Dietikon
Ein Speed-Dating der etwas anderen Art – hier treffen Jugendliche und Lehrbetriebe aufeinander

Jugendliche und Lehrgeschäfte aus der Region lernen sich an der Lehrstellenbörse kennen

Kevin Capellini
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Im Gespräch versunken: Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Luberzen sprechen mit Vertretern des lokalen Gewerbes über die Zukunft als Lernende.

Im Gespräch versunken: Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Luberzen sprechen mit Vertretern des lokalen Gewerbes über die Zukunft als Lernende.

Kevin Capellini

Die Lehrstellensuche ist keine einfache Angelegenheit. Mit gerade mal 15 Jahren muss man eine schwierige Entscheidung treffen: In welche Richtung starte ich in mein Berufsleben? Nicht wenige Schüler sind damit überfordert.

Um den Schülerinnen und Schülern diesen Schritt zu erleichtern, organisiert die Dietiker Sekundarschule Luberzen dieses Jahr zum zweiten Mal ihre eigene Lehrstellenbörse in der Turnhalle. An der Veranstaltung nahmen am letzten Dienstag neben den 120 Sekundarschülern auch 18 Lehrbetriebe teil, die sich dort ihren potenziellen zukünftigen Lernenden präsentieren und mit ihnen in Kontakt treten durften.

 Schulleiterin Andrea Kengelbacher ist zusammen mit den Lehrkräften für die Organisation der Lehrstellenbörse verantwortlich. Zum zweiten Mal treffen sich Schüler und lokales Gewerbe zum Austausch. Die Lehrstellenbörse ist ein «voller Erfolg für alle Beteiligten», sagt Kengelbacher.

Schulleiterin Andrea Kengelbacher ist zusammen mit den Lehrkräften für die Organisation der Lehrstellenbörse verantwortlich. Zum zweiten Mal treffen sich Schüler und lokales Gewerbe zum Austausch. Die Lehrstellenbörse ist ein «voller Erfolg für alle Beteiligten», sagt Kengelbacher.

Kevin Capellini

Beiden Seiten helfen

Einige der anwesenden Firmen aus dem lokalen Gewerbe hatten an ihren Ständen alleine an diesem Tag mehr 20 Termine mit den Schülern der Luberzen, die sich – alle nervös und herausgeputzt – in einer Art Speed-Dating-Verfahren während jeweils 25 Minuten bei den anwesenden Firmen vorstellen und mit ihnen sprechen konnten, um einen ersten Eindruck vom nicht mehr allzu fernen Berufsleben zu erlangen.

Der frühe Austausch zwischen Schülern und der Wirtschaft sei sehr wichtig, sagte die eigens dafür angereiste Regierungsrätin Silvia Steiner bei der Eröffnung der Veranstaltung. Sie lobte das Engagement der Schule und die Dynamik im boomenden Bezirk Dietikon, wo über 560 Lehrbetriebe eine Ausbildung anbieten. Es sei elementar, Jugendliche in diesem schwierigen und wohl wichtigsten Lebensabschnitt gut zu unterstützen, wie sie ausführte.

Joshua (15), 3. Sek A Die Arbeit im Team und am PC sind seine grosse Leidenschaft. Für ihn komme daher am ehesten das KV infrage. Die Lehrstellensuche bezeichnet er als Herausforderung und Abwechslung, die Konkurrenz sei aber sehr gross, was es schwierig mache, etwas Geeignetes zu finden. «Und so steigt dann auch der Druck und die Angst» sagt er.
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Gabriela (14), 3. Sek A Sie interessiert sich für das KV, hat auch schon einige Schnupperlehren absolviert und sieht der Zukunft als Lernende zuversichtlich entgegen. «Ich weiss, was ich will und wenn ich es schaffe, mache ich gleich auch die Berufsmatura dazu», sagt sie überzeugt. Dass an der Schule die Lehrstellebörse stattfinde, sei eine gute Sache, die ihr bestimmt weiterhelfe.
Jamil (15), 3. Sek C Sein Herz schlägt für Mode und Sport. Diese beiden Faszinationen könne er am besten bei Ochsner Sport kombinieren, wo er auch schon schnuppern durfte und dies nun weiterverfolgen will, wie er sagt. Allerdings habe man es als C-Schüler «sehr schwierig» eine geeignete Lehrstelle zu finden. Und dies mache ihm etwas Angst. «Was ist, wenn ich nichts finde?»
Albrina (15), 3. Sek A Auf einen eigenen Arbeitsplatz freut sie sich schon sehr. «Ich arbeite genau und seriös», erklärt sie. Auch wenn sie von der Schule genug Unterstützung bekomme, findet sie, dass es ihr dann doch noch etwas zu früh sei, sich für eine Lehrstelle zu entscheiden. Ihr grösster Wunsch: Eine KV-Lehre bei Ernst & Young, wie sie begeistert verrät.

Joshua (15), 3. Sek A Die Arbeit im Team und am PC sind seine grosse Leidenschaft. Für ihn komme daher am ehesten das KV infrage. Die Lehrstellensuche bezeichnet er als Herausforderung und Abwechslung, die Konkurrenz sei aber sehr gross, was es schwierig mache, etwas Geeignetes zu finden. «Und so steigt dann auch der Druck und die Angst» sagt er.

kevin capellini

Auch Andrea Kengelbacher, Schulleiterin in der Sekundarschule Luberzen, zeigte sich von der Veranstaltung überzeugt. «Die Lehrstellenbörse stösst beim lokalen Gewerbe auf grosses Interesse, die Schüler sind top motiviert», sagte sie. «Somit können wir beiden Seiten helfen.» Im Vergleich zum Vorjahr hätten deutlich mehr Lehrgeschäfte teilgenommen und sie hoffe sehr, dass sich die Zahl im nächsten Jahr nochmals etwas erhöhe, sagt Kengelbacher.

Doch nur mit der Durchführung einer Lehrstellenbörse sei den Schülern nicht geholfen, betonte die Schulleiterin. Die Anforderungen für eine Lehrstelle seien heutzutage sehr hoch. Bereits für eine Schnupperlehre müssen sich die Schülerinnen und Schüler viel mehr bemühen als früher. «Hier muss unbedingt etwas geschehen», sagte Kengelbacher.