Schlieren

Ein Strassenseitewechsel an der Zürcherstrasse ist in jedem Fall unsicher

Unsicher und dreckig: Die Unterführung bei der Bushaltestelle Müllingen.

Unsicher und dreckig: Die Unterführung bei der Bushaltestelle Müllingen.

Die Schlieremer gehen bei der Bushaltestelle Müllingen über die Strasse und nicht etwa durch die Unterführung. Gaby Niederer vom Quartierverein kennt den Grund: Die Unterführung ist schmutzig und unsicher. Doch die Strassenquerung ist gefährlich.

«Die meisten Leute, die bei der Bushaltestelle Mülligen die Strassenseite wechseln, rennen über die stark befahrene Zürcherstrasse», sagt Stadtparlamentarierin Gaby Niederer (Quartierverein). Dies, obwohl gleich neben der Haltestelle eine Unterführung eine sichere Möglichkeit bieten würde, um zur anderen Seite der mit Tempo 60 befahrenen Strasse zu gelangen.

Den Grund für dieses Verhalten der Fussgänger sieht Niederer im «unwirtlichen» Zustand der Unterführung: «An diesem Ort wird regelmässig uriniert, weil die installierten Toiletten schon vor längerer Zeit geschlossen wurden.» Ausserdem würden immer wieder Dealer ihre Geschäfte in der Unterführung abwickeln, weil es ein sichtgeschützter Ort sei, welcher mit dem 31er-Bus von der Stadt her einfach erreicht werden könne.

Rampe ist nicht rollstuhltauglich

In einem Leserbrief in der az Limmattaler Zeitung wies Niederer vor kurzem auf das Problem der kaum genutzten Unterführung bei der Bushaltestelle Mülligen hin. Kurz zuvor beobachtete sie einen jungen Mann im Rollstuhl, der sich seinen Weg durch die schnell befahrenen Fahrspuren hindurch auf die andere Seite der Strasse bahnte.

Auf die gefährliche Situation angesprochen, habe der junge Rollstuhlfahrer erklärt, dass die Rampe zur Unterführung erstens zu steil, und zweitens zu eng sei, um sie benutzen zu können. «Er sagte mir, dass er schon versucht habe, die Rampe zur Unterführung zu benutzen, aber sich dabei Schürfwunden am Ellbogen zuzog», sagt Niederer.

Für die Parlamentarierin ist deshalb klar: «Egal ob für Rollstuhl- oder Fussgänger: die Situation an dieser Stelle ist zu gefährlich. Es muss dringend ein Fussgängerstreifen mit einer Ampel installiert werden.» Eine solche Lösung habe man auch bei den Nachbarstationen Micafil und Gasometer/Wagi angewandt.

Stadt hat kaum Einfluss

Ebenso wie Niederer, erachtet der grüne Stadtparlamentarier Dominik Ritzman die Situation bei Mülligen für Fussgänger als unhaltbar. Bereits vor zwei Jahren wies er deshalb in einer Fragestunde den Stadtrat auf die Problematik hin. «Der Stadtrat erklärte damals, dass er Bescheid wisse und er die Lage ebenfalls als kritisch einschätze», sagt Ritzmann.

Da die Zürcherstrasse aber eine Kantonsstrasse sei, könne die Stadt nicht selbst tätig werden. Man habe ihm aber versichert, dass man im Rahmen der Verkehrsplanung im Zusammenhang mit der Limmattalbahn gegenüber dem Kanton den Wunsch anbringen werde, an dieser Stelle mehr Sicherheit für die Fussgänger zu schaffen, erklärt Ritzmann.

Tatsächlich könnte die Limmattalbahn zu einer Entschärfung der Verkehrssituation bei der Haltestelle Mülligen führen, wie Jean-Claude Perrin, Ressortvorsteher Bau und Planung (SVP), auf Anfrage erklärt: «Es zeichnet sich ab, dass diejenigen Haltestellen der Limmattalbahn, die sich auf einem Mitteltrassee zwischen den Strassenspuren befinden, immer über Fussgängerstreifen mit dem Trottoir verbunden werden.»

Auch die geplante Station bei Mülligen wird auf einem Mitteltrassee gebaut. Somit wird die Überquerung der Zürcherstrasse dort für die Fussgänger in einigen Jahren sehr viel sicherer sein, als noch heute.

Eine Lösung muss schneller her

«Die Zeit bis zur Inbetriebnahme der Limmattalbahn dauert natürlich viel zu lange», erklärt Ritzmann. Eine Lösung für eine sichere Strassenquerung müsse schneller gefunden werden. «Ich plane deshalb einen zweiten politischen Vorstoss, der demnächst lanciert wird», sagt Ritzmann.

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