Dietikon

Ein Rekord jagt den nächsten: Limeco verkaufte letztes Jahr viel mehr Regiowärme

Die Energie, die die Limeco mit der Kehrichtverbrennung in Dietikon erzeugt, kann sie in immer grösserem Ausmass als Fernwärme an Bezüger in verschiedenen Limmattaler Gemeinden verkaufen.

Die Energie, die die Limeco mit der Kehrichtverbrennung in Dietikon erzeugt, kann sie in immer grösserem Ausmass als Fernwärme an Bezüger in verschiedenen Limmattaler Gemeinden verkaufen.

Der Geschäftsbericht 2019 der Dietiker Limeco hält mehr als einen Rekord bereit. Noch nie wurde in Dietikon so viel Abfall verbrannt wie letztes Jahr.

Die Zahl ist so gross wie noch nie: 94112 Tonnen Abfall hat die Kehrichtverwertungsanlage der interkommunalen Anstalt Limeco in Dietikon im letzten Jahr verbrannt. 2018 waren es noch 92600 Tonnen und nochmals ein Jahr davor waren es nur 91319 Tonnen.

Wo so viel Abfall verwertet wird, entsteht auch viel Energie. Zu 59395 Megawattstunden Abwärme und 61154 Megawattstunden Strom verwertete die Limeco den vielen Abfall im letzten Jahr. Bei der Stromproduktion ist somit ein Rückgang zu verzeichnen: Im Vorjahr waren noch 68160 Megawattstunden Strom produziert worden. Dieser Rückgang steht allerdings im Schatten des grossen Anstiegs beim Absatz der Abwärme, die die Limeco «Regiowärme» nennt. Nach 32660 Megawattstunden im Jahr 2018 ist der Regiowärme-Absatz 2019 auf 59395 Megawattstunden angestiegen. Es wurden also 26735 Megawattstunden mehr abgesetzt als im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von knapp 82 Prozent. Bereits von 2017 auf 2018 war der Regiowärme-Absatz um knapp 28 Prozent angestiegen.

Diese grosse Zunahme kommt nicht von ungefähr: Im Januar 2017 begann nämlich der rund 100 Millionen Franken teure Ausbau des Limeco-Regiowärmenetzes, als mit einem Bagger die Gjuchstrasse in Dietikon aufgerissen wurde. Der Ausbau schreitet weiter voran, zurzeit ist er in Unterengstringen im Gange. Ende April sollen dann auch in Oberengstringen Bauarbeiten zum Netzausbau starten.

127 Regiowärmebezüger sind es inzwischen schon

Im Zuge des Ausbaus werden immer mehr Liegenschaften an die Limmattaler Zentralheizung angeschlossen, die die Kehrichtverwertungsanlage in Dietikon mittlerweile ist: 127 Regiowärmebezüger waren es 2019, nachdem es 2018 noch 91 und 2017 noch 32 waren. Laufend werden neue Verträge abgeschlossen, oft wird so Heizöl eingespart.

Ein weiteres zukunftsgerichtetes Projekt der Limeco ist die sogenannte Power-to-Gas-Anlage. Diese – es ist die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage in der Schweiz – soll ab 2021 das Klärgas der Abwasserreinigungsanlage aufbereiten und ins Erdgasnetz einspeisen. Bisher wird das Klärgas aus der Abwasserreinigungsanlage in Blockheizkraftwerken verwendet – also verbrannt, um es in Strom und Wärme umzuwandeln. Wenngleich es bis zur Inbetriebnahme der Anlage noch einige Zeit dauert, so wurde 2019 bereits ein wichtiger Schritt vollzogen, um dereinst das in Dietikon produzierte Erdgas ins Gasnetz einzuspeisen: So wurde eine neue Gasleitung von Dietikon unter der Limmat hindurch nach Geroldswil erstellt und an die Erdgas-Transportleitung angeschlossen.

2021 ist auch das Jahr, in dem die Limeco-Regiowärme erstmals positiv abschliessen soll. Ende 2019 wies sie noch 4,4 Millionen Franken Verlustvortrag aus, «was für ein Start-up in einem investitionsintensiven Umfeld üblich und im Businessplan auch so eingerechnet ist», wie es im neuen Geschäfts­bericht 2019 heisst.

Im abgelaufenen Jahr hat die Limeco unter anderem auch ein neues Personalreglement eingeführt und die Anstellungsbedingungen der rund 60 Mitarbeitenden überarbeitet.

Trägergemeinden der Limeco sind Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil, Schlieren, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen. Die ­heutige Kehrichtverwertungsanlage soll 2034 durch eine neue ersetzt werden. Die diesbezüglichen Planungen sind im Gang.

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