Sommer, Sonne, Sonnenschein. Seit 2003 durfte die Schweiz keinen so heissen Sommer erleben wie in diesem Jahr. Für viele kommt nach einem schweisstreibenden Arbeitstag die anschliessende Abkühlung in der Badi einem Segen gleich. Die Badis profitieren von den warmen Temperaturen und dem damit verbundenen Besucherandrang. Wie gestaltet sich dieser in den Freibädern des Limmattals? Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

Vorjahres-Rekord geknackt

Das Freibad Fondli in Dietikon verzeichnet bisher 68 174 Eintritte seit der Öffnung im Mai. Der 5. Juli stellt dabei mit 5300 Besuchern den absoluten Rekordtag in der Geschichte der Badi dar. Niemals zuvor wurde die 5000er-Marke geknackt. Der bisherige Rekord von 4279 Besuchern am Pfingstmontag des letzten Jahres wurde somit egalisiert. Das Vorjahr fällt mit 46 427 Besuchern im gleichen Zeitraum deutlich ab. Laut Bruno Rabe vom Amt für Umwelt und Gesundheit in Dietikon sei für die zahlreichen Eintritte mitunter auch die Renovation der Anlage verantwortlich. Teilweise habe sich vor dem Eingang des Freibads sogar eine Kolonne gebildet.

Das Schwimmbad im Moos in Schlieren verkündet bereits zum jetzigen Zeitpunkt stolze 15 bis 20 Prozent mehr Besucher als im gesamten letzten Jahr. Waren es 2014 noch rund 15 000 Eintritte, bewegen sich die Zahlen für dieses Jahr bereits zwischen 17 000 und 20 000. Auch beim Verkauf von Saisonkarten ist der diesjährige Sommer dem letzten weit voraus. Während vergangenes Jahr 360 Saisonkarten über die Theke gingen, liegt der heutige Stand bei 450 Exemplaren. Trotz beeindruckender Eintrittszahlen sei man weit davon entfernt, die Bilanz von 2003 zu erreichen.

Bemerkenswerterweise fanden die meisten Leute, nämlich 1200, ebenfalls am 5. Juli den Weg in die Biobadi in Schlieren. Laut André Thoma, Leiter Sekretariat Werke, biete die Anlage Platz für etwa diese Anzahl an Leuten. «Da die Besucher kommen und gehen, waren aber zu keinem Zeitpunkt 1200 Menschen gleichzeitig in der Badi.» Ein Platzproblem sei daher nie aufgetreten. Ohnehin sei bei einem solchen Andrang die Wasserqualität die grösste Herausforderung. «Bei diesem Wetter bilden sich im Biowasser mehr Algen, die entfernt werden müssen», so Thoma.

Begehrte Saisonkarten

Die Badi Geren in Birmensdorf knackte die Saisonbilanz von 2014 bereits Mitte Juli. Rund 20 000 Besucher mehr als im gesamten letzten Jahr zählt das Freibad zwei Monate vor Saisonende. Der 5. Juli stellt dabei den Tagesrekord von 2500 Besuchern dar. Kleinkinder bis sechs Jahre werden dabei nicht gezählt. Auch die Saisonkarten sind deutlich begehrter als im Vorjahr. Rund 100 Stück mehr wurden verkauft. Laut Marlies Graf, Pächterin der Badi Geren, sei nun aufgrund der Ferienzeit wieder eine ruhigere Phase eingetreten. Derzeit ziehe es pro Tag 900 bis 1000 Badefreudige nach Birmensdorf. Vielleicht ist das aber nur die Ruhe vor dem Sturm. «Anfang August erwarten wir dann wieder einen Anstieg», sagt Graf. Dies, weil dann im Aargau die Sommerferien vorüber sind und aus dem Nachbarkanton wieder mehr Leute nach Birmensdorf in die Badi pilgern.

Das Schwimmbad Weihermatt in Urdorf verfügt über keine elektronischen Zähler, deshalb führt sie auch keine Saisonbilanz. Auf Anfrage heisst es, dass schätzungsweise ein Drittel mehr Eintritte verzeichnet wurden als im verregneten Vorjahr.

Den grossen Besucherandrang im Oberengstringer Freibad Zwischen den Hölzern begründet Betriebsleiterin Carolina Schaffner neben dem schönen Wetter auch damit, dass das Zürcher Freibad Heuried wegen Sanierungsarbeiten derzeit geschlossen ist. Einen Vergleich zu den Vorjahren kann sie nicht ziehen, da dies ihre erste Saison als Leiterin der Badi ist. Immer in Erinnerung bleiben wird ihr aber der diesjährige Rekordtag. Genaue Eintrittszahlen hat sie zwar nicht, weil das Drehkreuz kaputtging, doch schätzt sie, dass zwischen 3500 und 4000 Badende ins «Hölzli» pilgerten: Dies war am Sonntag, 5. Juli.