Schlieren

Ein Radio soll den Marder von den Balkonenten fernhalten

Heiri Lüthis Balkon in Schlieren hat sich für die Ente als Brutplatz bewährt. Sebastian Schanzer

Heiri Lüthis Balkon in Schlieren hat sich für die Ente als Brutplatz bewährt. Sebastian Schanzer

Bereits zum sechsten Mal brütet eine Ente auf dem Balkon von Heiri Lüthi.Mit viel Engagement sorgt der pensionierte Metzger für das Wohl und vor allem für die Sicherheit des Tieres. Denn ein Marder trachtet nach der Entenbrut.

Enten suchen sich mitunter ausgefallene Brutplätze aus. Ruhige Orte, wo sich die Ente ungestört einnisten kann, sind gerade in einer Stadt Mangelware. Clevere Enten wissen sich aber zu helfen und bauen sich ihr Nest auf Balkonen und Terrassen. Dort ist es ruhig und die Brut ist einigermassen sicher vor Raubfeinden.

Der Schlieremer Heiri Lüthi beherbergt seit mehreren Jahren jeweils im Frühjahr eine brütende Balkonente. Auch dieses Jahr hat sich der spezielle Gast wieder häuslich eingerichtet. Mit viel Engagement sorgt der pensionierte Metzger für das Wohl und vor allem für die Sicherheit des Tieres. Letztes Jahr fiel die Brut dem Marder zum Opfer – so eine traurige Geschichte möchte Lüthi dieses Jahr verhindern.

Deshalb hat er eine ganze Reihe von Massnahmen ergriffen: Ein Netz über dem Gestrüpp und reflektierende Alufolie sollen Raubvögel fernhalten. Den nachtaktiven Marder vertreibt er mit einem kleinen Radio und einer Lampe. Um das Beet sind Kisten aufgestellt, welche die wanderlustigen Küken auffangen, falls diese unbemerkt schlüpfen. Enten sind nämlich Nestflüchter: «Kaum geschlüpft, watscheln sie schon tollkühn auf dem Balkon herum», sagt Lüthi. Er behält die Jungtiere jeweils einige Tage bei sich, bevor er sie dann zum Fluss bringt und sie ihrem Schicksal überlässt.

Lüthi ist sichtlich stolz auf seine langjährige Freundschaft mit der Entendame. Behutsam schiebt er das Gestrüpp zur Seite, und zeigt auf ein Ei, das unter dem Gefieder kurz zum Vorschein kommt. Seit bald drei Wochen hält die Ente 13 Eier warm, gut behütet von ihrem Gastgeber. Dieser wundert sich allerdings über ihre Essgewohnheiten: «Seit dem Dauerbrüten isst sie nichts mehr», sagt Lüthi. «Ich weiss nicht, wie die das schafft.» Dann spricht er ihr gut zu und bedeckt sie wieder mit Gestrüpp.

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