Birmensdorf

Ein Stück über falsche und richtige Liebe endet in liebenswertem Chaos

Eine geplante Hochzeit platzt, weil die Braut nicht will, und wirbelt die Familie Kümmerli ordentlich durcheinander. Doch mittendrin steht Haushälterin Hilde Schneider und verhindert die fatale Vereinigung von Braut und Bräutigam.

Modern präsentiert sich das Bühnenbild im Gemeindezentrum Brüelmatt in Birmensdorf: Eine pechschwarze Polstergruppe mit drei farbigen Kissen und der weisse Lehnstuhl stechen ins Auge.

In den zwei schmalen Büchergestellen stehen Bücher, Nippsachen und eine Uhr. Ein Blumenstrauss steht auf einem Kästchen. An den Wänden hängen Bilder aus allen Jahrhunderten.

In diesem gefälligen Salon also spielt sich das Geschehen des Dreiakters «Die wilde Hilde» ab, den die 73-jährige Augsburgerin Ulla Kling geschrieben und Hildegard Rüttimann gegenwartsnah ins Schweizerdeutsche übersetzt hat. Die Theatergruppe Birmensdorf hat das Stück am Freitagabend auf die Bühne gebracht.

Franziska will Benno nicht

Die Geschichte ist rasch erzählt: Die ein wenig abgehoben und aufgesetzt wirkende Apothekergattin Barbara Kümmerli plant zusammen mit ihrem Mann Theo die Hochzeit ihrer Tochter Franziska.

Diese will den hochnäsigen Apotheker Benno Brauchle aber nicht heiraten, sondern viel eher den Konditor Martin Sprenger, der alles andere als ein Draufgänger ist.

Eine Entlastung bei der pompös geplanten Hochzeit soll die Haushälterin Hilde Schneider bringen. Denn die Apothekerfamilie Kümmerli benötigt dringend eine Haushaltshilfe, um die turbulente Zeit bis zur Hochzeit von Tochter Franziska zu überbrücken.

Die Haushälterin kommt im letzten Moment

Hilde Schneider stellt sich bei der Familie vor und ist entsetzt, dass hier alles Drunter und Drüber geht. Als Perle macht sie sich bald unentbehrlich. Sie wird das Ventil für alle Sorgen, Verwicklungen und Herzensangelegenheiten.

Temperamentvoll räumt Hilde auf. Sie bringt es sogar fertig, dass am Hochzeitstag der Bräutigam ohne Braut da steht.

Im Stück geht es um Eifersucht, falsche und richtige Liebe, um Hysterie, fiese und nette Charaktere, Bauernschläue, Glück, Migräne-Verwechslungen und ein überaus liebenswertes Chaos.

Diese Mischung haben die Birmensdorfer Laiendarsteller einmal mehr souverän umgesetzt.

Freude über altbekannte Gesichter

Dieser Meinung ist auch das Publikum: Eveline Endrizzi aus Langnau am Albis sagte: «Mir hat dieses lebensnahe Volksstück sehr gut gefallen. Vor allem Hildegard Rüttimann glänzte mit ihrer Paraderolle als wilde Hilde.»

Philippe Stucki aus Aesch meinte: «Ich hatte am Stück sehr den Plausch.» Die Theatergruppe Birmensdorf habe stets lässige Sachen im Programm. «Es ist für mich echt eine Freude, die altbekannten Gesichter, aber auch junge Akteure, erneut auf der Bühne zu sehen», so Stucki, der in der Theatergruppe Aesch spielt.

Auch Loïk Fliege aus Birmensdorf hat der Abend gefallen: «Das Stück fand ich mega lustig. Die Hilde hat wirklich sehr gut gespielt.»

Meistgesehen

Artboard 1