Dietikon
Ein Rollstuhl-Bus, der Familienausflüge ermöglicht

Die Kinderspitex Schweiz hat ihr in Dietikon stationiertes behindertengerechtes Transportfahrzeug erneuert.

Oliver Graf
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Der neue Transporter: Kinderspitex-Geschäftsführer Thomas Enderli überreicht Schulleiterin Magdalena Baer den Schlüssel für das umgebaute Transportfahrzeug.

Der neue Transporter: Kinderspitex-Geschäftsführer Thomas Enderli überreicht Schulleiterin Magdalena Baer den Schlüssel für das umgebaute Transportfahrzeug.

Bei der Heilpädagogischen Schule Limmattal in Dietikon steht ein behindertengerechtes Transportfahrzeug. Das umgebaute Grossraumfahrzeug gehört nicht der Schule; diese stellt aber den Parkplatz zur Verfügung und kann es deshalb im Gegenzug auch für ihre Bedürfnisse nutzen. Ansonsten kann der Wagen im Rahmen des Projekts Spitex-Mobile des Vereins Kinderspitex Schweiz ausgeliehen werden.

Familien, die zu Hause ein behindertes Kind betreuen, könnten so unkompliziert Ausflüge unternehmen oder Arzttermine wahrnehmen, sagte Thomas Engeli, Geschäftsführer der Vereins Kinderspitex Schweiz, gestern Abend bei der Übergabe des neuen Fahrzeugs. Ohne diese Mobilitätsmöglichkeit drohe den Familien die Isolation. Denn ein Rollstuhl lasse sich kaum im eigenen Privatauto transportieren; und falls doch, bleibe oft kein Platz für Geschwister und Gepäck übrig. «Gemeinsame Ausflüge sind so praktisch unmöglich», sagte Enderli.

Landesweit sind rund 45 dieser Kinderspitex-Schweiz-Familienautos stationiert. Jenes bei der Heilpädagogischen Schule Limmattal war fünf Jahre unterwegs; gestern hat sie ein rundum erneuertes erhalten. Rund 30 Sponsoren, vornehmlich aus der Region Limmattal und dem Säuliamt, finanzierten die Anschaffung und kommen für den Betrieb und den Unterhalt in den kommenden fünf Jahren auf.

Die Familien zahlen nur das Benzin

Im VW-Bus findet ein Liege-Buggy oder ein Rollstuhl sowie bis zu sechs Personen Platz. Er steht Familien mit einem behinderten Kind kostenlos und rundum versichert zur Verfügung. Die Familien, welche ihn nutzen, müssen einzig für das Benzin aufkommen. Der Bus werde von Familien oft und gerne für Ausfahrten – etwa ins Hallenbad – genutzt, sagte gestern Schulleiterin Magdalena Baer. Von einer Win-win-Situation sprach Thomas Engeli: So werde das Fahrzeug von der Schule und den Familien benutzt. «Es wird gebraucht, das ist der Sinn unseres Projekts.»

Das Projekt wird laufend ausgebaut. Auf das kommende Jahr hin, in dem der Verein Kinderspitex Schweiz sein 20-jähriges Bestehen feiert, wird ein neues Reservationssystem eingeführt, wie Spitex-Mobile-Projektleiter Dominic Kolb sagte. Ist das nächstgelegene Fahrzeug bereits vergeben, werden dannzumal auch gleich die weiteren freien Autos aufgelistet. Damit – und mit der Kooperation mit anderen Institutionen – soll die Auslastung der Familienautos weiter steigen. Auch die Zahl der Fahrzeuge soll weiter steigen. Landesweit 60 wären ideal, sagt Enderli. «Dann wäre der Bedarf grundsätzlich gedeckt.» (og)