Urdorf

«Ein richtiges Highlight»: Der Umzug durch die Fasnachtshochburg lockte die Massen an

Der Böllerschuss ist erfolgt und die grösste Fasnacht im Kanton lässt sich feiern. Sie ist ja schliesslich auch die Fasnachtshochburg.

Mit einem Böllerschuss wurden am Samstag pünktlich um 14.31 die Urdorfer Fasnachtsgeister geweckt. Es war der Startschuss zum traditionellen Umzug unter dem Motto Märliwelt. Strahlend winkend und sichtlich stolz auf die langjährige Tradition der Clique Schäflibach standen Zeremonienmeister Daniel Leutwiler und der diesjährige Schirmherr, Philip der Gärtner Lüthi, auf dem vordersten Wagen und führten den Tross von der Weihermattstrasse bis zur Bodenfeldstrasse.

Begleitet wurden die obersten Fasnächtler standesgemäss von Ehrendamen. «Für mich war es ein richtiges Highlight, als Schirmherr im vordersten Wagen an der Heimfasnacht den Umzug anzuführen», freute sich Lüthi. Im Schritttempo schlängelten sich die über 50 farbenfrohen, närrischen Gruppen und Guggen und die vielen liebevoll gestalteten Wagen durch die Urdorfer Strassen, vorbei an den schätzungsweise weit über 1000 Umzugsbesuchern. Dabei tummelten sich nicht nur Fasnächtler aus der näheren Umgebung im Umzug. Nebst internationaler Beteiligung aus Deutschland habe wohl die Gruppe aus Brigels die längste Anreise gehabt, sagte Leutwiler.

Auftritt der Tanzfabrik an der Kinderfasnacht in Urdorf.

Auftritt der Tanzfabrik an der Kinderfasnacht in Urdorf.

Grösste Fasnacht im Kanton

Zusammen mit Bassersdorf teilen sich die Urdorfer gemäss den Organisatoren den Ruf, die grösste Fasnacht im Kanton zu veranstalten. «Wir sind eine Fasnachtshochburg», betonte Zeremonienmeister Leutwiler mit Nachdruck, «die Clique Schäflibach gibt es schon 55 Jahre.» Dies belegt auch die Mitgliederzahl der Clique mit über 200 mehr oder weniger aktiven Fasnächtlern. Dabei stünde nicht etwa der Alkohol im Vordergrund. «Fasnacht bedeutet für mich Fröhlichkeit und schöne Stunden mit Kollegen. So lasse ich den stressigen Alltag hinter mir und geniesse das gemütlich heitere Ambiente.» Die Stimmung entlang der Umzugsroute bestätigte dies eindrücklich. Kaum ein Meter wurde nicht von fröhlichen und lachenden Zaungästen gesäumt.

Die jungen Fasnächtler, meist in fantasievollen Kostümen, freuten sich über die verteilten Schleckereien und lieferten sich nicht selten Konfettischlachten mit den Umzugsteilnehmern. Aber auch die erwachsenen Gäste wurden vom Konfettiregen nicht verschont, fanden sich teilweise sogar in einer Konfettibadewanne wieder – wenn auch nicht ganz freiwillig. Sehr gut kam die sympathische Geste der Gruppe aus Hendschiken an. Diese verteilte statt der kleinen Papierschnipsel leckere Raclettebrötchen mit einem Schluck Weisswein.

Monsterkonzert und Prämierung

Das anschliessende Monsterkonzert in der Zentrumshalle, an dem die Guggen sich nochmals lautstark dem Publikum präsentierten, war der krönende Abschluss des farbenfrohen und facettenreichen Tages. Natürlich durfte in diesem Rahmen auch die Prämierung nicht fehlen. Als beste Gruppe im Umzug wurde die «Märliwelt» der Stiftung Solvita aus Urdorf und als bester Wagen «s’letschte Schwiizer Raclette» aus Hendschiken ausgezeichnet.

Die Fasnacht in Urdorf ist aber noch lange nicht vorbei. Noch am Samstag fand abends der grosse Maskenball statt. Gestern sodann kamen die kleinen Fasnächtler mit dem Kindermaskenball und grosser Konfettischlacht voll auf ihre Kosten, bevor wiederum abends der Halli-Galli-Ball mit Musik und Tanz bei den Jugendlichen und Erwachsenen eine ausgelassene Stimmung aufkommen liess. Nächsten Samstag um 11.11 Uhr wird dann die Urdorfer Fasnacht, nach der Uslumpete am Freitag, mit dem Konfettibegräbnis ihr Ende finden. Doch wie sagte Daniel Leutwiler fast schon wieder voller Vorfreude: «Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht.»

Monster-Guggenkonzert in der Zentrumshalle nach dem Fasnachtsumzug

Monster-Guggenkonzert in der Zentrumshalle Urdorf nach dem Fasnachtsumzug

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