» Es brauche aber nicht nur Kreativität, sondern auch andere Kompetenzen wie organisatorisches Geschick, Überblick, Ausdauer. «Meine Leidenschaft ist meine Motivation. Aber ob sie jetzt die unglaubliche Arbeit rechtfertigt? Ich denke schon», sagt der 42-Jährige. Jedenfalls ist Fernandez eine unermüdliche Kraft hinter dem Festival. Das Organisationskomitee besteht aus sechs Mitgliedern. Ein Dutzend Freiwillige helfen mit. «Einige meiner Verwandten und Kollegen habe ich mit einbezogen», sagt Fernandez. Er präsidiert auch die Tanzkompanie Pidarco, welche am Samstag und am Sonntag auftritt. «Ich verteile Verpflegungsgutscheine an die Kunstschaffende, koordiniere Gruppen und habe noch Schichten an der Bar. Es ist viel zu tun», sagt Fernandez.

Foodtrucks und Ausstellung

Am Freitagabend ist das Programm mit Schwyzerörgeli- und Jodelaufführungen von der Schweizer Kultur geprägt. Vielfältiger wird es am Samstag und am Sonntagnachmittag. Neben Volkstänzen aus der halben Welt werden auch Urban-, Hip-Hop-, Klassik- und Jazz-Tänze sowie weitere zeitgenössische Tanzrichtungen gezeigt. Wer sich auf das Essen konzentrieren will, findet ein breites Angebot, das von japanischem Poulet über Cevapcici-Brötchen bis zu einem afrikanisch-karibischen Foodtruck reicht.

Wer sich noch etwas für das Auge wünscht, kann die Plakatausstellung des Schlieremer Fotografen Sandro Barbieri anschauen. Die zehn Plakate machen die Veränderung der Stadt Schlieren zum Thema. Der Fotograf hat sich bei seinen Bildern auf Bautätigkeiten konzentriert. Die Fotos hat er zusammen mit Tänzerinnen und Tänzern der Tanzkompanie Pidarco gemacht. Das Festival bietet auch Kinderbetreuung an, wo die Kleinen ihre Kreativität ausleben können, sei es beim Basteln oder Malen.

Bei der Ausgabe vom letzten Jahr habe das OK viel gelernt, reflektiert Fernandez. Er ist zuversichtlich: «Dieses Jahr werden wir noch erfolgreicher sein.» Über drei Tage sollen Tausende sein Arts & Food Festival besuchen. «Optimistisch gesehen erwarte ich bei schönem Wetter etwa 10 000 Besucher. Realistisch betrachtet werden es etwa 5 000 sein», sagt er und schmunzelt.